IDA e.V. https://www.idaev.de Aktuelles aus dem IDA de IDA e.V. - Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit Sat, 22 Jan 2022 18:53:04 +0100 Sat, 22 Jan 2022 18:53:04 +0100 TYPO3 news-349 Fri, 21 Jan 2022 17:55:22 +0100 Neuer IDA-Reader erschienen: Die drei, die als Koloniegründer bekannt sind, aber nicht dafür gefeiert werden sollten https://www.idaev.de/aktuelles/detailansicht-aktuelles/neuer-ida-reader-erschienen-die-drei-die-als-koloniegruender-bekannt-sind-aber-nicht-dafuer-gefeiert-werden-sollten Das Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit e.V. (IDA) hat den Comic „Die drei, die als Koloniegründer bekannt sind, aber nicht dafür gefeiert werden sollten“ veröffentlicht. Es entstand auf Grundlage der Abschlussarbeit von Hannah Bremer im Studiengang Kommunikationsdesign an der Essener Folkwang Universität.

Anders als die Aufarbeitung des Nationalsozialis- mus, findet die Thematisierung der deutschen Kolonialvergangenheit in vielen Bildungskontexten oftmals nur am Rande statt. Doch die Thematik ist und bleibt weiterhin aktuell, denn die Auswirkungen des deutschen Kolonialismus wirken bis heute in den betroffenen Ländern ebenso wie in Deutschland nach und Forderungen nach Anerkennung der Gewaltta- ten und Reparationen werden lauter. Auch im Zuge der Black-Lives-Matter-Bewegung wurden Debatten über den Umgang mit kolonialen Denkmälern in Deutschland angestoßen.

Der Comic richtet sich vor allem an Jugendliche und junge Erwachsene und ermöglicht einen ersten Zugang zur Thematik. Auch kann er unterstützend in der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit eingesetzt werden. Er lässt sich aber auch ohne unmittelbare päda- gogische Anleitung verwenden, da der Comic aufgrund der visuell ansprechenden Aufbereitung verschiedene Altersgruppen anspricht und ihnen einen möglichst barrierefreien Zugang zur Thematik ermöglicht.

Inhaltlich liegt der Fokus bewusst auf drei Tätern in ehemaligen deutschen Kolonien auf dem afrikanischen Kontinent. Als Einstieg in eine Auseinandersetzung mit der deutschen Kolonialgeschichte und ihren Hintergründen ermöglicht der Comic eine Auseinandersetzung mit den Täter:innen, ihren Handlungen und dem dahinter stehenden rassistischen Gedankengut. Trotz der künstlerischen Darstellung ist der historische Bezug stets gegeben. Ein Anhang mit Quellenhinweisen, Materialtipps und Tipps zum Weiterlesen und -schauen runden den Comic ab.

Bis zu zehn Exemplare des Readers können bei IDA gegen eine Versandpauschale von 3,00 Euro zuzüglich der gewichtsabhängigen Portokosten über die IDA-Webseite unter www.IDAev.de/publikationen/reader bestellt werden. Der Comic ist dort auch zum kostenlosen Download verfügbar.

Hannah Bremer: Die drei, die als Koloniegründer bekannt, sind, aber nicht dafür gefeiert werden sollten“, Düsseldorf 2021: Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit e. V.

]]>
Aktuelles Neuerscheinungen Pressemitteilungen
news-348 Fri, 21 Jan 2022 17:42:09 +0100 Drei neue IDA-Faltblätter zu Verschwörungserzählungen, Rechtsextremismus und Intersektionalität erschienen https://www.idaev.de/aktuelles/detailansicht-aktuelles/drei-neue-ida-flyer-zu-verschwoerungserzaehlungen-rechtsextremismus-und-intersektionalitaet-erschienen Die beliebte Reihe der IDA-Flyer hat Zuwachs bekommen: Ein neuer Flyer zu Intersektionalität zeigt auf, dass die Überschneidungen verschiedener Diskriminierungsformen erst zu einer vollständigen Wahrnehmung von Ausschlüssen und Benachteiligungen führen. Wenn sich Kategorien wie Religion und Geschlecht oder Behinderung und Hautfarbe überschneiden, können Mehrfachdiskriminierungen besonders hart für die Betroffenen sein – und nicht selten fallen ihre Auswirkungen durch die juristischen oder gesellschaftlichen Raster.
Der neue Flyer „Was heißt eigentlich ... Rechtsextremismus?“ erläutert die verschiedenen Ideologieelemente und Erscheinungsformen von Rechtsextremismus, kritisiert den eher verwirrenden Extremismusbegriff sowie das Hufeisenmodell und geht auch auf Rechtspopulismus und Frauen in der extremen Rechten ein.
Ebenfalls neu ist der Flyer zum Thema Verschwörungserzählungen. Er erläutert das Phänomen von Verschwörungserzählungen, stellt eine Verknüpfung zu Antisemitismus her, der ihnen oft zugrunde liegt, und erläutert, warum Menschen an Verschwörungserzählungen glauben. Abschließend werden Gegenstrategien präsentiert.
Die Flyer sind bis zu einer Anzahl von 20 Stück kostenfrei, ohne Versand- und Portokosten erhältlich. Ab 21 Stück werden gewichtsabhängige Portokosten zzgl. 3,00 Euro Versandkostenpauschale je Sendung berechnet. Die Flyer stehen zum kostenlosen Download unter www.IDAeV.de/publikationen/flyer bereit.

]]>
Aktuelles Neuerscheinungen Pressemitteilungen
news-347 Wed, 22 Dec 2021 12:09:55 +0100 Die neue IDA-Infomail - Dezember 06/2021 https://www.idaev.de/aktuelles/detailansicht-aktuelles/die-neue-ida-infomail-dezember-06-2021 Der neuen Ausgabe der IDA-Infomail ist mit Blick auf die polnisch-belarussische Grenze ein dringender Appell zur Solidarität vorangestellt. Außerdem enthält sie u.a. Berichte über die IDA Delegiertenversammlung 2021 und interessante Informationen aus unseren Fachstellen und Projekten. 

Natürlich gibt es wie immer auch Neuigkeiten aus unseren Mitgliedsverbänden und Themengebieten sowie neue Literatur, Termine und die Feier- und Gedenktage der nächsten zwei Monate.

Die Datei ist hier herunterzuladen. 

]]>
Aktuelles
news-346 Thu, 02 Dec 2021 16:32:00 +0100 Call for papers - IDA-Reader 2022 – Beitragsvorschläge gesucht: „Klassismus und Rassismen“ https://www.idaev.de/aktuelles/detailansicht-aktuelles/call-for-papers-ida-reader-2022-beitragsvorschlaege-gesucht-klassismus-und-rassismen Rassismen und Klassismus entscheiden von klein auf über die Anerkennung und Lebenschancen, die Menschen in unserer Gesellschaft haben. Sie sind es, die Herrschaft, Diskriminierung und soziale Ungleichheit legitimieren. So haben Kinder aus reichen Familien trotz gleicher Lesekompetenzen eine viermal höhere Chance auf das Gymnasium zu wechseln als Kinder aus armen Familien. Unter letzteren finden sich überproportional viele mit eigener oder familiärer Migrationsgeschichte sowie BIPoC*, so dass Jugendliche aus diesen Familien die Schule immer noch häufiger ohne Abschluss verlassen als junge weiße und nicht-migrierte Menschen. Dennoch ist Klassismus in der öffentlichen Wahrnehmung merkwürdig abwesend.

All das sind Gründe, warum sich IDA im nächsten Reader, der 2022 erscheinen soll, der Verwobenheit von Klassismus und Rassismen widmen möchte. Die Beiträge können sich beispielsweise auf folgende Themenfelder und Fragen beziehen, aber auch darüber hinausgehen:

1.) Rassismus und Klassismus – Kontinuitäten und Verknüpfungen: Wie sind Klassismus und unterschiedliche Rassismen (Anti-Schwarzer, antimuslimischer, antiasiatischer, antiindigener und antislawischer Rassismus) miteinander verwoben? Welche gemeinsame Geschichte besitzen sie (z. B. im Hinblick auf Kolonialismus, Nationalsozialismus und deren Kontinuitäten oder hinsichtlich der Geschichte der Arbeiter:innenbewegung)? Welche Wechselwirkungen und Bezüge bestehen zwischen Klassismus und Anti<s>zigan</s>ismus / Gadje-Rassismus sowie Klassismus und Antisemitismus? Inwiefern sind Klassen-Rassismen z. B. auch vergeschlechtlicht?

2.) Erfahrungen: Wie verändern sich Rassismuserfahrungen (von jungen Menschen) in Abhängigkeit von Klasse und Klassenzuschreibungen? Welche Erfahrungen machen z. B. Kinder von migrierten Arbeiter:innen, die durch Bildung sozial „aufsteigen“, z. B. als erste Akademiker:innen-Generation? Wie wirken sich sozialer Status und soziale Herkunft auf das Erleben von Weißsein aus? Wie schreiben sich Rassismen und Klassismus gemeinsam in Körper ein und prägen Selbstbilder?

3.) Institutionen und Strukturen: Wie sind Klassismus und Rassismus auf einer institutionell-strukturellen Ebene in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen insbesondere im Hinblick auf junge Menschen – und in ihrer geschichtlichen Entwicklung – miteinander verbunden (z. B. in der Schule, in der Jugendhilfe, der Jugendarbeit, auf dem Wohnungsmarkt und im städtischen Raum, im Sport, im Gesundheitssystem, im Bereich von Migration und der Teilhabe migrierter Menschen oder im Internet hinsichtlich der digitalen Teilhabe und dem Einsatz von Algorithmen)? Welche Ansatzpunkte gibt es, entsprechende diskriminierende Strukturen abzubauen (z. B. über das Antidiskriminierungsrecht)?

4.) Bildungs- und Jugendarbeit: Inwiefern reproduziert die rassismuskritische Bildungs- und Jugendarbeit selbst klassistische Ausschlüsse? In welcher Hinsicht kann eine klassismuskritische „Brille“ hilfreich für die Thematisierung von Rassismus in der Jugend- und Bildungsarbeit sein?

5.) Gesellschaftliche Dynamiken: Welchen Beitrag kann eine intersektionale Perspektive auf Klassismus und Rassismen zur Erklärung aktueller gesellschaftlicher Dynamiken leisten, z. B. zur Erklärung des Zuspruchs für extrem rechte (d. h. auch rechtspopulistische) Parteien und rassistische Positionen? Wie sind Klassismus und Rassismen in Kämpfen um gesellschaftliche Anerkennung und Sichtbarkeit miteinander verwoben (Stichwort „Integrationsparadox“)? Müssen Klassismus, Rassismen und Kapitalismus gemeinsam kritisiert werden? Was bedeutet dies für die Bekämpfung von Rassismus?

Diesen und weiteren Fragen möchten wir uns im IDA-Reader 2022 widmen und dazu verschiedene Fachbeiträge, Interviews und Methoden aus der Bildungsarbeit zum Themenkomplex vereinen. Wir freuen uns über Vorschläge für Beiträge aus der Praxis, die sich den oben genannten oder weiteren Fragen zum Thema Klassismus widmen. Bitte reicht Eure Vorschläge (max. 3.000 Zeichen inkl. Leerzeichen) und eine kurze Autor:innenbeschreibung bis zum 31. Januar 2022 unter info(at)IDAeV.de ein. Eine Zusage geben wir spätestens bis zum 28. Februar 2022. Den fertigen Beitrag erwarten wir nach Zusage bis zum 15. Juni 2022 mit einem Umfang von 17.500 Zeichen (inkl. Leerzeichen und Literatur). Rückfragen beantworten wir gern unter info(at)IDAeV.de. Einen Einblick in die bereits publizierten Reader bietet unsere Webseite unter https://www.idaev.de/ publikationen/reader.

Die Pressemitteilung als PDF

]]>
Aktuelles Pressemitteilungen
news-345 Fri, 19 Nov 2021 13:05:01 +0100 Das neue Selbstverständnis des IDA e. V. https://www.idaev.de/aktuelles/detailansicht-aktuelles/das-neue-selbstverstaendnis-des-ida-e-v Die IDA-Delegiertenversammlung hat am 18. November 2021 ein neues Selbstverständnis des IDA e. V. beschlossen. Das Selbstverständnis des Informations- und Dokumentationszentrums für Antirassismusarbeit e. V. (IDA)*

Das heutige Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit e. V. (IDA) fördert und unterstützt seit seiner Gründung 1990 im Auftrag seiner Mitgliedsorganisationen das friedliche, respektvolle und demokratische Zusammenleben in Deutschland.

Das Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit ist im Themenspektrum Rassismus, Rassismuskritik, Rechtsextremismus, Antisemitismus, Antiziganismus, Nationalismus, Antifeminismus, rassismuskritische Öffnung, Diversität und Diskriminierungskritik sowie zu aktuellen Fragestellungen der Migrationsgesellschaft tätig. Diesen Auftrag erfüllt IDA beispielsweise mit Publikationen, Fachveranstaltungen, Beratungs- und Qualifizierungsangeboten sowie mit Fachstellen und Projekten. Diese Maßnahmen dienen der Aufklärung, Information und pädagogisch motivierten Erschließung alternativer Erfahrungsfelder sowie der Förderung politischer, wirtschaftlicher und sozialer Verhältnisse, in denen die Rechte aller Menschen gewahrt sind.

Zielgruppe des IDA sind die Mitgliedsorganisationen, in deren Auftrag es tätig ist. Darüber hinaus richtet sich die Arbeit des IDA auch an weitere zivilgesellschaftliche Organisationen, Akteur:innen und Institutionen im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe und verwandter Bereiche.

