IDA e.V. http://www.idaev.de Aktuelles aus dem IDA de IDA e.V. - Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit Thu, 26 Nov 2020 17:28:07 +0100 Thu, 26 Nov 2020 17:28:07 +0100 TYPO3 news-250 Thu, 26 Nov 2020 16:52:44 +0100 Fach- und Jubiläumstagung sowie Festakt zu 30 Jahre IDA https://www.idaev.de/detailansicht-aktuelles/fach-und-jubilaeumstagung-sowie-festakt-zu-30-jahre-ida Das Informations- und Dokumentationszentrums für Antirassismusarbeit e.V. (IDA) hat am 13. und 14. November 2020 sein 30-jähriges Bestehen mit einer digital durchgeführten Fach- und Jubiläumstagung und einem Festakt begangen. Neuwahl des Vorstands auf der anschließenden Delegiertenversammlung

Das Informations- und Dokumentationszentrums für Antirassismusarbeit e.V. (IDA) hat am 13. und 14. November 2020 sein 30-jähriges Bestehen mit einer digital durchgeführten Fach- und Jubiläumstagung und einem Festakt begangen.

In einer Keynote-Speech zeigte Noa Ha vom Deutschen Institut für Migration und Integrationsforschung (DeZIM) Kontinuitäten und Wandel des Rassismus und Rechtsextremismus in Deutschland auf. Einblicke in die Arbeit des IDA ermöglichte ein Vortrag von Regina Gahbler und Birgül Demirtaş zu rechtem Terror in Deutschland und eine von Nora Warrach moderierte Gesprächsrunde mit drei Vertreter:innen von Migrant*innenjugendselbstorganisationen (BDAJ, MJW und Amaro Drom). Nach dem Blick auf Kontinuitäten und Entwicklungen während der letzten drei Jahrzehnte stand der Samstag im Zeichen der aktuellen Corona-Pandemie. Hier ging es um anti-asiatischen Rassismus, um Flucht und Asyl in Zeiten von Corona sowie um Verschwörungsmythen im Zusammenhang mit der Pandemie und ihre Wirkungen auf gesellschaftliche Diskussionen.

Zum Festakt am Freitagabend begrüßten die IDA-Vorsitzenden Stefan Brauneis und Janina Bauke Vertreter:innen von Mitgliedsverbänden und Kooperationspartnern sowie Ehemalige. Nach Grußworten des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der Deutschen Sportjugend und des Deutschen Bundesjugendrings sprach IDA-Geschäftsführer Ansgar Drücker mit der Journalistin Ferda Ataman von den Neuen deutschen Medienmacher:innen über rassismuskritischen Sprachgebrauch und seine Durchsetzung in den Medien sowie den Heimatbegriff in der Politik. Den Abschluss bildete ein interaktives Forumtheater-Stück des Berliner Ensembles des Kuringa e.V.

Bei der 31. Delegiertenversammlung des IDA e. V. am 14.11.2020 wurde die BUNDjugend als 32. Mitgliedsverband des IDA aufgenommen. Die Vorsitzenden Janina Bauke (Ring Deutscher Pfadfinderinnen) und Stefan Brauneis (Jusos) wurden ebenso wiedergewählt wie die stellvertretenden Vorsitzenden Lisa-Marie Davies (SJD – Die Falken), Yvonne Everhartz (BDKJ), Christin Siebel (DGB-Jugend) und Alexander Strohmayer (Deutsche Sportjugend). Als Beisitzer:innen wählten die Delegierten erneut Sarah Hanke (djo – Deutsche Jugend in Europa) sowie neu Özge Erdoğan (BDAJ), Simon Metzger (Grüne Jugend) und Roylan Tolay (DIDF-Jugend).

 

(Hinweis: Auf dem Bild des neuen Vorstands fehlt Yvonne Everhartz.) (2.401 Zeichen)

Düsseldorf, 18. November 2020

]]>
Aktuelles Pressemitteilungen
news-249 Tue, 24 Nov 2020 16:37:31 +0100 Offener Brief zur Verabschiedung eines Gesetzes zur Förderung demokratischer Kultur https://www.idaev.de/detailansicht-aktuelles/offener-brief-zur-verabschiedung-eines-gesetzes-zur-foerderung-demokratischer-kultur Am 25.11. kommt der Kabinettsausschuss zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Rassismus zu seiner dritten und voraussichtlich letzten Sitzung zusammen. Eingerichtet nach dem rassistischen Anschlag in Hanau, hörte der Kabinettsausschuss unter dem Vorsitz der Bundeskanzlerin zuletzt im September Stellungnahmen von Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Zentrale Forderungen waren hier die strategische Einbettung aller Maßnahmen in eine Bundeskonzeption, die Streichung des Rassebegriffs aus dem Grundgesetz, ein garantierter Einbezug der Zivilgesellschaft über neue Gremien wie einen Partizipationsrat, Mittel für die Rassismus- und Rechtsextremismusforschung sowie eine nachhaltige Stärkung zivilgesellschaftlichen Engagements, gerade von Migrantenorganisationen.

In der abschließenden Sitzung des Kabinettsausschusses soll nun ein neues Maßnahmenpaket verabschiedet werden. Nach Medienberichten steht hier unter anderem die „bessere Finanzierung“ zivilgesellschaftlicher Initiativen im Bereich auf der Agenda. Das ist für sich zunächst leider noch kein Hinweis darauf, ob nun endlich das lange diskutierte „Demokratiefördergesetz“ (besser eigentlich: ein Gesetz zur Förderung demokratischer Kultur) kommt und die Projekte und Träger dauerhaft und auf Gesetzesgrundlage absichert – oder ob lediglich eine kurzfristige Mittelerhöhung angekündigt wird, die schon mit dem nächsten Haushalt wieder kassiert werden könnte.

