Der Kapitalismus ist eine Wirtschafts- und Gesellschaftsform, die gekennzeichnet ist von der enormen Bedeutung von Privateigentum für die Produktion, der Lohnarbeitsabhängigkeit großer Bevölkerungsteile und des Interesses der Produktionsmittelbesitzer:innen (Kapitalist:innen) an Profitmaximierung als wirtschaftliche Triebkraft. Kapitalismus funktioniert daher nur durch Ausbeutung und ist nicht an gesellschaftlichen Bedürfnissen ausgerichtet.
Neben der Notwendigkeit einer stetig wachsenden und effizienten Produktion ist der Kapitalismus zugleich auf den anhaltenden Konsum dieser Produkte angewiesen. Das Privatleben wird somit zunehmend durch Konsumentscheidungen und -möglichkeiten bestimmt. Daher wird dem Kapitalismus auch eine kulturelle Kraft zugeschrieben, denn kapitalistische Denk- und Handlungsweisen haben in Form von Effizienz-, Optimierungs- und Konsumdenken auch Eingang in die Alltags- und Lebensgestaltung gefunden. Zugleich ist der Kapitalismus als eine wesentliche Bedingung für die Herausbildung und Aufrechterhaltung von Machtverhältnissen wie Rassismus und Antisemitismus zu betrachten, die die Moderne kennzeichnen (siehe auch Racial Capitalism).
Der Kolonialismus und dessen Auswirkungen und globale Wirtschaftsstrukturen sind bis heute unmittelbar mit dem Kapitalismus und der Ausbeutung von Menschen und Ressourcen verbunden. Antisemitismus kommt in Zusammenhang mit Kapitalismus u.a. in Form verkürzter Kapitalismuskritik vor, was sich z.B. in Teilen der Anti-Globalisierungs- bzw. globalisierungskritischen Bewegung feststellen lässt, die teilweise auch Bezug auf antisemitische Verschwörungsmythen nimmt.
Mit dem Begriff kapitalistisch werden Denkweisen und Handlungen bezeichnet, die dem Kapitalismus entsprechen und zuarbeiten. Antikapitalistisch sind Denkweisen und Handlungen, die ihn ablehnen und beenden wollen.