Der Zusammenschluss der Mitgliedsorganisationen im IDA e.V. basiert auf den nachfolgenden Grundsätzen, an denen sich auch die IDA-Gremien sowie die Geschäftsstelle bei der Erfüllung ihrer Aufgaben ausrichten:

  • Die allgemeinen Menschen- und Grundrechte sind für uns als IDA nicht verhandelbar. Für sie einzutreten ist Pflicht und Auftrag aller Demokrat:innen sowie aller demokratischen Strukturen.
  • Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus und andere Ideologien der Ungleichwertigkeit sowie Demokratiefeindlichkeit und Nationalismus lehnen wir in jeder Form ab. In einer pluralen und von Migration geprägten Gesellschaft, wie sie in Deutschland Realität ist, stehen sie im Widerspruch zu den allgemeinen Menschen- und Grundrechten.
  • Als IDA solidarisieren wir uns mit Personen und Organisationen innerhalb und außerhalb unserer Strukturen, die von Rassismus, menschenfeindlichen Ideologien oder Nationalismen betroffen sind.
  • Die Zusammenarbeit mit externen Personen, Organisationen und Institutionen sowie die Beteiligung an Angeboten Dritter richten sich nach den hier genannten Grundsätzen.
  • Als IDA sind wir uns bewusst, dass wir und unsere Mitgliedsorganisationen auch selbst in rassistische und menschenfeindliche Strukturen, Denkmuster und Sprache verstrickt sind. Daher ist es unser Anspruch, uns fortlaufend an der Einhaltung und Verwirklichung unserer gemeinsamen Grundsätze zu messen.

* Dieses Papier ersetzt seit der Beschlussfassung auf der Delegiertenversammlung am 18.11.2021 die Politische Plattform des IDA e. V. aus dem Jahre 1990 und gilt seit diesem Zeitpunkt als das Dokument, auf das in § 4 (2) der Satzung des IDA e. V. verwiesen wird.


Weitere Vereinsdokumente sind hier zu finden.

]]>
Aktuelles
news-343 Thu, 28 Oct 2021 11:08:31 +0200 Die neue IDA-Infomail - Oktober 05/2021 https://www.idaev.de/aktuelles/detailansicht-aktuelles/die-neue-ida-infomail In der aktuellen Ausgabe unserer IDA-Infomail erwarten Sie Neuigkeiten aus dem IDA e.V., unseren Fachstellen und Projekten, genauso wie relevante Informationen aus den Mitgliedsverbänden sowie von Initiativen und Organisationen, die sich mit unseren Kernthemen befassen. Darüber hinaus haben wir für Sie eine Reihe interessanter Termine und Literatur zusammengestellt und die Feier- und Gedenktage der nächsten zwei Monate.

Vorab ordnet unsere Referentin Dyana Rezene diesmal eine Aussage ein, die aus dem vergangenen Wahlkampf nachhallt und für mehr steht, als für fragwürdigen Wähler:innenfang.


Editorial

„2015 darf sich nicht wiederholen.“ Während das Schicksal Afghanistans medial und politisch wieder in den Hintergrund gerückt ist, sind die Spuren dieses Statements noch spürbar. Ein Satz, für den Herr Laschet viel Kritik erntete, für den er aber auch mit dem Argument verteidigt wurde, er sei aus dem Kontext gerissen und nicht so gemeint gewesen. Auch wenn er sich damals nicht gegen die Aufnahme der größtenteils syrischen Kriegsgeflüchteten ausgesprochen hatte, ändert es nicht viel an seiner Aussage.

Das eigentlich Traurige ist jedoch, dass dieser Satz einen Gedanken widerspiegelt, den nicht wenige beim Betrachten der verzweifelten Fluchtversuche am Kabuler Flughafen hatten. Pegida, AfD und die Berichterstattung über Geflüchtete haben maßgeblich dazu beigetragen, dass die Aufnahme der Schutzsuchenden seit 2015 als „Krise“ oder teilweise sogar als „Katastrophe“ wahrgenommen wurde. Das Stichwort „2015“ steht daher in enger Verbindung mit schrecklichen Bildern von Flüchtlingscamps, den europäischen Diskussionen über Aufnahmekontingente sowie Debatten über eine „Obergrenze“ in Deutschland.

Der nach rechts gerückte Diskurs über Flucht und Asyl blieb nicht ohne politische Konsequenzen. Er führte dazu, dass die EU seit 2016 etliche Grenz- und Rückführungsabkommen mit mehreren afrikanischen
Ländern und der Türkei abschloss, um zu verhindern, dass Geflüchtete EU-Boden betreten. Auch in Deutschland gab es seitdem weitreichende Beschlüsse: Asylverfahren und -gesetze wurden verschärft, die Zahl der Abschiebungen erhöht und legale Einreisebedingungen von Personen aus Nicht-EU-Mitgliedsstaaten deutlich erschwert. Zudem kam es in den letzten Jahren zu einem signifikanten Anstieg rassistischer
und antisemitischer Angriffe auf Geflüchtete, Migrant:innen und migrantisierte oder jüdische Deutsche sowie auf Personen und Institutionen, die sich für sie engagieren. Dies sind Folgen eines Diskurses, der Flucht und Migrationen lediglich als ein importiertes Problem darstellt und gleichzeitig Parteien und Personen, die diese Perspektive teilen, einen größeren Raum für demokratie- und menschrechtsfeindliche
Aussagen zugesteht als jenen, die die Komplexität von Fluchtursachen mitdenken. Das symbolträchtige Schlagwort bzw. Jahr „2015“ steht also für mehr als die „Flüchtlingsströme“ nach Europa. Es steht für Krieg und Flucht, für Menschen, die ihr Leben und das ihrer Familien retten wollten, sowie Menschen, die genauso das Bedürfnis nach Frieden und einem würdevollen Leben haben wie wir. Vor dem Hintergrund, dass sich 2015 gar nicht wiederholen kann, dient diese Aussage also lediglich dazu diesen Diskurs zu füttern, statt Solidarität zu zeigen. Solidarität, die noch deutlich spürbar war, bevor die sogenannte
„Flüchtlingskrise“ ausgerufen wurde. Solidarität mit Menschen, die sich dieses Schicksal genauso wenig ausgesucht haben wie wir.

Dyana Rezene
 

]]>
Aktuelles Neuerscheinungen
news-344 Tue, 26 Oct 2021 12:57:00 +0200 Projekt „DIMENSIONEN. Der NSU und seine Auswirkungen auf die Migrationsgesellschaft“ jetzt auf der IDA-Website https://www.idaev.de/aktuelles/detailansicht-aktuelles/projekt-dimensionen-der-nsu-und-seine-auswirkungen-auf-die-migrationsgesellschaft-jetzt-auf-der-ida-website Anlässlich des zehnten Jahrestags der Enttarnung des NSU hat IDA die Ergebnisse des 2015 abgeschlossenen Projekts auf seiner Webseite veröffentlicht.

Bei dem Projekt „DIMENSIONEN. Der NSU und seine Auswirkungen auf die Migrationsgesellschaft“, wurden unterschiedliche Materialien, wie eine IDA-Brochüre, vielseitige Methoden für Multiplikator:innen in der Jugendund Bildungsarbeit sowie zahlreiche weitere Texte und Interviews in deutscher und türkischer Sprache entwickelt. Das Projekt sollte dazu beitragen, dass (post-)migrantische Perspektiven
auf den NSU-Komplex gehört und sichtbar werden und die (Selbst-)Repräsentation dieser unterschiedlichen Stimmen Unterstützung findet. Eine stärkere gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund kann ein Weg sein, Diskriminierungen abzubauen und rassistischen Taten entgegenzuwirken. Ziel des IDA ist darüber hinaus durch Bildungsarbeit die gesamte Gesellschaft für (post-)migrantische Perspektiven auf den NSU sensibilisieren.

Die Broschüre enthält einen Theorieteil zur rassismuskritischen Bildungsarbeit, zur gesellschaftlichen und historischen Verortung des NSU-Komplexes und zur medialen Berichterstattung in deutsch- und türkischsprachigen Medien. Der Praxisteil enthält Methoden und Übungen zu (institutionellem) Rassismus, Positionen aus migrantischen Communities, Untersuchungen zur Berichterstattung in den Medien
sowie rechtliche Tipps und Hinweise zu migrantischer Selbstorganisation.

Die Ergebnisse der Projekts DIMENSIONEN sowie die daraus entstandenen Bildungsmaterialien und Texte sind nun auf der IDA-Website zu finden. Die Brochüre steht als PDF zum Download zur Verfügung unter.

]]>
Aktuelles Projekte
news-267 Thu, 02 Sep 2021 10:02:16 +0200 Informationen für Betroffene in Afghanistan und Deutschland sowie weitere Einschätzungen zur aktuellen Lage in Afghanistan https://www.idaev.de/aktuelles/detailansicht-aktuelles/informationen-fuer-betroffene-der-lage-in-afghanistan Nach dem Ende der militärischen Luftbrücke aus Kabul und dem Abzug der amerikanischen Streitkräfte aus Afghanistan haben sich die Unterstützungsmöglichkeiten aus Deutschland für Menschen in Afghanistan leider deutlich reduziert. Hier finden Betroffene der aktuellen Lage wichtige Informationen und weiterführende Links zu ihren Möglichkeiten.

Zu den Informationen für Betroffene in Afghanistan und Deutschland sowie weitere Einschätzungen zur aktuellen Lage in Afghanistan: https://www.idaev.de/aktuelles/informationen-zu-afghanistan 

]]>
Aktuelles Themen
news-268 Wed, 01 Sep 2021 18:17:00 +0200 Neuer Themenbereich auf der Website: Muslimische Jugendarbeit in Deutschland https://www.idaev.de/aktuelles/detailansicht-aktuelles/neuer-themenbereich-auf-der-website-muslimischen-jugendarbeit-in-deutschland In einem neuen Bereich auf unserer Seite möchten wir über den Stand und die wichtigsten Organisationen der Muslimischen Jugendarbeit in Deutschland informieren und aktuelle Entwicklungen und Kontroversen aufzeigen. Auf der Seite finden sich allgemeine Hinweise, Informationen zu Netzwerken, Unterstützungsmöglichkeiten und anderes Wissenswertes rund um den Themenkomplex.

Zur Informationssammlung geht es unter: https://www.idaev.de/themen/flucht-asyl/jugendverbaende/muslimische-jugendarbeit-in-deutschland-1-1    

]]>
Aktuelles Themen
news-266 Tue, 24 Aug 2021 11:46:12 +0200 Die neue Infomail ist da! https://www.idaev.de/aktuelles/detailansicht-aktuelles/die-neue-infomail-ist-da Die neue Ausgabe der Infomail findet sich auf der IDA-Website unter https://www.idaev.de/publikationen/infomail zum Download.

Editorial:

Ein Sommer der strahlenden Sportereignisse sollte es werden. Erst die Europameisterschaft und dann die Olympischen Sommerspiele in Tokio. Jedoch wurden beide Großereignisse auch zu einem Ort der Auseinandersetzung über Rassismus und Diskriminierung. Während in Tokio Patrick Moster, der Sportdirektor des Bundes Deutscher Radfahrer, nach seinen rassistischen Aussagen gegenüber zwei Radfahrern aus Algerien und Eritrea von der Union Cycliste Internationale suspendiert wurde, gab es bei der EM eine breite Debatte darüber, ob die Münchner Allianz Arena beim Spiel Deutschland gegen Un-garn in Regenbogenfarben erstrahlen darf. Das Stadion sollte mit diesem Zeichen der LSBTIAQ*- Community beleuchtet werden, um gegen das neue Gesetz in Ungarn zu protestieren, das unter 18-jährigen jungen Menschen den Zugang zu Informationen über sexuelle und geschlechtliche Vielfalt verbietet. Diese symbolträchtige Aktion wurde von der UEFA unterbunden ‒ unter Berufung auf die politische Neutralität des Fußballs. Das wurde als Einknicken des organisierten Fußballs, der sich Vielfalt auf die Fahnen schreibt, vor dem ungarischen Präsidenten kritisiert. Auch in Deutschland fiel immer wieder das Stichwort „Neutralität“. Schließlich gibt es in Deutschland im Bereich von Nichtregierungsorganisationen, die politische Bildungsarbeit anbieten oder sich politisch positionieren, eine Debatte über die Grenzen der politischen Betätigung im Rahmen der Gemeinnützigkeit. So hat der Bundesfinanzhof die Aberkennung der Gemeinnützigkeit des globalisierungskritischen Vereins „Attac“ damit begründet, dass der Verein in seiner Bildungsar-beit zu sehr „die politische Willensbildung und die öf­fentliche Meinung im Sinne eigener Auffassungen“ beeinflussen wolle. Auch andere Vereine mit kritischen politischen Positionen haben dieses Urteil als Einschränkung der politischen Bildungsarbeit empfunden. Wenn Vereine und Organisationen sich nicht mehr trauen, sich öffentlich politisch zu positionieren, weil sie befürchten müssen, dass ihnen dann die Gemeinnützigkeit aberkannt wird, leidet die politische Auseinandersetzung in der Zivilgesellschaft und die aktive Rolle von NGOs. Aus gemeinnützigkeitsrechtlicher Perspektive hätte die Allianz Arena in Deutschland in Regenbogenfarben erstrahlen können. Denn sexuelle und geschlechtliche Vielfalt sind Ausdruck der in Artikel 1 des Grundgesetzes garantierten Menschenwürde und Diskriminierungen verletzten zudem den Gleichheitsgrundsatz des Artikels 3. Die Haltung der UEFA, aber auch deutscher Kommentator:innen hat deutlich gemacht, dass die Rechte der LSBTIQ*-Community noch nicht ausreichend gesichert sind. Der neue IDA-Reader beschäftigt sich ‒ übrigens in Regenbogenfarben ‒ mit Sexualitäten und Geschlechtsidentitäten in der Migrationsgesellschaft und ermöglicht einen intersektionalen Blick auf dieses Thema auch aus der Perspektive der Jugend(verbands)arbeit. (Jana Baumeister)

]]>
Aktuelles Neuerscheinungen
news-263 Thu, 29 Jul 2021 10:23:15 +0200 Neuer IDA-Reader erschienen: Sexualitäten und Geschlechtsidentitäten in der Migrationsgesellschaft https://www.idaev.de/aktuelles/detailansicht-aktuelles/neuer-ida-reader-erschienen-sexualitaeten-und-geschlechtsidentitaeten-in-der-migrationsgesellschaft Die eigene Sexualität und die Geschlechtsidentität sind ein wichtiger Teil des eigenen Identitätsbildungsprozesses. Jedoch kann dieser Prozess gerade im jugendlichen Alter gestört werden. Jugendliche, die sich selbst nicht in die binären Geschlechtskategorien einordnen wollen, erleben häufig, dass ihre Sexualität und ihre Geschlechtsidentität in Frage gestellt werden und sie sich dafür rechtfertigen müssen. In diesem Reader liegt der Fokus besonders auf jungen LSBTIQ* of Color.