Um vor der abschließenden Sitzung noch einmal deutlich für ein Demokratiefördergesetz zu werben, haben wir uns gemeinsam mit 60 Organisationen an die Bundeskanzlerin und die Mitglieder des Kabinettsausschusses, darunter Vizekanzler Scholz und Innenminister Seehofer, gewandt. Unseren Brief veröffentlichen wir an dieser Stelle in der Hoffnung, dass die Bundesregierung denjenigen Träger und Projekten die Existenzsorgen nimmt, die sich auch nach dem Ende des Kabinettsausschusses gegen Rechtsextremismus und Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und für eine demokratische, offene Gesellschaft einsetzen werden.


 

Bundeskanzleramt
Der Bundeskanzlerin
Dem Kabinettsausschuss zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Rassismus
Willy-Brandt-Straße 1
10557 Berlin
13.11.2020

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
sehr geehrte Mitglieder des Bundeskabinettsausschusses zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Rassismus,


die Ankündigung, dass Sie, Frau Bundeskanzlerin, sich in Gesprächen mit dem Vizekanzler und dem Bundesinnenminister unter anderem auf eine Verstetigung der Förderung der Extremismusprävention auf hohem Niveau geeinigt haben, wurde in der Zivilgesellschaft dankbar zur Kenntnis genommen.

Wiederholt haben Projektträger und Initiativen auf die Probleme und Ermüdungseffekte hingewiesen, die kurzfristige, projektbezogene und immer wieder unsichere Förderung aus Bundesmitteln hervorrufen. Wir freuen uns, dass Sie diese Sorgen ernstnehmen und nun angehen wollen.

Förderung und staatliches Handeln auf Gesetzesgrundlage stellen

Offen bleibt die Frage, wie dieses Vorhaben konkret ausgestaltet werden soll. Denn nicht zuletzt der Bundesrechnungshof hat in den vergangenen Jahren immer wieder angemahnt, dass eine verstetigte, also strukturelle und längerfristige Förderung auf der gegenwärtigen gesetzlichen Grundlage nicht möglich ist. Der Bund muss sich also zuallererst selbst ermöglichen, strategisch und nachhaltig Maßnahmen zur Extremismusprävention und Demokratieförderung, zur Prävention von Antisemitismus und Rassismus und zur Stärkung von Minderheiten und Betroffenen zu ergreifen. Eine langfristig strategisch ausgerichtete Förderung heißt gerade nicht, dass nicht auch explizit geeignete Maßnahmen zur Qualitätskontrolle der Projekte und die Möglichkeit, flexibel auf Bedarfe zu reagieren, gegeben sein müssen. Ein geeignetes Mittel hierzu ist ein Demokratiefördergesetz, das nun schon länger Gegenstand der Diskussion ist.

Das gilt nicht nur für die Förderung zivilgesellschaftlicher Projekte, sondern auch für die eigenen Maßnahmen des Staates. Ein Demokratiefördergesetz könnte beispielsweise auch die Ämter der Antisemitismus- und Rassismusbeauftragten gesetzlich festschreiben. Allgemein böte das Gesetz einen rechtlichen Rahmen für die im Rahmen des Kabinettsausschusses gegen Rechtsextremismus und Rassismus zu beschließenden Maßnahmen.

Zivilgesellschaft nachhaltig stärken

Ebenso wenig geht es nur um eine finanzielle Absicherung zivilgesellschaftlicher Träger und Initiativen. Engagement gegen Menschenfeindlichkeit und für demokratische Kultur wird seit Jahren angegriffen wie nie zuvor, nicht zuletzt auch durch rechtsradikale Fraktionen in den Parlamenten. Die Wächter- und Anwaltsfunktion einer kritischen Zivilgesellschaft gesetzlich zu schützen ist in dieser Situation wichtiger denn je für unsere liberale und offene, demokratische Gesellschaft. International ist es eben auch die mehr oder weniger abgesicherte Arbeit von NGOs, an der wir die demokratische Verfasstheit von Gesellschaften messen. Ein Demokratiefördergesetz folgt hier den Empfehlungen des Ministerkomitees des Europarats und hätte EU-weit Vorbildfunktion.

Bundeskompetenzen wahrnehmen

Extremismusprävention ist eine zentrale gesellschaftliche Herausforderung und der Staat reagiert auf eine konkrete – teils potenzielle, teils realisierte – soziale Gefahrenlage, die von verfassungsfeindlichen Bestrebungen ausgeht. Damit erfüllt das Aufgabenfeld zentrale Merkmale der öffentlichen Fürsorge, für die laut Art. 74 Abs. 1 Nr. 7 GG der Bund Gesetzgebungskompetenz hat. Abzugrenzen ist das Betätigungsfeld der Prävention von sowohl der Gefahrenabwehr als auch der Bildung, die den Ländern obliegen. Wie die Bund-Länder-Zusammenarbeit im Einzelnen aussehen kann, lässt sich etwa über einen engen Einbezug des Bundesrates klären.

