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Dominanz

Als dominant werden Verhaltensweisen bezeichnet, bei denen andere zur Unterordnung gezwungen werden. Eine Person oder Gruppe setzt sich gegenüber einer anderen Person oder Gruppe durch. Dies geschieht jedoch nicht  – wie im Falle von Herrschaft – durch unmittelbaren Zwang in Form von Repression, Ge- oder Verboten. Wenn Machtverhältnisse in die verinnerlichten Normen und sozialen Strukturen einer Gesellschaft eingelagert sind, können vielmehr alle ihre Angehörigen Dominanz ausüben, indem sie die herrschende Normalität bewusst oder unbewusst mittragen. Beispiele dafür sind, wenn rassistische Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt und daraus folgende Segregation mit „kultureller Fremdheit“ oder mangelnder Leistungsbereitschaft erklärt werden; wenn die Gleichberechtigung von Männern* und Frauen* behauptet wird, obwohl Frauen* immer noch den größten Teil der Reproduktions- und Carearbeit leisten; oder wenn die Mitarbeiter_innen eines Amtes von Besucher_innen ganz selbstverständlich verlangen, Deutsch zu sprechen, weil Deutsch Amtssprache sei, ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse des Gegenübers. Diese Prozesse festigen wiederum die ungleiche Verteilung von Ressourcen, Repräsentanz und Partizipationschancen, auf der die Ausübung von Dominanz beruht.

Siehe auch Dominanzgesellschaft und Macht

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