Was machen solche Erfahrungen mit LSBTIQ* Jugendlichen? Wie gehen sie damit um? Welche Möglichkeiten der Unterstützung und Beratung können sie wahrnehmen? Der Reader beleuchtet diese Fragestellungen aus verschieden Perspektiven und zeigt auf, wie die Jugend(verbands)arbeit jugendliche LSBTIQ* of Color dabei unterstützen kann, den Prozess der Entwicklung der eigenen Sexualität und Geschlechtsidentität zu begleiten.

Gleichzeitig zeigt der Reader auf, an welchen Stellen eine größere Sensibilisierung im Umgang mit Sexualitäten und Geschlechtsidentitäten im Kontext der Migrationsgesellschaft stattfinden muss. Denn junge LSBTIQ* of Color erleben oft eine Mehrfachdiskriminierung in unserer Gesellschaft. Nicht nur ihre Sexualität und Geschlechtsidentität wird hinterfragt, auch ihre vermeintliche Herkunft müssen sie ständig erklären. Deshalb ist eine intersektionale Sichtweise auf dieses Thema unumgänglich.

Umfassend kommen Praktiker:innen aus der Jugend(verbands)arbeit zu Wort, die Erfahrungsberichte im Umgang mit LSBTIQ* Jugendlichen in der Migrationsgesellschaft einfließen lassen. Ebenso sind Stimmen aus diversen Communitys im Reader vertreten.

Zentrale Begrifflichkeiten, wie LSBTIQ*, non-binary oder Cis-gender werden in einem Glossar erläutert.

Bis zu drei Exemplare des Readers können bei IDA gegen eine Versandpauschale von 3,00 Euro zuzüglich der gewichtsabhängigen Portokosten über die IDA-Webseite unter www.IDAev.de/publikationen/reader bestellt oder dort kostenlos als PDF heruntergeladen werden.

Nora Warrach (Hg.): Sexualitäten und Geschlechtsidentitäten in der Migrationsgesellschaft, Düsseldorf 2021: Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit e. V.

Die Pressemitteilung als PDF ist hier herunterzuladen.

]]>
Aktuelles Neuerscheinungen Pressemitteilungen
news-262 Thu, 24 Jun 2021 15:52:20 +0200 Die neue Infomail 03/2021 ist erschienen https://www.idaev.de/aktuelles/detailansicht-aktuelles/die-neue-infomail-03-2021-ist-erschienen Im Editorial beschäftigt uns im Festjahr zum jüdischen Leben in Deutschland der stetig wachsende Antisemitismus und der diesbezügliche Reflex Vieler, ihn als "importiertes" Problem nach außen zu verlagern. Außerdem unterstützt IDA aktuell die Kampagne #unverhandelbar, die sich gegen die weiterhin stattfindenden Menschenrechtsverletzungen an Europas Außengrenzen wendet.

Neben anderen Neuigkeiten von IDA, der Vielfalt-Mediathek, der Fachstelle IDA-NRW, der Opferberatung Rheinland (OBR) und den angegliederten Projekten finden Sie zudem Informationen aus unseren Mitgliedsverbänden und von anderen Initiativen und Organisationen, die sich mit den IDA-Kernthemen befassen. Außerdem erhalten Sie einen umfassenden Überblick über anstehende Termine und die Feier- und Gedenktage der nächsten zwei Monate.

Die Infomail ist hier herunterzuladen.

]]>
Aktuelles Infomail
news-258 Thu, 13 May 2021 15:40:14 +0200 IDA e.V. und die Vielfalt-Mediathek beim 17. Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag https://www.idaev.de/aktuelles/detailansicht-aktuelles/ida-ev-und-die-vielfalt-mediathek-beim-17-deutschen-kinder-und-jugendhilfetag IDA e.V. und die Vielfalt-Mediathek sind in diesem Jahr mit einem gemeinsamen, digitalen Messestand auf dem 17. Kinder- und Jugendhilfetag vertreten. 

Am Stand finden sich zentrale Angebote des IDA und der Vielfalt-Mediathek sowie z.B. die Möglichkeit, sich an einem Gewinnspiel zu beteiligen. Außerdem können die Besucher:innen direkt über eine Chatfunktion mit uns in Kontakt treten.

Insgesamt präsentieren bei der digitale Fachmesse rund 260 Aussteller:innen ihre Angebote rund um das Thema Kinder- und Jugendhilfe.

Zum Messestand geht es unter: https://messe.jugendhilfetag.de/s/idaev

]]>
Aktuelles
news-256 Mon, 26 Apr 2021 09:01:55 +0200 IDA ist jetzt auch bei Instagram https://www.idaev.de/aktuelles/detailansicht-aktuelles/ida-ist-jetzt-auch-bei-instagram Informationspakete für die ersten Abonnent:innen

Das Informations- und Dokumentationszentrums für Antirassismusarbeit e. V. (IDA) hat seinen Social-Media-Auftritt erweitert und bespielt nun auch einen eigenen Instagram-Kanal. Auf dem Account werden Neuigkeiten und Sharepics geteilt, Feier- und Gedenktage der Migrationsgesellschaft hervorgehoben sowie Trainer:innen oder Mitgliedsverbände des IDA vorgestellt. Auch die Projekte des IDA e. V. sowie aktuelle Bildungsangebote und Publikationen werden über den neuen Kanal beworben. Wer IDA folgen möchte, findet das Profil unter folgendem Link: www.instagram.com/ida_e.v

IDA möchte mit dem neuen Angebot seine Zielgruppen noch besser erreichen und vor allem jungen Multiplikator:innen Impulse für die rassismuskritische Bildungsarbeit und das Engagement für Demokratie und Vielfalt geben. Der Instagram-Auftritt ergänzt die Facebook-Seite des IDA unter www.facebook.com/idaev.de.

Zum Start des Instagram-Auftritts verteilt IDA Informationspakete mit hauseigenen Broschüren und weiteren Veröffentlichungen zu den IDA-Themenfeldern. Jede:r 31. Abonnent:in gewinnt und wird über Instagram benachrichtigt. Die Aktion geht bis zum 31.05.2021.

]]>
Aktuelles Pressemitteilungen
news-255 Tue, 20 Apr 2021 18:54:02 +0200 Pressemitteilung von OBR und BackUp: Rechte Gewalt in NRW bleibt trotz Pandemie auf hohem Niveau https://www.idaev.de/aktuelles/detailansicht-aktuelles/pressemitteilung-von-obr-und-backup-rechte-gewalt-in-nrw-bleibt-trotz-pandemie-auf-hohem-niveau Im vergangenen Jahr wurden in Nordrhein-Westfalen (NRW) 198 rechte Gewalttaten gegen mindestens 267 direkt betroffene Menschen verübt, darunter auch Kinder und Jugendliche. Dies ist das Ergebnis der Jahresstatistik 2020 von Opferberatung Rheinland (OBR) und BackUp, den beiden Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer, antisemitischer und anderer menschenfeindlich motivierter (kurz: rechter) Gewalt in NRW.

Die ganze Pressemitteilung findet sich unter https://www.opferberatung-rheinland.de/aktuelles/detail/pressemitteilung-von-obr-und-backup-rechte-gewalt-in-nrw-bleibt-trotz-pandemie-auf-hohem-niveau.

]]>
Aktuelles Pressemitteilungen
news-254 Thu, 25 Feb 2021 14:37:27 +0100 Die neue Infomail 01/2021 ist da https://www.idaev.de/aktuelles/detailansicht-aktuelles/die-neue-infomail-01-2021-ist-da Die erste Infomail thematisiert in vielen Beiträgen die rassistisch motivierten Morde von Hanau - was wir aus ihnen und ihren Folgeerscheinungen lernen können und müssen.
Aber es gibt darüber hinaus noch wie immer ein breites Spektrum an interessanten Informationen aus unseren Fachstellen, den Mitgliedsverbänden und unseren Themenbereichen.

Im hinteren Teil ist schließlich ein ausgiebiger Veranstaltungskalender zu finden und der Gedenkkalender für März und April.

Die Infomail ist hier herunterzuladen.

]]>
Aktuelles Infomail
news-252 Tue, 29 Dec 2020 10:52:59 +0100 Feier- und Gedenktage der Migrationsgesellschaft neu auf der IDA-Website https://www.idaev.de/aktuelles/detailansicht-aktuelles/feier-und-gedenktage-der-migrationsgesellschaft-neu-auf-der-ida-website Chanukkah, Weihnachten, Newroz; Welt-Aids-Tag, Welt-Autismus-Tag, Tag der Menschenrechte – auf der Website des IDA e. V. finden sich nun Feier- und Gedenktage der Migrationsgesellschaft bis zum Jahr 2024 einschließlich. Unter https://www.idaev.de/recherchetools/feier-und-gedenktage sind nun Informationen für alle Menschen abrufbar, die sich als Teil der diversen Gesellschaft Deutschlands verstehen: Für Schwarze Menschen und für Frauen, für jüdische Menschen und Êzîd:innen, für Menschen mit Behinderung und LSBT*IQ u.v.a.m. Damit bietet er eine Erweiterung bereits bestehender interreligiöser oder interkultureller Kalender.

Der Kalender ist zum einen als Überblick für die Jahres- und Veranstaltungsplanung nutzbar und enthält in dieser Ansicht wesentliche Feier- und Gedenktage der deutschen Migrationsgesellschaft, darunter auch die beweglichen Feiertage. Zum anderen lässt sich der eingebaute Filter nutzen, um nur eine oder mehrere Kategorien (z.B. jüdische und muslimische Feiertage) anzuzeigen.

Der Kalender unterstützt die offene, tolerante und aneinander interessierte Gesellschaft dabei, verschiedene Feier- und Gedenktage im Blick zu haben, die für die unterschiedlichen in Deutschland lebenden Menschen von Bedeutung sein können.

Dabei umfasst der Kalender muslimische, hinduistische, jüdische, christliche und buddhistische Feier- und Gedenktage sowie solche von Sinti:zze und Rom:nja, Kurd:innen, Alevit:innen, Bahai und Êzîd:innen. Weitere bedeutsame Feier- und Gedenktage enthält er für Schwarze Menschen, für LSBT*IQ, Frauen, Menschen mit Behinderung und bzgl. des Lebensalters. Eine weitere Kategorie führt Gedenktage bzgl. des Nationalsozialismus, gegen Rechtsextremismus, gegen Rassismus und für Menschenrechte/Demokratie auf. Somit wird in dem Kalender u.a. an den Sprengstoffanschlag in der Probsteigasse in Köln (19. Januar) oder an den Internationalen Tag zur Abschaffung der Sklaverei (2. Dezember) erinnert, er zeigt auf, dass der Februar von der Schwarzen Community als Black History Month gefeiert wird und informiert über zahlreiche weitere (inter-)national bedeutsame Tage.

Zusätzlich gibt es weiterhin den zeitlosen Wandkalender "Feier- und Gedenktage der Migrationsgesellschaft" im DIN A1-Format. Bis zu fünf Exemplare des Kalenders können bei IDA versand- und portokostenfrei bestellt werden. Ab sechs Stück werden gewichtsabhängige Portokosten zzgl. 3,00 Euro Versandkostenpauschale je Sendung berechnet. Der Kalender kann über die IDA-Webseite unter https://www.idaev.de/publikationen/flyer/ bestellt oder dort als PDF heruntergeladen werden.

]]>
Aktuelles Neuerscheinungen Pressemitteilungen Kalenderkategorien
news-250 Thu, 26 Nov 2020 16:52:44 +0100 Fach- und Jubiläumstagung sowie Festakt zu 30 Jahre IDA https://www.idaev.de/aktuelles/detailansicht-aktuelles/fach-und-jubilaeumstagung-sowie-festakt-zu-30-jahre-ida Das Informations- und Dokumentationszentrums für Antirassismusarbeit e.V. (IDA) hat am 13. und 14. November 2020 sein 30-jähriges Bestehen mit einer digital durchgeführten Fach- und Jubiläumstagung und einem Festakt begangen. Neuwahl des Vorstands auf der anschließenden Delegiertenversammlung

Das Informations- und Dokumentationszentrums für Antirassismusarbeit e.V. (IDA) hat am 13. und 14. November 2020 sein 30-jähriges Bestehen mit einer digital durchgeführten Fach- und Jubiläumstagung und einem Festakt begangen.

In einer Keynote-Speech zeigte Noa Ha vom Deutschen Institut für Migration und Integrationsforschung (DeZIM) Kontinuitäten und Wandel des Rassismus und Rechtsextremismus in Deutschland auf. Einblicke in die Arbeit des IDA ermöglichte ein Vortrag von Regina Gahbler und Birgül Demirtaş zu rechtem Terror in Deutschland und eine von Nora Warrach moderierte Gesprächsrunde mit drei Vertreter:innen von Migrant*innenjugendselbstorganisationen (BDAJ, MJW und Amaro Drom). Nach dem Blick auf Kontinuitäten und Entwicklungen während der letzten drei Jahrzehnte stand der Samstag im Zeichen der aktuellen Corona-Pandemie. Hier ging es um anti-asiatischen Rassismus, um Flucht und Asyl in Zeiten von Corona sowie um Verschwörungsmythen im Zusammenhang mit der Pandemie und ihre Wirkungen auf gesellschaftliche Diskussionen.