 

Lassen Sie uns deutlich sagen: Die bisherige Form der Unterstützung von zivilgesellschaftlicher Demokratiearbeit ist demotivierend und ohne eine gesetzliche Grundlage bleibt der vereinbarte Regierungskompromiss ohne Substanz. Ohne Demokratiefördergesetz schwebt über unserer Arbeit die Sorge, dass im schlimmsten Fall bereits 2022 die Debatte wieder von vorn losgeht, die Mittel zusammengestrichen oder umverteilt werden und die so wichtige Arbeit vieler Projekte erneut in Frage gestellt wird. Auf Grundlage der Bundeshaushaltsordnung können aktuell auch gut evaluierte und erprobte Projekte nicht dauerhaft gefördert werden. Um diese Missstände zu beheben, bitten wir Sie: Verabschieden Sie im Rahmen des Kabinettsausschusses gegen Rechtsextremismus und Rassismus Eckpunkte für ein Demokratiefördergesetz, das bis zum Ende dieser Legislaturperiode umgesetzt wird.

Mit freundlichen Grüßen

  • adis e.V. – Antidiskriminierung · Empowerment · Praxisentwicklung
  • Aktion Courage e.V. / Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage
  • Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V.
  • aktuelles forum e. V.
  • Algorithm Watch
  • Amadeu Antonio Stiftung
  • Anne Frank Zentrum
  • Archiv der Jugendkulturen e. V.
  • BackUp-ComeBack – westfälischer Verein für die offensive Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus e.V.
  • betterplace lab gGmbH
  • BildungsBausteine e.V
  • Bildungsstätte Anne Frank
  • Bildungsteam Berlin-Brandenburg e.V.
  • Bildungswerk Stenden
  • B.U.D. - Beratung. Unterstützung. Dokumentation für Opfer rechtsextremer Gewalt e.V.
  • Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus
  • Bundesarbeitsgemeinschaft Demokratieentwicklung
  • Bundesverband Mobile Beratung e.V.
  • CLAIM – Allianz gegen Islam- und Muslimfeindlichkeit
  • colorido e. V.
  • cultures interactive e.V.
  • Das NETTZ - die Vernetzungsstelle gegen Hate Speech
  • DeutschPlus - Initiative für eine plurale Republik
  • Die Neue Gesellschaft e.V.
  • Distanz - Distanzierungsarbeit, jugendkulturelle Bildung und Beratung e.V.
  • Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma
  • Franken-Akademie Schloss Schney e.V.
  • Freiwilligen-Agentur Halle-Saalkreis e.V.
  • Gesicht Zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland e.V.
  • Gustav-Heinemann-Bildungsstätte
  • HateAid gGmbH
  • Haus Neuland e.V.
  • Hildegard Lagrenne Stiftung für Bildung, Teilhabe und Inklusion von Roma und Sinti in Deutschland
  • Ichbinkeinvirus
  • IFAK e.V.
  • Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit e. V. (IDA)
  • Initiative Offene Gesellschaft e.V.
  • Internationales Bildungs- und Begegnungswerk e.V. (IBB)
  • ista – Institut für den Situationsansatz
  • KoFaS gGmbH
  • Kolping-Bildungswerk Paderborn gGmbH/Gesellschaftspolitische Akademie
  • Kreisjugendring Dachau
  • Landesarbeitskreis Mobile Jugendarbeit Sachsen e. V.
  • Landesjugendring Thüringen e.V.
  • LidiceHaus gGmbH
  • Miteinander e.V.
  • mitMachen e.V.
  • NDK Wurzen e.V.
  • Netzwerk für Demokratie und Courage e.V.
  • Netzwerk Tolerantes Sachsen e.V.
  • Neue deutsche Medienmacher e.V.
  • No Hate Speech Movement Deutschland
  • Opferperspektive e.V.
  • Regionale Arbeitsstelle für Bildung, Integration und Demokratie e.V. (RAA Sachsen)
  • Türkische Gemeinde in Deutschland e.V.
  • Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt e.V. (VBRG)
  • Verein für demokratische Kultur in Berlin e.V. (VDK)
  • Violence Prevention Network gGmbH
  • Waldritter e.V.
  • Zentralrat Deutscher Sinti und Roma
]]>
Aktuelles Pressemitteilungen
news-248 Thu, 05 Nov 2020 08:40:51 +0100 Offener Brief an die Finanzministerien zur Sicherung der Gemeinnützigkeit https://www.idaev.de/detailansicht-aktuelles/offener-brief-an-die-finanzministerien-zur-sicherung-der-gemeinnuetzigkeit Seit dem Urteil des Bundesfinanzhofes zur Aberkennungen der Gemeinnützigkeit von Attac aus dem Januar 2019 und den folgenden Aberkennungen des Jugendzentrums DemoZ in Ludwigsburg (Baden-Württemberg), Campact oder der VVN-BdA ist die Verunsicherung unter Vereinen und Initiativen, die sich gegen Rechtsextremismus und Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit engagieren, groß. Im Kern geht es um die Frage, wie sehr sich gemeinnützige Organisationen auch politisch engagieren dürfen, ohne den Verlust ihrer Gemeinnützigkeit zu riskieren. Seit langem nutzen auch rechtsradikale Akteure in und außerhalb der Parlamente das Thema Gemeinnützigkeit, um unliebsame Demokratieprojekte anzugreifen und zu delegitimieren. Umso wichtiger wäre es, von Gesetzgeberseite für Rechtssicherheit zu sorgen. Doch der für Ende 2019 angekündigte Entwurf einer Reform des Gemeinnützigkeitsrechts wurde zunächst zurückgezogen und lässt seitdem auf sich warten.

Wir dokumentieren hier einen Brief, mit dem sich bereits im Juni 2020 auf Initiative der Amadeu Antonio Stiftung, des Bundesverbands Mobile Beratung (BMB) und des Verbands der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt (VBRG) über 70 Organisationen, Initiativen und Einzelpersonen an die Finanzministerien von Bund und Ländern gewandt haben. Zusammen wollen wir deutlich machen, in welche existenziellen Sorgen uns und zahllose andere Organisationen die fehlende Rechtssicherheit für unsere Arbeit bringt. Antworten kamen nur aus vereinzelten Ministerien, und sie waren vor allem beschwichtigender Natur – teilweise wurde gar geleugnet, dass überhaupt ein Problem besteht.