Zum Festakt am Freitagabend begrüßten die IDA-Vorsitzenden Stefan Brauneis und Janina Bauke Vertreter:innen von Mitgliedsverbänden und Kooperationspartnern sowie Ehemalige. Nach Grußworten des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der Deutschen Sportjugend und des Deutschen Bundesjugendrings sprach IDA-Geschäftsführer Ansgar Drücker mit der Journalistin Ferda Ataman von den Neuen deutschen Medienmacher:innen über rassismuskritischen Sprachgebrauch und seine Durchsetzung in den Medien sowie den Heimatbegriff in der Politik. Den Abschluss bildete ein interaktives Forumtheater-Stück des Berliner Ensembles des Kuringa e.V.

Bei der 31. Delegiertenversammlung des IDA e. V. am 14.11.2020 wurde die BUNDjugend als 32. Mitgliedsverband des IDA aufgenommen. Die Vorsitzenden Janina Bauke (Ring Deutscher Pfadfinderinnen) und Stefan Brauneis (Jusos) wurden ebenso wiedergewählt wie die stellvertretenden Vorsitzenden Lisa-Marie Davies (SJD – Die Falken), Yvonne Everhartz (BDKJ), Christin Siebel (DGB-Jugend) und Alexander Strohmayer (Deutsche Sportjugend). Als Beisitzer:innen wählten die Delegierten erneut Sarah Hanke (djo – Deutsche Jugend in Europa) sowie neu Özge Erdoğan (BDAJ), Simon Metzger (Grüne Jugend) und Roylan Tolay (DIDF-Jugend).

 

(Hinweis: Auf dem Bild des neuen Vorstands fehlt Yvonne Everhartz.) (2.401 Zeichen)

Düsseldorf, 18. November 2020

]]>
Aktuelles Pressemitteilungen
news-249 Tue, 24 Nov 2020 16:37:31 +0100 Offener Brief zur Verabschiedung eines Gesetzes zur Förderung demokratischer Kultur https://www.idaev.de/aktuelles/detailansicht-aktuelles/offener-brief-zur-verabschiedung-eines-gesetzes-zur-foerderung-demokratischer-kultur
Am 25.11. kommt der Kabinettsausschuss zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Rassismus zu seiner dritten und voraussichtlich letzten Sitzung zusammen. Eingerichtet nach dem rassistischen Anschlag in Hanau, hörte der Kabinettsausschuss unter dem Vorsitz der Bundeskanzlerin zuletzt im September Stellungnahmen von Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Zentrale Forderungen waren hier die strategische Einbettung aller Maßnahmen in eine Bundeskonzeption, die Streichung des Rassebegriffs aus dem Grundgesetz, ein garantierter Einbezug der Zivilgesellschaft über neue Gremien wie einen Partizipationsrat, Mittel für die Rassismus- und Rechtsextremismusforschung sowie eine nachhaltige Stärkung zivilgesellschaftlichen Engagements, gerade von Migrantenorganisationen.

In der abschließenden Sitzung des Kabinettsausschusses soll nun ein neues Maßnahmenpaket verabschiedet werden. Nach Medienberichten steht hier unter anderem die „bessere Finanzierung“ zivilgesellschaftlicher Initiativen im Bereich auf der Agenda. Das ist für sich zunächst leider noch kein Hinweis darauf, ob nun endlich das lange diskutierte „Demokratiefördergesetz“ (besser eigentlich: ein Gesetz zur Förderung demokratischer Kultur) kommt und die Projekte und Träger dauerhaft und auf Gesetzesgrundlage absichert – oder ob lediglich eine kurzfristige Mittelerhöhung angekündigt wird, die schon mit dem nächsten Haushalt wieder kassiert werden könnte.

Um vor der abschließenden Sitzung noch einmal deutlich für ein Demokratiefördergesetz zu werben, haben wir uns gemeinsam mit 60 Organisationen an die Bundeskanzlerin und die Mitglieder des Kabinettsausschusses, darunter Vizekanzler Scholz und Innenminister Seehofer, gewandt. Unseren Brief veröffentlichen wir an dieser Stelle in der Hoffnung, dass die Bundesregierung denjenigen Träger und Projekten die Existenzsorgen nimmt, die sich auch nach dem Ende des Kabinettsausschusses gegen Rechtsextremismus und Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und für eine demokratische, offene Gesellschaft einsetzen werden.


 

Bundeskanzleramt
Der Bundeskanzlerin
Dem Kabinettsausschuss zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Rassismus
Willy-Brandt-Straße 1
10557 Berlin
13.11.2020

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
sehr geehrte Mitglieder des Bundeskabinettsausschusses zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Rassismus,


die Ankündigung, dass Sie, Frau Bundeskanzlerin, sich in Gesprächen mit dem Vizekanzler und dem Bundesinnenminister unter anderem auf eine Verstetigung der Förderung der Extremismusprävention auf hohem Niveau geeinigt haben, wurde in der Zivilgesellschaft dankbar zur Kenntnis genommen.

Wiederholt haben Projektträger und Initiativen auf die Probleme und Ermüdungseffekte hingewiesen, die kurzfristige, projektbezogene und immer wieder unsichere Förderung aus Bundesmitteln hervorrufen. Wir freuen uns, dass Sie diese Sorgen ernstnehmen und nun angehen wollen.

Förderung und staatliches Handeln auf Gesetzesgrundlage stellen

Offen bleibt die Frage, wie dieses Vorhaben konkret ausgestaltet werden soll. Denn nicht zuletzt der Bundesrechnungshof hat in den vergangenen Jahren immer wieder angemahnt, dass eine verstetigte, also strukturelle und längerfristige Förderung auf der gegenwärtigen gesetzlichen Grundlage nicht möglich ist. Der Bund muss sich also zuallererst selbst ermöglichen, strategisch und nachhaltig Maßnahmen zur Extremismusprävention und Demokratieförderung, zur Prävention von Antisemitismus und Rassismus und zur Stärkung von Minderheiten und Betroffenen zu ergreifen. Eine langfristig strategisch ausgerichtete Förderung heißt gerade nicht, dass nicht auch explizit geeignete Maßnahmen zur Qualitätskontrolle der Projekte und die Möglichkeit, flexibel auf Bedarfe zu reagieren, gegeben sein müssen. Ein geeignetes Mittel hierzu ist ein Demokratiefördergesetz, das nun schon länger Gegenstand der Diskussion ist.

Das gilt nicht nur für die Förderung zivilgesellschaftlicher Projekte, sondern auch für die eigenen Maßnahmen des Staates. Ein Demokratiefördergesetz könnte beispielsweise auch die Ämter der Antisemitismus- und Rassismusbeauftragten gesetzlich festschreiben. Allgemein böte das Gesetz einen rechtlichen Rahmen für die im Rahmen des Kabinettsausschusses gegen Rechtsextremismus und Rassismus zu beschließenden Maßnahmen.

Zivilgesellschaft nachhaltig stärken

Ebenso wenig geht es nur um eine finanzielle Absicherung zivilgesellschaftlicher Träger und Initiativen. Engagement gegen Menschenfeindlichkeit und für demokratische Kultur wird seit Jahren angegriffen wie nie zuvor, nicht zuletzt auch durch rechtsradikale Fraktionen in den Parlamenten. Die Wächter- und Anwaltsfunktion einer kritischen Zivilgesellschaft gesetzlich zu schützen ist in dieser Situation wichtiger denn je für unsere liberale und offene, demokratische Gesellschaft. International ist es eben auch die mehr oder weniger abgesicherte Arbeit von NGOs, an der wir die demokratische Verfasstheit von Gesellschaften messen. Ein Demokratiefördergesetz folgt hier den Empfehlungen des Ministerkomitees des Europarats und hätte EU-weit Vorbildfunktion.

Bundeskompetenzen wahrnehmen

Extremismusprävention ist eine zentrale gesellschaftliche Herausforderung und der Staat reagiert auf eine konkrete – teils potenzielle, teils realisierte – soziale Gefahrenlage, die von verfassungsfeindlichen Bestrebungen ausgeht. Damit erfüllt das Aufgabenfeld zentrale Merkmale der öffentlichen Fürsorge, für die laut Art. 74 Abs. 1 Nr. 7 GG der Bund Gesetzgebungskompetenz hat. Abzugrenzen ist das Betätigungsfeld der Prävention von sowohl der Gefahrenabwehr als auch der Bildung, die den Ländern obliegen. Wie die Bund-Länder-Zusammenarbeit im Einzelnen aussehen kann, lässt sich etwa über einen engen Einbezug des Bundesrates klären.

 

Lassen Sie uns deutlich sagen: Die bisherige Form der Unterstützung von zivilgesellschaftlicher Demokratiearbeit ist demotivierend und ohne eine gesetzliche Grundlage bleibt der vereinbarte Regierungskompromiss ohne Substanz. Ohne Demokratiefördergesetz schwebt über unserer Arbeit die Sorge, dass im schlimmsten Fall bereits 2022 die Debatte wieder von vorn losgeht, die Mittel zusammengestrichen oder umverteilt werden und die so wichtige Arbeit vieler Projekte erneut in Frage gestellt wird. Auf Grundlage der Bundeshaushaltsordnung können aktuell auch gut evaluierte und erprobte Projekte nicht dauerhaft gefördert werden. Um diese Missstände zu beheben, bitten wir Sie: Verabschieden Sie im Rahmen des Kabinettsausschusses gegen Rechtsextremismus und Rassismus Eckpunkte für ein Demokratiefördergesetz, das bis zum Ende dieser Legislaturperiode umgesetzt wird.

Mit freundlichen Grüßen

  • adis e.V. – Antidiskriminierung · Empowerment · Praxisentwicklung
  • Aktion Courage e.V. / Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage
  • Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V.
  • aktuelles forum e. V.
  • Algorithm Watch
  • Amadeu Antonio Stiftung
  • Anne Frank Zentrum
  • Archiv der Jugendkulturen e. V.
  • BackUp-ComeBack – westfälischer Verein für die offensive Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus e.V.
  • betterplace lab gGmbH
  • BildungsBausteine e.V
  • Bildungsstätte Anne Frank
  • Bildungsteam Berlin-Brandenburg e.V.
  • Bildungswerk Stenden
  • B.U.D. - Beratung. Unterstützung. Dokumentation für Opfer rechtsextremer Gewalt e.V.
  • Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus
  • Bundesarbeitsgemeinschaft Demokratieentwicklung
  • Bundesverband Mobile Beratung e.V.
  • CLAIM – Allianz gegen Islam- und Muslimfeindlichkeit
  • colorido e. V.
  • cultures interactive e.V.
  • Das NETTZ - die Vernetzungsstelle gegen Hate Speech
  • DeutschPlus - Initiative für eine plurale Republik
  • Die Neue Gesellschaft e.V.
  • Distanz - Distanzierungsarbeit, jugendkulturelle Bildung und Beratung e.V.
  • Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma
  • Franken-Akademie Schloss Schney e.V.
  • Freiwilligen-Agentur Halle-Saalkreis e.V.
  • Gesicht Zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland e.V.
  • Gustav-Heinemann-Bildungsstätte
  • HateAid gGmbH
  • Haus Neuland e.V.
  • Hildegard Lagrenne Stiftung für Bildung, Teilhabe und Inklusion von Roma und Sinti in Deutschland
  • Ichbinkeinvirus
  • IFAK e.V.
  • Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit e. V. (IDA)
  • Initiative Offene Gesellschaft e.V.
  • Internationales Bildungs- und Begegnungswerk e.V. (IBB)
  • ista – Institut für den Situationsansatz
  • KoFaS gGmbH
  • Kolping-Bildungswerk Paderborn gGmbH/Gesellschaftspolitische Akademie
  • Kreisjugendring Dachau
  • Landesarbeitskreis Mobile Jugendarbeit Sachsen e. V.
  • Landesjugendring Thüringen e.V.
  • LidiceHaus gGmbH
  • Miteinander e.V.
  • mitMachen e.V.
  • NDK Wurzen e.V.
  • Netzwerk für Demokratie und Courage e.V.
  • Netzwerk Tolerantes Sachsen e.V.
  • Neue deutsche Medienmacher e.V.
  • No Hate Speech Movement Deutschland
  • Opferperspektive e.V.
  • Regionale Arbeitsstelle für Bildung, Integration und Demokratie e.V. (RAA Sachsen)
  • Türkische Gemeinde in Deutschland e.V.
  • Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt e.V. (VBRG)
  • Verein für demokratische Kultur in Berlin e.V. (VDK)
  • Violence Prevention Network gGmbH
  • Waldritter e.V.
  • Zentralrat Deutscher Sinti und Roma
]]>
Aktuelles Pressemitteilungen
news-248 Thu, 05 Nov 2020 08:40:51 +0100 Offener Brief an die Finanzministerien zur Sicherung der Gemeinnützigkeit https://www.idaev.de/aktuelles/detailansicht-aktuelles/offener-brief-an-die-finanzministerien-zur-sicherung-der-gemeinnuetzigkeit
Seit dem Urteil des Bundesfinanzhofes zur Aberkennungen der Gemeinnützigkeit von Attac aus dem Januar 2019 und den folgenden Aberkennungen des Jugendzentrums DemoZ in Ludwigsburg (Baden-Württemberg), Campact oder der VVN-BdA ist die Verunsicherung unter Vereinen und Initiativen, die sich gegen Rechtsextremismus und Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit engagieren, groß. Im Kern geht es um die Frage, wie sehr sich gemeinnützige Organisationen auch politisch engagieren dürfen, ohne den Verlust ihrer Gemeinnützigkeit zu riskieren. Seit langem nutzen auch rechtsradikale Akteure in und außerhalb der Parlamente das Thema Gemeinnützigkeit, um unliebsame Demokratieprojekte anzugreifen und zu delegitimieren. Umso wichtiger wäre es, von Gesetzgeberseite für Rechtssicherheit zu sorgen. Doch der für Ende 2019 angekündigte Entwurf einer Reform des Gemeinnützigkeitsrechts wurde zunächst zurückgezogen und lässt seitdem auf sich warten.