Nun scheint die Diskussion um die Gemeinnützigkeit politisch aktiver Organisationen Eingang in das Jahressteuergesetz zu finden, das in der Sitzungswoche ab dem 16. November im Bundestag diskutiert und verabschiedet wird.

Die Fraktionen haben jetzt die Chance, zivilgesellschaftliche Arbeit gegen Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit nachhaltig zu stärken und abzusichern, indem sie die im Brief formulierten Forderungen ins Jahressteuergesetz aufnehmen. In der Hoffnung, dass unsere Sorgen doch noch ernstgenommen und gehört werden, veröffentlichen wir unseren Brief und bitten um Unterstützung und Verbreitung seiner Inhalte. Wenden Sie sich an Ihre Bundestagsabgeordneten; sollten Sie Kontakte in die Regierungsfraktionen, -parteien oder Ministerien haben, nutzen Sie diese und machen Sie deutlich, dass es jetzt höchste Zeit ist, dem demokratischen Engagement gegen Rechtsextremismus, Diskriminierung und für Demokratie endlich mit einer Reform des Gemeinnützigkeitsrechts Rechtssicherheit zu verschaffen!


 

Sehr geehrte Frau Finanzministerin,
sehr geehrter Herr Finanzminister,
sehr geehrter Herr Finanzsenator,


wir wenden uns an Sie, um der Besorgnis und Verunsicherung Ausdruck zu geben, die sich seit den Aberkennungen der Gemeinnützigkeit politisch aktiver Organisationen im Nachgang des Attac-Urteils in unseren Reihen breitmachen.

Wir, das sind über 70 Trägervereine, Initiativen und Organisationen, in denen sich Engagierte zusammenfinden, die für Demokratie, Grund- und Menschenrechte einstehen. Unser Einsatz gegen Hass und Menschenfeindlichkeit, gegen Rassismus, Antisemitismus und andere Formen von Diskriminierung ist leider zunehmend von Angriffen der extremen Rechten begleitet.

Das Ausbleiben weiterer Aberkennungen der Gemeinnützigkeit aufgrund kulanter Auslegungen der Abgabenordnung durch die Finanzbehörden nehmen wir dankbar zur Kenntnis. Wir befürchten aber, dass ohne eine starke und werteorientierte Gesetzesreform unser Problem nur aufgeschoben wird. In dieser Situation haben Sie es mit einer Reform des Gemeinnützigkeitsrechts in der Hand, wichtige Demokratiearbeit dort zu schützen und zu unterstützen, wo sie am nötigsten gebraucht wird, und den Aktiven vor Ort die Sorge vor der existenziellen Bedrohung zu nehmen, die für sie der Verlust der Gemeinnützigkeit darstellt.

Shrinking Spaces – Zivilgesellschaft in Bedrängnis

In unserer Arbeit verteidigen wir Demokratie und Grundgesetz dort, wo sie angegriffen werden. Wir setzen Anreize für demokratisches Engagement und geben ihm einen Rahmen. Wir leisten politische Bildungsarbeit, vermitteln demokratische Werte und Kultur und übernehmen so einen zentralen Beitrag zur Prävention von Menschen- und Demokratiefeindlichkeit. Dies alles tun wir selbstlos und mit Blick auf das Gemeinwohl.

Eine lebendige, vielfältige und eigenständige Zivilgesellschaft ist ein zentrales Merkmal unseres demokratischen Systems – wird ihre Rolle in Frage gestellt und werden ihre Akteure angegriffen, muss das allen Demokratinnen und Demokraten sehr zu denken geben. Zivilgesellschaftliche Organisationen werden von einer immer wirkmächtigeren rechtsalternativen und rechtsextremen Gegenöffentlichkeit im Internet diskreditiert, systematisch delegitimiert und kriminalisiert. Verleumdungen und Hetze werden umso problematischer, weil sie von Anfragen, Anträgen und Gesetzentwürfen begleitet werden, die immer stärkere Fraktionen der AfD in Kommunal- und Landesparlamente einbringen. In einem solchen gesellschaftlichen Klima sinken Hemmschwellen, Engagierte persönlich anzugreifen, etwa in konzertierten Shitstorms oder Drohmails. Rechtsextreme Gewalttäter fühlen sich ermutigt und greifen Projekte und Mitarbeitende mit Stein- und Farbbeutelwürfen an, zünden Autos an und schrecken auch vor Gewalt gegen Personen nicht zurück. Der Kreis der Betroffenen ist so vielfältig wie der dritte Sektor selbst und reicht von den großen Wohlfahrtsverbänden bis hin zu lokalen Initiativen gegen Rechtsextremismus. Klar ist allerdings auch, dass es gerade kleinere Akteure im ländlichen Raum sind, die besonders unter den Angriffen leiden: wo Ressourcen und Personal knapp sind, und wo Aktive sehr viel persönlicher für ihre Projekte einstehen müssen, kosten die Reaktion auf Anfeindungen und die Notwendigkeit, eigene Sicherheitskonzepte zu überdenken, Energie und Nerven und entmutigen.