Wir dokumentieren hier einen Brief, mit dem sich bereits im Juni 2020 auf Initiative der Amadeu Antonio Stiftung, des Bundesverbands Mobile Beratung (BMB) und des Verbands der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt (VBRG) über 70 Organisationen, Initiativen und Einzelpersonen an die Finanzministerien von Bund und Ländern gewandt haben. Zusammen wollen wir deutlich machen, in welche existenziellen Sorgen uns und zahllose andere Organisationen die fehlende Rechtssicherheit für unsere Arbeit bringt. Antworten kamen nur aus vereinzelten Ministerien, und sie waren vor allem beschwichtigender Natur – teilweise wurde gar geleugnet, dass überhaupt ein Problem besteht.

Nun scheint die Diskussion um die Gemeinnützigkeit politisch aktiver Organisationen Eingang in das Jahressteuergesetz zu finden, das in der Sitzungswoche ab dem 16. November im Bundestag diskutiert und verabschiedet wird.

Die Fraktionen haben jetzt die Chance, zivilgesellschaftliche Arbeit gegen Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit nachhaltig zu stärken und abzusichern, indem sie die im Brief formulierten Forderungen ins Jahressteuergesetz aufnehmen. In der Hoffnung, dass unsere Sorgen doch noch ernstgenommen und gehört werden, veröffentlichen wir unseren Brief und bitten um Unterstützung und Verbreitung seiner Inhalte. Wenden Sie sich an Ihre Bundestagsabgeordneten; sollten Sie Kontakte in die Regierungsfraktionen, -parteien oder Ministerien haben, nutzen Sie diese und machen Sie deutlich, dass es jetzt höchste Zeit ist, dem demokratischen Engagement gegen Rechtsextremismus, Diskriminierung und für Demokratie endlich mit einer Reform des Gemeinnützigkeitsrechts Rechtssicherheit zu verschaffen!


 

Sehr geehrte Frau Finanzministerin,
sehr geehrter Herr Finanzminister,
sehr geehrter Herr Finanzsenator,


wir wenden uns an Sie, um der Besorgnis und Verunsicherung Ausdruck zu geben, die sich seit den Aberkennungen der Gemeinnützigkeit politisch aktiver Organisationen im Nachgang des Attac-Urteils in unseren Reihen breitmachen.

Wir, das sind über 70 Trägervereine, Initiativen und Organisationen, in denen sich Engagierte zusammenfinden, die für Demokratie, Grund- und Menschenrechte einstehen. Unser Einsatz gegen Hass und Menschenfeindlichkeit, gegen Rassismus, Antisemitismus und andere Formen von Diskriminierung ist leider zunehmend von Angriffen der extremen Rechten begleitet.

Das Ausbleiben weiterer Aberkennungen der Gemeinnützigkeit aufgrund kulanter Auslegungen der Abgabenordnung durch die Finanzbehörden nehmen wir dankbar zur Kenntnis. Wir befürchten aber, dass ohne eine starke und werteorientierte Gesetzesreform unser Problem nur aufgeschoben wird. In dieser Situation haben Sie es mit einer Reform des Gemeinnützigkeitsrechts in der Hand, wichtige Demokratiearbeit dort zu schützen und zu unterstützen, wo sie am nötigsten gebraucht wird, und den Aktiven vor Ort die Sorge vor der existenziellen Bedrohung zu nehmen, die für sie der Verlust der Gemeinnützigkeit darstellt.

Shrinking Spaces – Zivilgesellschaft in Bedrängnis

In unserer Arbeit verteidigen wir Demokratie und Grundgesetz dort, wo sie angegriffen werden. Wir setzen Anreize für demokratisches Engagement und geben ihm einen Rahmen. Wir leisten politische Bildungsarbeit, vermitteln demokratische Werte und Kultur und übernehmen so einen zentralen Beitrag zur Prävention von Menschen- und Demokratiefeindlichkeit. Dies alles tun wir selbstlos und mit Blick auf das Gemeinwohl.

Eine lebendige, vielfältige und eigenständige Zivilgesellschaft ist ein zentrales Merkmal unseres demokratischen Systems – wird ihre Rolle in Frage gestellt und werden ihre Akteure angegriffen, muss das allen Demokratinnen und Demokraten sehr zu denken geben. Zivilgesellschaftliche Organisationen werden von einer immer wirkmächtigeren rechtsalternativen und rechtsextremen Gegenöffentlichkeit im Internet diskreditiert, systematisch delegitimiert und kriminalisiert. Verleumdungen und Hetze werden umso problematischer, weil sie von Anfragen, Anträgen und Gesetzentwürfen begleitet werden, die immer stärkere Fraktionen der AfD in Kommunal- und Landesparlamente einbringen. In einem solchen gesellschaftlichen Klima sinken Hemmschwellen, Engagierte persönlich anzugreifen, etwa in konzertierten Shitstorms oder Drohmails. Rechtsextreme Gewalttäter fühlen sich ermutigt und greifen Projekte und Mitarbeitende mit Stein- und Farbbeutelwürfen an, zünden Autos an und schrecken auch vor Gewalt gegen Personen nicht zurück. Der Kreis der Betroffenen ist so vielfältig wie der dritte Sektor selbst und reicht von den großen Wohlfahrtsverbänden bis hin zu lokalen Initiativen gegen Rechtsextremismus. Klar ist allerdings auch, dass es gerade kleinere Akteure im ländlichen Raum sind, die besonders unter den Angriffen leiden: wo Ressourcen und Personal knapp sind, und wo Aktive sehr viel persönlicher für ihre Projekte einstehen müssen, kosten die Reaktion auf Anfeindungen und die Notwendigkeit, eigene Sicherheitskonzepte zu überdenken, Energie und Nerven und entmutigen.

Zivilgesellschaft ist gemeinnützig – und muss es bleiben

In dieser Situation stellt die Sorge um den Entzug der Gemeinnützigkeit einen Punkt unter vielen dar, der in einer angespannten Situation unsere Arbeit belastet – gleichzeitig bedroht uns eine Aberkennung des Status aber in unserer Existenz. Denn außer Steuervorteilen und Anreizen für Spenderinnen und Spender sind mit der Gemeinnützigkeit auch Zugänge zu öffentlichen und privaten Fördermitteln verknüpft. Fehlende Rechtssicherheit und bisher nicht gesetzlich verankerter Vertrauensschutz für die Weitergabe von Fördermitteln könnten in Zukunft unbequeme, sich politisch äußernde Träger in der Förderpraxis benachteiligen.
Staatliche Stellen, andere Organisationen, Öffentlichkeitsarbeit und Privatperson nehmen den Status über seine finanzrechtliche Bedeutung hinaus als Gütesiegel wahr. So ist auch der Zugang zu Räumen für Veranstaltungen und zu Genehmigungen für Infostände im öffentlichen Raum oft mit der Gemeinnützigkeit verknüpft.
Noch weit unter der Schwelle der Aberkennung der Gemeinnützigkeit und Auseinandersetzungen vor Gericht sorgt das Thema für weitere Verunsicherung und Vorsicht unter zivilgesellschaftlichen Organisationen und Initiativen, die ihre gemeinnützigen Zwecke auch mit politischen Mitteln verfolgen wollen. Träger politischer Bildung wünschen sich Sicherheit, dass ihre an demokratischen Werten, Grund- und Menschenrechten orientierte Arbeit den im Attac-Urteil geforderten, aber nicht definierten Grundsatz der „geistigen Offenheit“ nicht verletzt. In diesem Sinne ist es für unsere Arbeit weiterhin unerlässlich, Angehörige rechtsextremer Parteien oder Organisationen oder Menschen, die bereits in der Vergangenheit durch menschenfeindliche Äußerungen aufgefallen sind, von Veranstaltungen ausschließen zu können.

Vorschläge für ein Gemeinnützigkeitsrecht auf Höhe der Zeit

Das zentrale Recht der Zivilgesellschaft ist das Gemeinnützigkeitsrecht und fällt damit in Ihr Ressort. Es liegt deshalb also in Ihrer Hand, ein deutliches Signal für eine starke, diverse und selbstbestimmte Zivilgesellschaft zu setzen. Die angekündigte Reform des Gemeinnützigkeitsrechts muss das Problem fehlender Rechtssicherheit für zivilgesellschaftliche Organisationen dringend beheben. Dazu bedarf es…

… einer Ergänzung der Liste gemeinnütziger Zwecke in § 52 Absatz 2 der Abgabenordnung, um die Betätigungsfelder gemeinnütziger zivilgesellschaftlicher Organisationen zeitgemäß abzubilden. Beispiele wären etwa Demokratiearbeit; Einsatz gegen Rassismus, Antisemitismus und andere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit; Förderung der Menschenrechte und Grundrechte, des Friedens, des Klimaschutzes, der sozialen Gerechtigkeit, der informationellen Selbstbestimmung und der Förderung von geschlechtlicher und sexueller Vielfalt. Zusätzlich sollte in Absatz 1 aufgenommen werden, dass gemeinnützig auch ist, was die Allgemeinheit auf demokratischem Gebiet fördert (neben materiellem, geistigem oder sittlichem Gebiet).

… einer Ermöglichung demokratischen Engagements gemeinnütziger Organisationen über ihre eigenen Satzungszwecke hinaus. Organisationen müssen sich bei Gelegenheit auch für andere, nicht in ihrer Satzung festgeschriebenen gemeinnützige Zwecke engagieren können, ohne das Ausschließlichkeits-Prinzip zu verletzen. Dazu ist eine weitere Ausnahme in § 58 nötig.

… einer Klarstellung, dass gemeinnützige Zwecke auch mit politischen Mitteln verfolgt werden dürfen. Dies könnte durch einen neuen Absatz in § 51 oder 52 geschehen, der klarstellt, dass zu den Mitteln zur Verfolgung der Satzungszwecke im Rahmen allgemeiner Gesetze auch die Einwirkung auf die politische Willensbildung, auf die öffentliche Meinung, auf politische Parteien und staatliche Entscheidungen gehören.

… der Streichung der Verfahrensregel in § 51 Absatz 3 Satz 2, die bei der Erwähnung gemeinnütziger Organisationen in einem Verfassungsschutzbericht die Beweislast für einen Verstoß gegen Gemeinnützigkeits-Regeln umkehrt. Der Beweis, nicht verfassungsfeindlich zu sein, ist gerade für kleinere Organisationen kaum oder nur unter enormem Ressourcenaufwand zu erbringen. Der Verfassungsschutz hingegen muss die Behauptungen und Folgerungen in seinen Berichten nicht belegen. Beibehalten möchten wir die Anforderung an Gemeinnützige, sich an die Verfassung zu halten. Damit können Rechtsextreme aus der Gemeinnützigkeit ausgeschlossen werden – wenn die Verfassungsfeindlichkeit bewiesen wird.

… einer Präzisierung des Grundsatzes der „geistigen Offenheit“, in der sich politische Bildung zu vollziehen habe. Politische Bildung ist nicht wertneutral, sondern soll sich im Sinne einer streitbaren Demokratie an demokratischen Werten und Grundrechten orientieren. Die Möglichkeit, Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, von Veranstaltungen auszuschließen, muss gewährt werden.

Für die laufenden Bemühungen, diese und weitere Probleme im Gemeinnützigkeitsrecht anzugehen, sind wir Ihnen dankbar und möchten Sie und Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter darin bestärken, dem Prozess zu einem erfolgreichen Abschluss zu verhelfen und mit einer umfassenden Reform Rechtssicherheit für eine politisch aktive Zivilgesellschaft zu schaffen.

Wir bedanken uns herzlich für Ihre Hilfe und erwarten Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen im Namen der unterzeichnenden Organisationen und Initiativen

Grit Hanneforth Geschäftsführerin und Sprecherin Bundesverband Mobile Beratung e. V.
Timo Reinfrank Geschäftsführer Amadeu Antonio Stiftung
Robert Kusche Vorstand Verband der Beratungsstellen für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt (VBRG) e. V.

Unterzeichnende

  • AJZ e. V. Dessau
  • Aktionsbündnis 8. Mai Demmin
  • AKuBiZ e. V. Pirna
  • Anderer Kunstverein e. V.
  • Antidiskriminierungsbüro Sachsen e. V.
  • Antifaschistische Initiave Eberswalde (afie)
  • Arbeit und Leben Sachsen e. V.
  • Arbeitsgemeinschaft Jugendfreizeitstätten (AGJF) Sachsen e. V
  • ASA-FF e. V.
  • Augen auf e. V. Oberlausitz
  • BEFORE München
  • BildungsBausteine e. V.
  • Bon Courage e. V.
  • Bund Deutscher Pfadfinder:innen – Landesverband Thüringen
  • Bund Deutscher PfadfinderInnen Landesverband MV e. V.
  • Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus Weimar
  • colorido e. V. Plauen
  • Conne Island Leipzig
  • Courage - Werkstatt für demokratische Bildungsarbeit e.V. (NDC Sachsen)
  • Cultures Interactive e. V.
  • Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen e. V.
  • Deutsche Gesellschaft für Demokratiepädagogik e. V
  • Dissens - Institut für Bildung und Forschung e. V., Berlin
  • djo - Deutsche Jugend in Europa, Landesverband Sachsen-Anhalt e. V.
  • Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma
  • Each One Teach One (EOTO) e. V.
  • ezra - Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Thüringen
  • Förderverein der sächsischen Landesarbeitsgemeinschaft Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus
  • Freie Bühne Jena e. V.
  • Gerede e. V. - Verein für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt
  • Geschäftsstelle Kinder- und Jugendring Landkreis Leipzig e. V.
  • Gesicht Zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland e. V.
  • Gruppe gegen Antiromaismus Dresden
  • ISTA / Institut für den Situationsansatz
  • Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit e. V. (IDA)
  • Jugendbegegnung in Theresienstadt / Terezín e. V.
  • KLinke e.V. Merseburg
  • Kulturbüro Sachsen e. V.
  • LAG Jungen- und Männerarbeit Sachsen
  • Landesarbeitsgemeinschaft Jungenarbeit Baden-Württemberg e. V.
  • Landesfrauenrat Thüringen e. V.
  • leben.lernen.leipzig e. V.
  • LidiceHaus, Jugendbildungsstätte Bremen
  • LOBBI e. V.
  • LSVD Bundesverband
  • Michael Zimmermann, Beauftragter für Friedens- und Versöhnungsarbeit der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens
  • Mideast Freedom Forum Berlin
  • Miteinander - Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt e. V.
  • Mobit e. V.
  • Netzwerk AsylMigrationFlucht Dresden
  • Netzwerk für Demokratie und Courage e. V.
  • Netzwerk für Demokratische Kultur e. V. Wurzen
  • Netzwerk Tolerantes Sachsen
  • Ökumenische Arbeitsgemeinschaft Kirche für Demokratie und Menschenrechte
  • Opferperspektive - Solidarisch gegen Rassismus, Diskriminierung und rechter Gewalt e. V.
  • plus humanité e. V.
  • Projekt GegenPart - Mobiles Beratungsteam gegen Rechtsextremismus in Anhalt
  • Qube - Queere Bildungs- und Antidiskriminierungsarbeit in M-V
  • RAA Hoyerswerda
  • RAA Mecklenburg-Vorpommern e. V.
  • RAA Sachsen e. V.
  • Republikanische Anwältinnen- und Anwälteverein (RAV e. V.)
  • riesa.efau - Kulturforum Dresden
  • Rock gegen Rechts Stralsund e. V.
  • Sächsischer Flüchtlingsrat e. V.
  • SJ - Die Falken, Landesverband Sachsen
  • Treibhaus e. V. Döbeln
  • Verband binationaler Familien und Partnerschaften, iaf e. V. - Geschäfts- und Beratungsstelle Leipzig
  • VVN-BdA Vogtland
  • WARRIORS e. V. mit Kultur für Demokratie und Menschenrechte
  • Zentralrat Deutscher Sinti und Roma
]]>
Aktuelles Pressemitteilungen
news-247 Mon, 02 Nov 2020 17:19:57 +0100 Beitragsvorschläge für den neuen IDA-Reader 2021 gesucht - Arbeitstitel: „Sexualitäten und Geschlechtsidentitäten in der Migrationsgesellschaft“ https://www.idaev.de/aktuelles/detailansicht-aktuelles/beitragsvorschlaege-fuer-den-neuen-ida-reader-2021-gesucht Wo kommst du eigentlich her? Bist du ein Mädchen oder ein Junge? Ist das in deiner Religion nicht verboten? Identitätsfindungsprozesse von Jugendlichen of Color können schon durch die Frage nach der „eigentlichen Herkunft“ kriseln ‒ wie geht es Jugendlichen, die zusätzlich aufgefordert werden, sich in eine der binären Geschlechterkategorien zu verorten oder die ihre Sexualität rechtfertigen müssen; Jugendlichen also, die nicht eindeutig gelesen werden und daher in der Migrationsgesellschaft sowohl aufgrund ihrer Herkunft als auch ihrer Sexualität oder Geschlechtsidentität in Frage gestellt werden?

Gleichzeitig kann es für Jugendliche eine mehrfache Belastung sein, wenn ihre sexuelle Vielfalt und Geschlechtsidentität in der migrantischen Community oder Familie auf Ablehnung stößt, da bspw. in einigen Herkunftsländern Homosexualität unter Strafe steht oder ein Erwartungsdruck zum Erhalt einer ethnischen Gruppe in der Diaspora besteht.

  • Wie geht es LSBTIAQ* of Color in der Migrationsgesellschaft?
  • Welche Beratungsangebote gibt es speziell für Jugendliche, die sich als BIPOC* positionieren und mit LSBTIAQ* identifizieren?
  • Wie wird sexuelle Aufklärung in der Jugend(verbands)arbeit und in der queeren Jugendarbeit thematisiert?
  • Welchen Herausforderungen sehen sich Jugendliche in der Migrationsgesellschaft gegenüber, wenn es um Themen wie Liebesbeziehung (bspw. Endogamiegebot), Sexualitäten (bspw. Zugeschriebene Homophobie) und Geschlechtsidentitäten (bspw. queer) geht?
  • Was braucht es, um Jugend(verbands)arbeit offen für sexuelle Vielfalt in Verbindung mit Migrationsbiographien zu gestalten?
  • Wie kann die Jugend(verbands)arbeit Jugendliche im Prozess der sexuellen Identitätsfindung unterstützen, beraten und begleiten, auch gegenüber der migrantischen Community und Familie?
  • Wie findet das Thema Intersektionalität in Bezug auf Lebensrealitäten von jugendlichen LSBTIAQ* und BIPOC* in der Jugend(verbands)arbeit Anwendung?

Weiterhin möchten wir uns mit den speziellen Heraus- und Anforderungen für Weiblichkeit* und Männlichkeit* in der Migrationsgesellschaft befassen, die nicht selten im Rahmen gesellschaftlicher Erwartungen instrumentalisiert werden (bspw. Kölner Silvesternacht).

  • Welche Rollen werden von bestimmten migrantischen Jungen* und Mädchen* erwartet?
  • Wie können die Jugendlichen lernen, mit Rollenzuschreibungen umzugehen, sich abzugrenzen und sich selbst zu finden?

Diesen und weiteren Fragen möchten wir uns im neuen IDA-Reader widmen, der 2021 erscheinen soll und verschiedene Fachbeiträge sowie Interviews zum Themenkomplex vereinen wird. Form der Einreichungen Wir freuen uns über Vorschläge für Beiträge aus der Praxis im Umfang von max. 3.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen), die sich den o. g. oder weiteren Fragen widmen. Bitte reicht den Vorschlag und eine kurze Autor:innen-Beschreibung bis zum 15. Dezember 2020 unter info@IDAev.de ein. Eine Zusage geben wir bis zum 15. Januar 2021. Den fertigen Beitrag erwarten wir nach Zusage bis zum 15. April mit einem Umfang von 17.500 Zeichen (inkl. Leerzeichen und Literatur).

Rückfragen beantworten wir gern unter info(at)IDAev.de.

Einen Einblick in die bereits publizierten Reader gibt es unter https://www.idaev.de/publikationen/reader.

]]>
Aktuelles
news-246 Mon, 26 Oct 2020 07:49:18 +0100 Reader „Kontinuitäten und neue Perspektiven“ – 30 Jahre IDA https://www.idaev.de/aktuelles/detailansicht-aktuelles/reader-kontinuitaeten-und-neue-perspektiven-30-jahre-ida Das Informations- und Dokumentationszentrums für Antirassismusarbeit e.V. (IDA) nutzt sein 30-jähriges Jubiläum für einen Rückblick nach vorne. In einem Reader werden Kontinuitäten und neue Perspektiven der letzten 30 Jahre präsentiert, die sich sowohl sprachlich als auch konzeptionell niederschlagen. So wurde IDA 1990 als Informations-, Dokumentations- und Aktionszentrum gegen Ausländerfeindlichkeit für eine multikulturelle Gesellschaft gegründet. Aus den „AusländerInnen“ wurden danach ausländische Mitbürger:innen, Menschen mit Migrationshintergrund und -geschichte sowie schließlich Menschen mit Rassismuserfahrungen und BIPOC*. Aus der Antirassismusarbeit wurde die Rassismuskritische Bildungsarbeit, die auch eigene rassistische Prägungen in den Blick nimmt und die Bekämpfung des Rassismus nicht von der Selbstreflexion und eigenen Verwicklung entlastet.

Im ersten Kapitel werden gesellschaftliche Entwicklungen wie völkischer Nationalismus im rechtspopulistischen Gewand, die Frage der Neutralität in der politischen Bildung, die Auswirkungen des Anschlags von Hanau auf rassistisch diskreditierbare Menschen, anti-asiatischer Rassismus in Zeiten von Corona, die Identitäre Bewegung in Deutschland und die Erinnerungsarbeit nach rassistischen Anschlägen diskutiert.

Das zweite Kapitel stellt wichtige Arbeitsfelder, wie die Rassismuskritische Öffnung von Jugendverbänden oder einen rassismuskritischen Sprachgebrauch, sowie die Vielfalt-Mediathek, das IDA-NRW und die Opferberatung Rheinland vor.

Für das dritte Kapitel hat IDA-Geschäftsführer Ansgar Drücker Kooperationspartner:innen des IDA interviewt: Ali Can, Initiator des Hashtags #metwo, Lydia Nofal, RAA Berlin, Akin Şimşek, Bund der Muslimischen Jugend, Gian Aldonani, Êzîdische Jugend, und Alexandra Dornhof, Deutsche Jugend aus Russland.

Das vierte Kapitel entführt die Lesenden optisch auf eine Reise durch 30 Jahre Cover der IDA-Reader, durch Flyer und weitere Veröffentlichungen.

 

Bis zu drei Exemplare des Readers können bei IDA gegen eine Versandpauschale von 3,00 Euro zuzüglich der gewichtsabhängigen Portokosten über die IDA-Webseite unter www.idaev.de/publikationen/reader bestellt oder dort als PDF heruntergeladen werden.

Ansgar Drücker (Hg.): Kontinuitäten und neue Perspektiven. – 30 Jahre IDA: Von der Antirassismusarbeit zur Rassismuskritischen Bildungsarbeit, Düsseldorf 2020: Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit e. V.

]]>
Aktuelles Pressemitteilungen
news-245 Thu, 15 Oct 2020 12:13:21 +0200 Fach- und Jubiläumstagung anlässlich 30 Jahre IDA e. V. - Umstellung auf eine Online-Veranstaltung https://www.idaev.de/aktuelles/detailansicht-aktuelles/fach-und-jubilaeumstagung-anlaesslich-30-jahre-ida-e-v „Kontinuitäten und neue Perspektiven – 30 Jahre IDA: Von der Antirassismusarbeit zur Rassismuskritik" lautet der Titel der Fach- und Jubiläumstagung anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Informations- und Dokumentationszentrums für Antirassismusarbeit e. V. (IDA). Eine Teilnahme ist nach Anmeldung kostenlos möglich. Die Veranstaltung findet von Freitag, 13. November, 14 Uhr, bis Samstag, 14. November, 13 Uhr, online statt.

Jubiläen sind nicht nur ein Anlass zurückzublicken, sondern bieten auch eine Chance zum Innehalten und zur Reflexion. Auf Initiative von Jugendverbänden wird 1990 das IDA mit dem Ziel gegründet, mit Bildungsarbeit gegen Rassismus und Rechtsextremismus vorzugehen. Die Gründung steht in direktem Zusammenhang mit den rassistischen Pogromen der 1990er Jahre. Dadurch entwickeln sich die Kernthemen des IDA: Rassismus(kritik), Rechtsextremismus, Antisemitismus und weitere, sich im Laufe der Zeit manifestierende migrationsgesellschaftliche und demokratiepädagogische Themenkomplexe wie bspw. Flucht und Asyl. Die Begriffe und auch die Vorstellungen dazu sind noch andere – die Abkürzung IDA steht anfangs für Informations-, Dokumentations- und Aktionszentrum gegen Ausländerfeindlichkeit für eine multikulturelle Gesellschaft. Rassismus wird heute häufiger thematisiert und als solcher benannt als vor 30 Jahren und der Begriff hat sich bis hinein in staatliche Stellen punktuell etabliert. Die rassismuskritische Analyse ist zunehmend differenzierter geworden. Viele Institutionen und Organisationen arbeiten an ihrer interkulturellen oder rassismuskritischen Öffnung. Selbstorganisationen haben dazu beigetragen, dass Minderheiten und Communitys sichtbarer und hörbarer geworden sind.

Diese positiven Entwicklungen können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es weiterhin (lebens-)gefährlich ist, als Schwarze:r, Person of Color, migrantisierte Person, Jüdin:Jude, Muslim:in, Rom:ni oder Sinto:izza in Deutschland zu leben. Sie haben nicht verhindern können, dass sich rechtsextreme Übergriffe bis hin zu Rechtsterrorismus regelmäßig wiederholen und dass vor allem rassistisch oder antisemitisch diskreditierbare Menschen die Angegriffenen sind. Dass Rassismus also auch auf der einen oder anderen institutionellen Ebene nicht mehr als Tabuwort gilt, heißt noch nicht, dass aktiv gegen Rassismus vorgegangen wird, dass Mitarbeitende vor Rassismus geschützt werden und dass eigene Rassismen eingestanden und reflektiert werden.

IDA möchte die Tagung nutzen, neue Anregungen und Ideen zur zukünftigen Gestaltung rassismuskritischer Bildungsarbeit und des andauernden Engagements gegen Rechtsextremismus zu gewinnen.

Das Programm der Veranstaltung, weitere Informationen und der Link zur Anmeldung finden sich unter https://www.idaev.de/aktuelles/veranstaltungen/anmeldung/kontinuitaeten-und-umbrueche-30-jahre-rassismuskritik-bei-ida-e-v. Eine Anmeldung für die Online-Teilnahme ist erforderlich. Der Link zur Teilnahme an der Fachtagung und am Festakt am Freitagabend wird dann rechtzeitig übermittelt.