Zivilgesellschaft ist gemeinnützig – und muss es bleiben

In dieser Situation stellt die Sorge um den Entzug der Gemeinnützigkeit einen Punkt unter vielen dar, der in einer angespannten Situation unsere Arbeit belastet – gleichzeitig bedroht uns eine Aberkennung des Status aber in unserer Existenz. Denn außer Steuervorteilen und Anreizen für Spenderinnen und Spender sind mit der Gemeinnützigkeit auch Zugänge zu öffentlichen und privaten Fördermitteln verknüpft. Fehlende Rechtssicherheit und bisher nicht gesetzlich verankerter Vertrauensschutz für die Weitergabe von Fördermitteln könnten in Zukunft unbequeme, sich politisch äußernde Träger in der Förderpraxis benachteiligen.
Staatliche Stellen, andere Organisationen, Öffentlichkeitsarbeit und Privatperson nehmen den Status über seine finanzrechtliche Bedeutung hinaus als Gütesiegel wahr. So ist auch der Zugang zu Räumen für Veranstaltungen und zu Genehmigungen für Infostände im öffentlichen Raum oft mit der Gemeinnützigkeit verknüpft.
Noch weit unter der Schwelle der Aberkennung der Gemeinnützigkeit und Auseinandersetzungen vor Gericht sorgt das Thema für weitere Verunsicherung und Vorsicht unter zivilgesellschaftlichen Organisationen und Initiativen, die ihre gemeinnützigen Zwecke auch mit politischen Mitteln verfolgen wollen. Träger politischer Bildung wünschen sich Sicherheit, dass ihre an demokratischen Werten, Grund- und Menschenrechten orientierte Arbeit den im Attac-Urteil geforderten, aber nicht definierten Grundsatz der „geistigen Offenheit“ nicht verletzt. In diesem Sinne ist es für unsere Arbeit weiterhin unerlässlich, Angehörige rechtsextremer Parteien oder Organisationen oder Menschen, die bereits in der Vergangenheit durch menschenfeindliche Äußerungen aufgefallen sind, von Veranstaltungen ausschließen zu können.

Vorschläge für ein Gemeinnützigkeitsrecht auf Höhe der Zeit

Das zentrale Recht der Zivilgesellschaft ist das Gemeinnützigkeitsrecht und fällt damit in Ihr Ressort. Es liegt deshalb also in Ihrer Hand, ein deutliches Signal für eine starke, diverse und selbstbestimmte Zivilgesellschaft zu setzen. Die angekündigte Reform des Gemeinnützigkeitsrechts muss das Problem fehlender Rechtssicherheit für zivilgesellschaftliche Organisationen dringend beheben. Dazu bedarf es…

… einer Ergänzung der Liste gemeinnütziger Zwecke in § 52 Absatz 2 der Abgabenordnung, um die Betätigungsfelder gemeinnütziger zivilgesellschaftlicher Organisationen zeitgemäß abzubilden. Beispiele wären etwa Demokratiearbeit; Einsatz gegen Rassismus, Antisemitismus und andere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit; Förderung der Menschenrechte und Grundrechte, des Friedens, des Klimaschutzes, der sozialen Gerechtigkeit, der informationellen Selbstbestimmung und der Förderung von geschlechtlicher und sexueller Vielfalt. Zusätzlich sollte in Absatz 1 aufgenommen werden, dass gemeinnützig auch ist, was die Allgemeinheit auf demokratischem Gebiet fördert (neben materiellem, geistigem oder sittlichem Gebiet).

… einer Ermöglichung demokratischen Engagements gemeinnütziger Organisationen über ihre eigenen Satzungszwecke hinaus. Organisationen müssen sich bei Gelegenheit auch für andere, nicht in ihrer Satzung festgeschriebenen gemeinnützige Zwecke engagieren können, ohne das Ausschließlichkeits-Prinzip zu verletzen. Dazu ist eine weitere Ausnahme in § 58 nötig.

… einer Klarstellung, dass gemeinnützige Zwecke auch mit politischen Mitteln verfolgt werden dürfen. Dies könnte durch einen neuen Absatz in § 51 oder 52 geschehen, der klarstellt, dass zu den Mitteln zur Verfolgung der Satzungszwecke im Rahmen allgemeiner Gesetze auch die Einwirkung auf die politische Willensbildung, auf die öffentliche Meinung, auf politische Parteien und staatliche Entscheidungen gehören.

… der Streichung der Verfahrensregel in § 51 Absatz 3 Satz 2, die bei der Erwähnung gemeinnütziger Organisationen in einem Verfassungsschutzbericht die Beweislast für einen Verstoß gegen Gemeinnützigkeits-Regeln umkehrt. Der Beweis, nicht verfassungsfeindlich zu sein, ist gerade für kleinere Organisationen kaum oder nur unter enormem Ressourcenaufwand zu erbringen. Der Verfassungsschutz hingegen muss die Behauptungen und Folgerungen in seinen Berichten nicht belegen. Beibehalten möchten wir die Anforderung an Gemeinnützige, sich an die Verfassung zu halten. Damit können Rechtsextreme aus der Gemeinnützigkeit ausgeschlossen werden – wenn die Verfassungsfeindlichkeit bewiesen wird.

… einer Präzisierung des Grundsatzes der „geistigen Offenheit“, in der sich politische Bildung zu vollziehen habe. Politische Bildung ist nicht wertneutral, sondern soll sich im Sinne einer streitbaren Demokratie an demokratischen Werten und Grundrechten orientieren. Die Möglichkeit, Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, von Veranstaltungen auszuschließen, muss gewährt werden.

Für die laufenden Bemühungen, diese und weitere Probleme im Gemeinnützigkeitsrecht anzugehen, sind wir Ihnen dankbar und möchten Sie und Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter darin bestärken, dem Prozess zu einem erfolgreichen Abschluss zu verhelfen und mit einer umfassenden Reform Rechtssicherheit für eine politisch aktive Zivilgesellschaft zu schaffen.