 

]]>
Aktuelles Pressemitteilungen
news-244 Fri, 09 Oct 2020 16:02:52 +0200 Neuer IDA-Reader erschienen: Rassismuskritische Öffnung II https://www.idaev.de/aktuelles/detailansicht-aktuelles/neuer-ida-reader-erschienen-rassismuskritische-oeffnung-ii Impulse zur rassismuskritischen Entwicklung der Jugend(verbands)arbeit

Die britisch-australische Wissenschaftlerin Sara Ahmed hat die rassismuskritische Veränderung von Organisationen einmal mit dem Gefühl verglichen, den Kopf immer wieder gegen eine Backsteinmauer zu schlagen. „Das haben wir schon immer so gemacht.“ Wer kennt diesen Satz nicht oder hat sich nicht selbst schon dabei ertappt, ihn zu sagen. Mit ihrem Sinnbild beschrieb Ahmed die Erfahrung, wie träge Institutionen auf Versuche reagieren können, ihre Routinen und Organisationskultur so zu verändern, dass sie für alle Menschen gleichermaßen zugänglich sind.

Wie viele andere Organisationen ist auch die Jugend(verbands)arbeit in rassifizierte Strukturen verstrickt und steht daher vor der Aufgabe, ihre Gewohnheiten daraufhin zu befragen, inwiefern sie Ausschlüsse schaffen und wie sie verändert werden können.

Der zweite Reader zur Rassismuskritischen Öffnung will Anregungen für diese Prozesse geben. Er ergänzt den ersten Reader aus dem Jahr 2019 mit Beiträgen zu Möglichkeiten, Organisationsbereiche rassismuskritisch zu gestalten und um Erfahrungen aus der rassismuskritischen Prozessbegleitung. Umfassend kommen Stimmen aus der Jugend(verbands)arbeit zu Wort, die ihre Perspektiven und Erfahrungen zu Rassismuskritik und RKÖ aus ihren Verbänden heraus präsentieren und diskutieren.

Darüber hinaus enthält der neue Reader einen umfassenden Fragenkatalog, der als Hilfestellung dienen soll, die eigene(n) Organisation(en) und Entwicklungsprozesse reflexiv zu überprüfen. Zentrale Begrifflichkeiten, wie BIPoC*, Weiße Zerbrechlichkeit oder Gadjé-Rassismus werden in einem Glossar erläutert. Somit liefert der neue Reader weitere Impulse zur rassismuskritischen Entwicklung der Jugend(verbands)arbeit.

Bis zu drei Exemplare des Readers können bei IDA gegen eine Versandpauschale von 3,00 Euro zuzüglich der gewichtsabhängigen Portokosten über die IDA-Webseite unter www.IDAev.de/publikationen/reader bestellt oder dort als PDF heruntergeladen werden.

Sebastian Seng, Nora Warrach (Hg.), Rassismuskritische Öffnung II. Impulse zur rassismuskritischen Entwicklung der Jugend(verbands)arbeit, Düsseldorf 2020: Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit e. V.

]]>
Aktuelles Neuerscheinungen Pressemitteilungen Reader
news-242 Mon, 31 Aug 2020 13:52:29 +0200 IDA macht keinen Vorschlag für den Nationalen Integrationspreis der Bundeskanzlerin https://www.idaev.de/aktuelles/detailansicht-aktuelles/ida-macht-keinen-vorschlag-fuer-den-nationalen-integrationspreis-der-bundeskanzlerin Im Juni erhielt IDA e. V. vom Chef des Bundeskanzleramts Prof. Dr. Helge Braun die Einladung, eine Person, Gruppe, Organisation oder Kommune für den Nationalen Integrationspreis der Bundeskanzlerin vorzuschlagen. Warum sich IDA, IDA-NRW und die Opferberatung Rheinland gemeinsam entschieden haben, diese Einladung nicht anzunehmen, ist hier nachzulesen... Im Juni erhielt IDA e. V. vom Chef des Bundeskanzleramts Prof. Dr. Helge Braun die Einladung, eine Person, Gruppe, Organisation oder Kommune für den Nationalen Integrationspreis der Bundeskanzlerin vorzuschlagen. Den Preis hat die Bundesregierung 2016 mit der „Meseberger Erklärung zur Integration“ geschaffen. In diesem Jahr liegt der Fokus auf Projekten, die erfolgreich zur Integration von Frauen mit Einwanderungsgeschichte beigetragen haben.

Auf Basis folgender Argumente entschieden sich IDA, IDA-NRW und die Opferberatung Rheinland, keine Benennung vorzunehmen:

 

  1. Der Begriff „Integration“ hat inzwischen durch autoritär vorgetragene Erwartungen auch seitens der Politik häufig einen negativen Klang und wird oft eher als auf Assimilation statt auf Inklusion ausgerichtet wahrgenommen. Dies spiegelt sich häufig in einem Defizitdiskurs über Zugewanderte wider und ist nach unserer Wahrnehmung auch der Geist der Meseberger Erkärung und dem dort formulierten Prinzip des Forderns und Förderns, die Grundlage der Auslobung des Preises ist. Dabei werden sowohl die mangelnden Zugänge für Migrierte aufgrund der ausländer- und asylrechtlichen Zugangsbarrieren als auch die sie einschränkenden Rassismuserfahrungen ausgeblendet. Migrierte Menschen stoßen etwa bei der Arbeitssuche auf institutionellen Rassismus, der ihre „Integration“ verhindert.

    Die Mehrheitsgesellschaft und die Politik sind daher gefordert, diese Hürden abzubauen, um gleiche Zugangschancen für alle zu gewährleisten. Zudem ist es problematisch, wenn Forderungen, „sich zu integrieren“ nur auf Menschen bezogen werden, die nicht als „deutsch“ wahrgenommen werden. Beispielsweise werden Forderungen, sich an geltendes Recht zu halten oder sich zum Grundgesetz zu bekennen, nicht an alle Menschen in Deutschland gerichtet, sondern eben nur an „die Anderen“.
     
  2. Die Zuschreibung eines Integrationsauftrags an migrierte Menschen schreibt diese als Andere fest: Im Integrationsparadigma, das dem Integrationspreis zugrunde liegt, wird ein homogenes Zentrum – ein „Wir“ – konstituiert und migrierten Menschen als homogene Gruppe gegenübergestellt sowie implizit angenommen, dass sie nicht zur Gesellschaft gehören. Auf dieser Basis wird ihnen – also nur den migrierten Menschen – ein Integrationsdefizit unterstellt und ein Auftrag dazu mitgegeben. Dieser Mechanismus wird in der Rassismuskritik als Othering beschrieben und grenzt Menschen aus.

    Diese Erfahrung haben migrierte Menschen mit BIPoC* gemeinsam, denen trotz ihres Aufwachsens in Deutschland eine Anpassungspflicht zugeschrieben wird, häufig auch verdeckt in scheinbar positiven Aussagen wie „Sie sind aber gut integriert.“ Die Gesellschaft muss sich also vermeintlich insgesamt nicht verändern und nur Migrierte müssen sich anpassen.
     
  3. Die Ausschreibung blendet die oft gegen die geforderte Integration gerichteten Rassismuserfahrungen aus. Hinzu kommen derzeit intensiver diskutierte Ausprägungen eines institutionellen Rassismus. Durch verschiedene Untersuchungen ist inzwischen nachgewiesen, dass es einen institutionellen Rassismus auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt sowie im Bildungsbereich gibt. Aus unserer Sicht erscheint deshalb der Aspekt des Engagements gegen Rassismus in der Ausschreibung nicht ausreichend mitgedacht. Die Aussage des Bundespräsidenten „Es reicht nicht aus, 'kein Rassist' zu sein. Wir müssen Antirassisten sein“ (auf Basis eines Zitats von Angela Davis) macht diese Notwendigkeit eindrucksvoll deutlich.
     
  4. Wir würden uns wünschen, dass die Ausschreibung nicht nur an Frauen gerichtet ist, da so aus unserer Sicht die geschlechtliche Vielfalt nicht ausreichend berücksichtigt wird. Dabei ist gerade in diesem Themenfeld ein intersektionaler Ansatz besonders wichtig. Mehrere Schwarze Trans*personen spielen und spielten bspw. eine wichtige Rolle im Kampf gegen Rassismus, die möglicherweise durch die gewählte Formulierung ausgeblendet wird. Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass sich Menschen, die sich nicht im binären (männlich-weiblichen) Geschlechterbild verorten, weniger durch eine derartige Formulierung mitgemeint fühlen. Eine Formulierung wie „Frauen*“ oder „alle Personen, die sich als Frauen identifizieren“, könnte hier Abhilfe schaffen.
]]>
Aktuelles
news-241 Mon, 31 Aug 2020 13:16:50 +0200 Der Begriff „Rasse" im Grundgesetz? https://www.idaev.de/aktuelles/detailansicht-aktuelles/der-begriff-rasse-im-grundgesetz Links und Hintergründe zur aktuellen Diskussion über die Streichung des Begriffs „Rasse" in Artikel 3 des Grundgesetzes Im Zuge der Black-Lives-Matter-Bewegung in Deutschland und einer verstärkten Thematisierung von institutionellem Rassismus hat auch die Diskussion über den Begriff „Rasse" in Artikel 3 des Grundgesetzes eine neue Aktualität bekommen.

Im Juni 2020 hat sich Bundesjustizministerin Christine Lambrecht der Forderung der Grünen angeschlossen den Begriff aus Artikel 3 Absatz 3 Grundgesetz zu streichen und durch eine alternative Formulierung zu ersetzen: Mit der Streichung des Begriffs ,Rasse' aus dem Grundgesetz könnten wir ein weiteres wichtiges Signal gegen Rassismus setzen", so die Bundesjustiziministerin in einem Interview (Quelle: https://www.bmjv.de/SharedDocs/Interviews/DE/2020/Print/061820_RND.html, vgl. zur Offenheit der Bundeskanzlerin für diese Überlegungen https://www.spiegel.de/politik/deutschland/grundgesetz-christine-lambrecht-spd-will-begriff-rasse-streichen-a-3aee6262-2149-470a-9057-1573c612ba96 sowie zur Unterstützung durch die Integrationsbeauftragte des Bundes https://www.tagesspiegel.de/politik/diskussion-um-aenderungen-am-grundgesetz-integrationsbeauftragte-will-begriff-rasse-streichen/25919514.html).

Die jetzige Formulierung in Artikel 3 Absatz 3 Grundgesetz lautet: Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden." Die Bundesjustizministerin schlug vor den Passus seiner Rasse" durch rassistisch" zu ersetzen.

Positionierungen für eine Streichung des Begriffs Rasse aus dem Grundgesetz

Bereits 2010 hatte sich das Deutsche Institut für Menschenrechte in einem Policy Paper (vgl. https://www.institut-fuer-menschenrechte.de/fileadmin/_migrated/tx_commerce/policy_paper_16_ein_grundgesetz_ohne_rasse_01.pdf) für die Streichung des Begriffs ausgesprochen und eine alternative Formulierung vorgeschlagen. Dem haben sich in den letzten Jahren auch zahlreiche zivilgesellschaftliche Organisationen aus der Mehrheitsgesellschaft und Migrant:innenorganisationen angeschlossen.

Auch die Antidiskriminierungsstelle des Bundes hatte sich schon 2015 für die Streichung ausgesprochen (vgl. https://www.antidiskriminierungsstelle.de/SharedDocs/Aktuelles/DE/_Archiv/2015/verfassung-grundgesetz-20150309.html)

In der Jenaer Erklärung (https://www.uni-jena.de/190910_JenaerErklaerung, direkter Download: https://www.uni-jena.de/unijenamedia/universit%C3%A4t/abteilung+hochschulkommunikation/presse/jenaer+erkl%C3%A4rung/jenaer_erklaerung.pdf) hatten Wissenschaftler:innen 2019 in einem viel beachteten Text noch einmal klargestellt: Das Konzept der Rasse ist das Ergebnis von Rassismus und nicht dessen Voraussetzung."

Aus der Perspektive der politischen Kommunikation und des Framings beleuchtet ein Artikel aus Politik&Kommunikation die Diskussion und legt dar, warum es richtig und wichtig [ist], Formulierungen zu entfernen, die menschenverachtende Assoziationsmuster hervorrufen und verfestigen": https://www.politik-kommunikation.de/ressorts/artikel/warum-der-rasse-begriff-nicht-ins-grundgesetz-gehoert-1690052167.

Positionierungen gegen eine Streichung des Begriffs Rasse aus dem Grundgesetz

Cengiz Barskanmaz widerspricht dem Vorschlag des Deutschen Instituts für Menschenrechte 2011 in der Zeitschrift Kritische Justiz (vgl. https://www.parlament-berlin.de/ados/17/Recht/vorgang/r17-0185-v_Beitrag%20Cengiz%20Barskanmaz.pdf) und weist auf ein defizitäres Rassismusverständnis in Deutschland hin. Auch ordnet er die deutsche Diskussion in internationale Zusammenhänge ein, zumal der Begriff race" in zahlreichen internationalen Dokumenten verwendet wird, die auch für Deutschland relevant sind.

Auch aus dem Bereich von Migrant:innenorganisationen oder Organisationen von BIPoC gibt es kritische Stimmen zur Streichung des Begriffs Rasse" im Artikel 3. So warnt das von Emilia Roig geleitete Center for Intersectional Justice in Berlin in einer Pressemitteilung (vgl. https://www.intersectionaljustice.org/press-and-talk/2020-06-17-pressemitteilung-artikel-3-des-deutschen-grundgesetzes/) vor einer vorschnellen Tilgung des Begriffs und betont seinen Charakter als soziale Konstruktion, die auch dann Bestand habe, wenn der Begriff nicht mehr verwendet werde.