Wir bedanken uns herzlich für Ihre Hilfe und erwarten Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen im Namen der unterzeichnenden Organisationen und Initiativen

Grit Hanneforth Geschäftsführerin und Sprecherin Bundesverband Mobile Beratung e. V.
Timo Reinfrank Geschäftsführer Amadeu Antonio Stiftung
Robert Kusche Vorstand Verband der Beratungsstellen für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt (VBRG) e. V.

Unterzeichnende

  • AJZ e. V. Dessau
  • Aktionsbündnis 8. Mai Demmin
  • AKuBiZ e. V. Pirna
  • Anderer Kunstverein e. V.
  • Antidiskriminierungsbüro Sachsen e. V.
  • Antifaschistische Initiave Eberswalde (afie)
  • Arbeit und Leben Sachsen e. V.
  • Arbeitsgemeinschaft Jugendfreizeitstätten (AGJF) Sachsen e. V
  • ASA-FF e. V.
  • Augen auf e. V. Oberlausitz
  • BEFORE München
  • BildungsBausteine e. V.
  • Bon Courage e. V.
  • Bund Deutscher Pfadfinder:innen – Landesverband Thüringen
  • Bund Deutscher PfadfinderInnen Landesverband MV e. V.
  • Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus Weimar
  • colorido e. V. Plauen
  • Conne Island Leipzig
  • Courage - Werkstatt für demokratische Bildungsarbeit e.V. (NDC Sachsen)
  • Cultures Interactive e. V.
  • Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen e. V.
  • Deutsche Gesellschaft für Demokratiepädagogik e. V
  • Dissens - Institut für Bildung und Forschung e. V., Berlin
  • djo - Deutsche Jugend in Europa, Landesverband Sachsen-Anhalt e. V.
  • Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma
  • Each One Teach One (EOTO) e. V.
  • ezra - Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Thüringen
  • Förderverein der sächsischen Landesarbeitsgemeinschaft Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus
  • Freie Bühne Jena e. V.
  • Gerede e. V. - Verein für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt
  • Geschäftsstelle Kinder- und Jugendring Landkreis Leipzig e. V.
  • Gesicht Zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland e. V.
  • Gruppe gegen Antiromaismus Dresden
  • ISTA / Institut für den Situationsansatz
  • Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit e. V. (IDA)
  • Jugendbegegnung in Theresienstadt / Terezín e. V.
  • KLinke e.V. Merseburg
  • Kulturbüro Sachsen e. V.
  • LAG Jungen- und Männerarbeit Sachsen
  • Landesarbeitsgemeinschaft Jungenarbeit Baden-Württemberg e. V.
  • Landesfrauenrat Thüringen e. V.
  • leben.lernen.leipzig e. V.
  • LidiceHaus, Jugendbildungsstätte Bremen
  • LOBBI e. V.
  • LSVD Bundesverband
  • Michael Zimmermann, Beauftragter für Friedens- und Versöhnungsarbeit der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens
  • Mideast Freedom Forum Berlin
  • Miteinander - Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt e. V.
  • Mobit e. V.
  • Netzwerk AsylMigrationFlucht Dresden
  • Netzwerk für Demokratie und Courage e. V.
  • Netzwerk für Demokratische Kultur e. V. Wurzen
  • Netzwerk Tolerantes Sachsen
  • Ökumenische Arbeitsgemeinschaft Kirche für Demokratie und Menschenrechte
  • Opferperspektive - Solidarisch gegen Rassismus, Diskriminierung und rechter Gewalt e. V.
  • plus humanité e. V.
  • Projekt GegenPart - Mobiles Beratungsteam gegen Rechtsextremismus in Anhalt
  • Qube - Queere Bildungs- und Antidiskriminierungsarbeit in M-V
  • RAA Hoyerswerda
  • RAA Mecklenburg-Vorpommern e. V.
  • RAA Sachsen e. V.
  • Republikanische Anwältinnen- und Anwälteverein (RAV e. V.)
  • riesa.efau - Kulturforum Dresden
  • Rock gegen Rechts Stralsund e. V.
  • Sächsischer Flüchtlingsrat e. V.
  • SJ - Die Falken, Landesverband Sachsen
  • Treibhaus e. V. Döbeln
  • Verband binationaler Familien und Partnerschaften, iaf e. V. - Geschäfts- und Beratungsstelle Leipzig
  • VVN-BdA Vogtland
  • WARRIORS e. V. mit Kultur für Demokratie und Menschenrechte
  • Zentralrat Deutscher Sinti und Roma
]]>
Aktuelles Pressemitteilungen
news-247 Mon, 02 Nov 2020 17:19:57 +0100 Beitragsvorschläge für den neuen IDA-Reader 2021 gesucht - Arbeitstitel: „Sexualitäten und Geschlechtsidentitäten in der Migrationsgesellschaft“ https://www.idaev.de/detailansicht-aktuelles/beitragsvorschlaege-fuer-den-neuen-ida-reader-2021-gesucht Wo kommst du eigentlich her? Bist du ein Mädchen oder ein Junge? Ist das in deiner Religion nicht verboten? Identitätsfindungsprozesse von Jugendlichen of Color können schon durch die Frage nach der „eigentlichen Herkunft“ kriseln ‒ wie geht es Jugendlichen, die zusätzlich aufgefordert werden, sich in eine der binären Geschlechterkategorien zu verorten oder die ihre Sexualität rechtfertigen müssen... Wo kommst du eigentlich her? Bist du ein Mädchen oder ein Junge? Ist das in deiner Religion nicht verboten? Identitätsfindungsprozesse von Jugendlichen of Color können schon durch die Frage nach der „eigentlichen Herkunft“ kriseln ‒ wie geht es Jugendlichen, die zusätzlich aufgefordert werden, sich in eine der binären Geschlechterkategorien zu verorten oder die ihre Sexualität rechtfertigen müssen; Jugendlichen also, die nicht eindeutig gelesen werden und daher in der Migrationsgesellschaft sowohl aufgrund ihrer Herkunft als auch ihrer Sexualität oder Geschlechtsidentität in Frage gestellt werden?

Gleichzeitig kann es für Jugendliche eine mehrfache Belastung sein, wenn ihre sexuelle Vielfalt und Geschlechtsidentität in der migrantischen Community oder Familie auf Ablehnung stößt, da bspw. in einigen Herkunftsländern Homosexualität unter Strafe steht oder ein Erwartungsdruck zum Erhalt einer ethnischen Gruppe in der Diaspora besteht.

  • Wie geht es LSBTIAQ* of Color in der Migrationsgesellschaft?
  • Welche Beratungsangebote gibt es speziell für Jugendliche, die sich als BIPOC* posi-tionieren und mit LSBTIAQ* identifizieren?
  • Wie wird sexuelle Aufklärung in der Jugend(verbands)arbeit und in der queeren Jugendarbeit thematisiert?
  • Welchen Herausforderungen sehen sich Jugendliche in der Migrationsgesellschaft gegenüber, wenn es um Themen wie Liebesbeziehung (bspw. Endogamiegebot), Sexualitäten (bspw. Zugeschriebene Homophobie) und Geschlechtsidentitäten (bspw. queer) geht?
  • Was braucht es, um Jugend(verbands)arbeit offen für sexuelle Vielfalt in Verbindung mit Migrationsbiographien zu gestalten?
  • Wie kann die Jugend(verbands)arbeit Jugendliche im Prozess der sexuellen Identitätsfindung unterstützen, beraten und begleiten, auch gegenüber der migrantischen Community und Familie?
  • Wie findet das Thema Intersektionalität in Bezug auf Lebensrealitäten von jugendlichen LSBTIAQ* und BIPOC* in der Jugend(verbands)arbeit Anwendung?

Weiterhin möchten wir uns mit den speziellen Heraus- und Anforderungen für Weiblichkeit* und Männlichkeit* in der Migrationsgesellschaft befassen, die nicht selten im Rahmen gesellschaftlicher Erwartungen instrumentalisiert werden (bspw. Kölner Silvesternacht).

  • Welche Rollen werden von bestimmten migrantischen Jungen* und Mädchen* erwartet?
  • Wie können die Jugendlichen lernen, mit Rollenzuschreibungen umzugehen, sich abzugrenzen und sich selbst zu finden?

Diesen und weiteren Fragen möchten wir uns im neuen IDA-Reader widmen, der 2021 erscheinen soll und verschiedene Fachbeiträge sowie Interviews zum Themenkomplex vereinen wird. Form der Einreichungen Wir freuen uns über Vorschläge für Beiträge aus der Praxis im Umfang von max. 3.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen), die sich den o. g. oder weiteren Fragen widmen. Bitte reicht den Vorschlag und eine kurze Autor:innen-Beschreibung bis zum 15. Dezember 2020 unter info@IDAev.de ein. Eine Zusage geben wir bis zum 15. Januar 2021. Den fertigen Beitrag erwarten wir nach Zusage bis zum 15. April mit einem Umfang von 17.500 Zeichen (inkl. Leerzeichen und Literatur).

Rückfragen beantworten wir gern unter info(at)IDAev.de.

Einen Einblick in die bereits publizierten Reader gibt es unter https://www.idaev.de/publikationen/reader.

]]>
Aktuelles
news-246 Mon, 26 Oct 2020 07:49:18 +0100 Reader „Kontinuitäten und neue Perspektiven“ – 30 Jahre IDA https://www.idaev.de/detailansicht-aktuelles/reader-kontinuitaeten-und-neue-perspektiven-30-jahre-ida Das Informations- und Dokumentationszentrums für Antirassismusarbeit e.V. (IDA) nutzt sein 30-jähriges Jubiläum für einen Rückblick nach vorne. In einem Reader werden Kontinuitäten und neue Perspektiven der letzten 30 Jahre präsentiert, die sich sowohl sprachlich als auch konzeptionell niederschlagen. So wurde IDA 1990 als Informations-, Dokumentations- und Aktionszentrum gegen Ausländerfeindlichkeit für eine multikulturelle Gesellschaft gegründet. Aus den „AusländerInnen“ wurden danach ausländische Mitbürger:innen, Menschen mit Migrationshintergrund und -geschichte sowie schließlich Menschen mit Rassismuserfahrungen und BIPOC*. Aus der Antirassismusarbeit wurde die Rassismuskritische Bildungsarbeit, die auch eigene rassistische Prägungen in den Blick nimmt und die Bekämpfung des Rassismus nicht von der Selbstreflexion und eigenen Verwicklung entlastet.

Im ersten Kapitel werden gesellschaftliche Entwicklungen wie völkischer Nationalismus im rechtspopulistischen Gewand, die Frage der Neutralität in der politischen Bildung, die Auswirkungen des Anschlags von Hanau auf rassistisch diskreditierbare Menschen, anti-asiatischer Rassismus in Zeiten von Corona, die Identitäre Bewegung in Deutschland und die Erinnerungsarbeit nach rassistischen Anschlägen diskutiert.