Elisabeth Kaneza weist auf der Website Junge Wissenschaft im öffentlichen Recht (vgl. https://www.juwiss.de/102-2020/) darauf hin, dass der Begriff Rasse" rechtlich nicht ausdrücke, dass es biologische Menschenrassen" gebe, sondern, dass es Personen und Gruppen gibt, die aufgrund dieses Merkmals Ungleichbehandlung erfahren. Die erste Funktion von Rasse im Recht ist somit, anzuerkennen, dass sowohl rassialisierte Gruppen als auch auf Rassismus basierende Hierarchien existieren und dass die daraus resultierenden Strukturen eine Gleichstellung verhindern." Sie argumentiert weiter, dass mit der vorgeschlagenen Formulierung rassistisch" Sinn und Zweck der entsprechenden Rechtsnormen verändert würden" und fordert ein, dass [p]olitische Parteien (…) jetzt nicht aktionistisch vorpreschen, sondern fachliche Beratungen von Wissenschaftler:innen, insbesondere Forscher:innen of Color, einholen [sollten], wie mit dem Merkmal Rasse im Grundgesetz umzugehen ist."

Fazit

Die kritischen Stimmen aus dem Bereich rassistisch diskreditierbarer Menschen und ihrer Organisationen machen deutlich, dass die Diskussion keineswegs so einfach und eindeutig ist, wie sie auf den ersten Blick erscheinen mag. Sie sollen aber auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Verwendung des Begriffs Rasse im Grundgesetz vielen Menschen suggerieren mag, dass es eben doch Menschenrassen" gebe. Am Ende wird also eine Abwägung stehen müssen, ob es gelingen kann, den Begriff Rasse" durch eine Formulierung zu ersetzen, die die Schutzfunktion des Artikels 3 eher ausweitet als einschränkt und keine durch die bisherige Formulierung geschützten Tatbestände aufgibt.

]]>
Aktuelles
news-239 Thu, 20 Aug 2020 12:12:54 +0200 Online-Veranstaltung: Rassismus - was geht mich das an? https://www.idaev.de/aktuelles/detailansicht-aktuelles/online-veranstaltung-rassismus-was-geht-mich-das-an IDA e. V. ist zu Gast beim Online-Talk der Europäischen Akademie Otzenhausen. Online-Talk mit Nora Warrach, Bildungsreferentin bei IDA e.V., promovierte Migrationssoziologin und Yannick Meisberger, Adolf-Bender-Zentrum.

Die Online-Veranstaltung führt in das komplexe Thema "Rassismus" ein. Was ist Rassismus? Wie wirkt Rassismus? Wie bin ich selbst in rassistisches Denken, Wissen und Handeln verstrickt? Diese und weitere Fragen werden aus einer postkolonialen und rassismuskritischen Perspektive in den Blick genommen.

Im Allgemeinen lässt sich Rassismus als eine Diskriminierungsform beschreiben und gilt als Ausdruck gesellschaftlich manifestierter Machtverhältnisse, die auf kolonialen Herrschaftsverhältnissen beruhen. Menschen mit Rassismuserfahrungen wird der Zugang zu gesellschaftlichen Ressourcen u.a. aufgrund von Stereotypisierung und Ausgrenzung erschwert. Das hat mitunter Auswirkungen auf die Wahrnehmung von Chancen, auf Zukunftsperspektiven und auf das individuelle Zugehörigkeitsempfinden sowie die Identitätsentwicklung. Aber: Was geht mich das alles an?

Start: 27.08.2020 um 18:00 Uhr

Weitere Informationen gibt es unter https://www.eao-otzenhausen.de/bildungsprogramme/veranstaltung/online-veranstaltung-rassismus-was-geht-mich-das-an/

]]>
Aktuelles Veranstaltungen
news-240 Tue, 18 Aug 2020 12:36:00 +0200 IDA e. V. ist Bündnispartner von United4Rescue https://www.idaev.de/aktuelles/detailansicht-aktuelles/ida-e-v-ist-buendnispartner-von-united4rescue IDA e. V. ist eine von mehr als 560 zivilgesellschaftlichen Organisationen, die im Bündnis United4Rescue den Einsatz des neuen Seenotrettungsschiffes Sea-Watch 4 unterstützen. United4Rescue unterstützt als unabhängiger, gemeinnütziger Verein die zivile Seenotrettung auf dem Mittelmeer. Im Januar 2020 ermöglichte United4Rescue den Kauf der Sea-Watch 4 als zusätzliches Rettungsschiff, das sich am 15. August 2020 vom Hafen von Burriana (Spanien) auf den Weg in die Such- und Rettungszone vor der Libyschen Küste gemacht hat.

Darüber hinaus unterstützt United4Rescue auch andere zivile Seenotrettungsorganisationen, damit niemals ein Rettungsschiff aufgrund fehlender finanzieller Mittel nicht auslaufen kann. Das Bündnis vereint mehr als 560 große und kleine Organisationen, Initiativen, Unternehmen, Vereine und Stiftungen aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen. Bündnispartner:innen sind u.a. der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), World Vision Deutschland, der Koordinierungsrat der Muslime und die Evangelische Kirche in Deutschland.

IDA e. V. unterstützt das Bündnis, weil das Grundrecht auf Asyl und die Menschenrechte weder in Deutschland noch auf dem Mittelmeer ausgehöhlt werden dürfen, weil das Gebot der Seenotrettung auch und gerade in Bezug auf Flüchtende gelten muss und weil United4Rescue ein wichtiges Zeichen gegen die Festung Europa setzt.

Weitere Informationen gibt es unter https://www.united4rescue.com/

]]>
Aktuelles Pressemitteilungen
news-238 Mon, 17 Aug 2020 10:59:13 +0200 Nachbericht zu den IDA-Online-Fachtagen: „Umgang mit Rechtspopulismus in der Jugend(verbands)arbeit“ https://www.idaev.de/aktuelles/detailansicht-aktuelles/nachbericht-zu-den-ida-online-fachtagen-umgang-mit-rechtspopulismus-in-der-jugendverbandsarbeit Der eigentlich als eintägige Präsenzveranstaltung in Frankfurt/Main geplante Fachtag wäre der vierte seiner Art gewesen. Aufgrund der Corona-Pandemie fand er – auf mehrere Tage verteilt – im veränderten Format der "IDA-Online-Fachtage" statt. Eine Zusammenfassung gibt es hier...  

Häufig wird gefragt: Wer wählt die AfD oder sympathisiert mit ihr? Die Beantwortung dieser Frage sagt aber noch wenig darüber aus, warum ein Teil der Bevölkerung offen für die Politikangebote der AfD ist. Lassen sich Menschen vor allem mobilisieren, weil sie von den wirtschaftlichen Entwicklungen der letzten Jahre abgehängt wurden? Wollen sie den demokratischen Parteien einen „Denkzettel“ verpassen? Oder ist die Partei für Menschen interessant, die sich mit ihren Ungleichwertigkeitsideologien in der Programmatik der Partei und den Aussagen ihrer Vertreter:innen wiederfinden?

Axel Salheiser ist Wissenschaftlicher Referent am Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft in Jena und Co-Autor des Thüringen-Monitors. In der Einführungsveranstaltung zeigte er auf, dass sich die Wahlerfolge der AfD nicht überwiegend durch die individuelle soziale Situation der Wähler:innen erklären lassen und dass die meisten Wähler:innen die AfD nicht als Protestpartei auswählen, sondern sehr wohl wissen, für welche rassistischen, antisemitischen und rechtsextremen Positionen sie steht. Als erklärungskräftigsten Faktor machte er die Existenz einer normalisierten extrem rechten Alltagskultur vor Ort aus.

Özge Erdoğan ist Bundesvorsitzende des Bundes der Alevitischen Jugendlichen in Deutschland und hat sowohl die jugendpolitische Perspektive als auch die einer Migrant:innenjugendselbstorganisation (MJSO) im Rahmen eines Webinars eingebracht. Sie hält ein breites jugendpolitisches Engagement gegen Rechtspopulismus und Rassismus für dringend erforderlich, auch um das Risiko von Rassismuserfahrungen für Mitglieder ihres Verbandes im öffentlichen Diskurs verringern. Darüber hinaus plädiert sie für Solidarität und Verbündete, um die Stimme von MJSOn insgesamt zu stärken.

Der Sozialarbeiter Tobias Burdukat aus Grimma im Landkreis Leipzig berichtete in seinem Webinar von seinem Konzept einer emanzipatorischen Jugendarbeit, das im "Dorf der Jugend" in Grimma umgesetzt wird. Er sieht erhebliche Probleme bei der Stärkung der demokratischen Kultur und Zivilgesellschaft vor Ort in Zeiten der AfD, solange durch eine hohe Abwanderungsquote flexibler und aufgeschlossener junger Menschen eine Jugendkultur auf dem Lande entsteht, in der Frustration verbreitet ist, rassistische Einstellungen oft unwidersprochen bleiben und rechtsextreme jugendkulturelle Elemente nicht als Störung empfunden werden.

Avital Grinberg und Ruben Gerczikow von der Jüdischen Studierendenunion Deutschlands erläuterten in ihrem Webinar den Feigenblatt-Charakter der "Juden in der AfD", gingen aber auch auf die Anfälligkeit innerhalb der jüdischen Community für autoritäre oder antimuslimische Positionierungen ein. Sie betonten, dass die JSUD jedwede Kooperation mit der AfD ablehne, um sich nicht von der AfD instrumentalisieren zu lassen, und dass Antisemitismus weder mit Rassismus noch mit antimuslimischem Rassismus bekämpft werden könne.

In der gemeinsamen Abschlussdiskussion mit den Referent:innen des Eröffnungsvortrags und der drei Webinare wurden unterschiedliche Positionierungen zu der Eingangsfrage deutlich, ob sie sich einer Podiumsdiskussion mit der AfD stellen würden. Das gemeinsame Ziel unterschiedlicher Strategien im Umgang mit der AfD war aber eine Eingrenzung der Verbreitung und des Wirksamwerdens von Hass, Diskriminierung und Rassismus. Eine besonders wichtige Zielgruppe seien dabei vor allem die Personen, die sich in einzelnen Positionen der AfD wiederfinden oder überlegten, sie zu wählen, aber noch nicht entschieden seien. Bezweifelt wurde, dass das Ziel politischer Bildung im Kontext des Rechtspopulismus wirklich immer eine Förderung eines kritischen und emanzipatorischen Bewusstseins junger Menschen sei. Dies sei vor allem im ländlichen Raum, wo Schule neben dem Elternhaus die wesentliche Sozialisationsinstanz sei, oft nicht zu beobachten.

Ein geplantes Webinar zum Thema "Geschlechterreflektierte Pädagogik gegen extrem rechten Populismus" musste leider ausfallen und wird am Dienstag, den 15. September von 17:00 Uhr bis 18:30 Uhr mit Tina Leber als Referentin nachgeholt. Zur Veranstaltung geht es hier

Der eigentlich als eintägige Präsenzveranstaltung in Frankfurt/Main geplante Fachtag wäre der vierte seiner Art gewesen. Aufgrund der Corona-Pandemie fand er – auf mehrere Tage verteilt – im veränderten Format der "IDA-Online-Fachtage" statt. Wir danken allen Mitwirkenden, dass sie sich auf diese Form der Präsentation und Diskussion eingelassen haben, und allen Teilnehmenden für Ihr Interesse.

]]>
Aktuelles Veranstaltungen
news-237 Wed, 15 Jul 2020 09:57:38 +0200 Buchveröffentlichung zur Anti-Bias-Bildung erschienen https://www.idaev.de/aktuelles/detailansicht-aktuelles/buchveroeffentlichung-zur-anti-bias-bildung-erschienen Die Veröffentlichung zur Anti-Bias-Bildung mit einem Vorwort von Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth ist ab sofort als Buch erhältlich. IDA unterstützt damit die pädagogische Bearbeitung von Diskriminierungen in der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit. Bildungsarbeit gegen Voreingenommenheiten und Diskriminierungen

Mit dem Ansatz der Anti-Bias-Bildung werden Voreingenommenheiten und Einseitigkeiten in Bezug auf verschiedene gesellschaftliche Differenzlinien bearbeitet. Dadurch werden strukturelle Schieflagen und Diskriminierungen sichtbar. Dies ermöglicht es Handlungsspielräume auszuleuchten und als von Diskriminierung und Vorurteilen betroffene Person in eine aktive Rolle zu kommen. Gleichzeitig ermöglicht der Ansatz eine Sensibilisierung für die Herausforderungen einer vielfältigen Gesellschaft und für die Lebensrealitäten verschiedener benachteiligter Gruppen. Mit der Veröffentlichung unterstützt IDA die pädagogische Bearbeitung von Diskriminierungen in der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit.

Autor der Buchveröffentlichung ist Dr. Prasad Reddy, der Gründer und Geschäftsführer des in Bonn ansässigen Zentrums für Soziale Inklusion, Migration und Teilhabe (ZSIMT). Er ist promovierter Erziehungswissenschaftler und verfügt über mehrjährige internationale Erfahrung als Experte, Projektleiter, Berater und Referent in den Bereichen der Diversity Management im Non-Profit Bereich und gesellschaftliche Teilhabe. Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth leitet die Veröffentlichung mit einem Vorwort ein.

Herausgeber ist das Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit e.V. (IDA). IDA versteht sich als das Dienstleistungszentrum der Jugendverbände für die Themenfelder Rassismuskritik, Rechtsextremismus, Migrationspädagogik und Diversität. Das 200 Seiten umfassende Buch ist für 10,00 Euro inkl. Versandkosten erhältlich und kann unter https://www.idaev.de/publikationen/veroeffentlichung-zur-anti-bias-bildung/ bestellt werden.

 

Prasad Reddy: „Hier bist du richtig, wie Du bist!“ – Theoretische Grundlagen, Handlungsansätze und Übungen zur Umsetzung von Anti-Bias-Bildung für Schule, Jugendarbeit, Soziale Arbeit und Erwachsenenbildung. Düsseldorf 2020: Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit e. V., 200 Seiten, ISBN 978-3-9821886-1-4

]]>
Pressemitteilungen