Das zweite Kapitel stellt wichtige Arbeitsfelder, wie die Rassismuskritische Öffnung von Jugendverbänden oder einen rassismuskritischen Sprachgebrauch, sowie die Vielfalt-Mediathek, das IDA-NRW und die Opferberatung Rheinland vor.

Für das dritte Kapitel hat IDA-Geschäftsführer Ansgar Drücker Kooperationspartner:innen des IDA interviewt: Ali Can, Initiator des Hashtags #metwo, Lydia Nofal, RAA Berlin, Akin Şimşek, Bund der Muslimischen Jugend, Gian Aldonani, Êzîdische Jugend, und Alexandra Dornhof, Deutsche Jugend aus Russland.

Das vierte Kapitel entführt die Lesenden optisch auf eine Reise durch 30 Jahre Cover der IDA-Reader, durch Flyer und weitere Veröffentlichungen.

 

Bis zu drei Exemplare des Readers können bei IDA gegen eine Versandpauschale von 3,00 Euro zuzüglich der gewichtsabhängigen Portokosten über die IDA-Webseite unter www.idaev.de/publikationen/reader bestellt oder dort als PDF heruntergeladen werden.

Ansgar Drücker (Hg.): Kontinuitäten und neue Perspektiven. – 30 Jahre IDA: Von der Antirassismusarbeit zur Rassismuskritischen Bildungsarbeit, Düsseldorf 2020: Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit e. V.

]]>
Aktuelles Pressemitteilungen
news-245 Thu, 15 Oct 2020 12:13:21 +0200 Fach- und Jubiläumstagung anlässlich 30 Jahre IDA e. V. - Umstellung auf eine Online-Veranstaltung https://www.idaev.de/detailansicht-aktuelles/fach-und-jubilaeumstagung-anlaesslich-30-jahre-ida-e-v „Kontinuitäten und neue Perspektiven – 30 Jahre IDA: Von der Antirassismusarbeit zur Rassismuskritik" lautet der Titel der Fach- und Jubiläumstagung anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Informations- und Dokumentationszentrums für Antirassismusarbeit e. V. (IDA). Eine Teilnahme ist nach Anmeldung kostenlos möglich. Die Veranstaltung findet von Freitag, 13. November, 14 Uhr, bis Samstag, 14. November, 13 Uhr, online statt.

Jubiläen sind nicht nur ein Anlass zurückzublicken, sondern bieten auch eine Chance zum Innehalten und zur Reflexion. Auf Initiative von Jugendverbänden wird 1990 das IDA mit dem Ziel gegründet, mit Bildungsarbeit gegen Rassismus und Rechtsextremismus vorzugehen. Die Gründung steht in direktem Zusammenhang mit den rassistischen Pogromen der 1990er Jahre. Dadurch entwickeln sich die Kernthemen des IDA: Rassismus(kritik), Rechtsextremismus, Antisemitismus und weitere, sich im Laufe der Zeit manifestierende migrationsgesellschaftliche und demokratiepädagogische Themenkomplexe wie bspw. Flucht und Asyl. Die Begriffe und auch die Vorstellungen dazu sind noch andere – die Abkürzung IDA steht anfangs für Informations-, Dokumentations- und Aktionszentrum gegen Ausländerfeindlichkeit für eine multikulturelle Gesellschaft. Rassismus wird heute häufiger thematisiert und als solcher benannt als vor 30 Jahren und der Begriff hat sich bis hinein in staatliche Stellen punktuell etabliert. Die rassismuskritische Analyse ist zunehmend differenzierter geworden. Viele Institutionen und Organisationen arbeiten an ihrer interkulturellen oder rassismuskritischen Öffnung. Selbstorganisationen haben dazu beigetragen, dass Minderheiten und Communitys sichtbarer und hörbarer geworden sind.

Diese positiven Entwicklungen können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es weiterhin (lebens-)gefährlich ist, als Schwarze:r, Person of Color, migrantisierte Person, Jüdin:Jude, Muslim:in, Rom:ni oder Sinto:izza in Deutschland zu leben. Sie haben nicht verhindern können, dass sich rechtsextreme Übergriffe bis hin zu Rechtsterrorismus regelmäßig wiederholen und dass vor allem rassistisch oder antisemitisch diskreditierbare Menschen die Angegriffenen sind. Dass Rassismus also auch auf der einen oder anderen institutionellen Ebene nicht mehr als Tabuwort gilt, heißt noch nicht, dass aktiv gegen Rassismus vorgegangen wird, dass Mitarbeitende vor Rassismus geschützt werden und dass eigene Rassismen eingestanden und reflektiert werden.

IDA möchte die Tagung nutzen, neue Anregungen und Ideen zur zukünftigen Gestaltung rassismuskritischer Bildungsarbeit und des andauernden Engagements gegen Rechtsextremismus zu gewinnen.

Das Programm der Veranstaltung, weitere Informationen und der Link zur Anmeldung finden sich unter https://www.idaev.de/aktuelles/veranstaltungen/anmeldung/kontinuitaeten-und-umbrueche-30-jahre-rassismuskritik-bei-ida-e-v. Eine Anmeldung für die Online-Teilnahme ist erforderlich. Der Link zur Teilnahme an der Fachtagung und am Festakt am Freitagabend wird dann rechtzeitig übermittelt.

 

]]>
Aktuelles Pressemitteilungen
news-244 Fri, 09 Oct 2020 16:02:52 +0200 Neuer IDA-Reader erschienen: Rassismuskritische Öffnung II https://www.idaev.de/detailansicht-aktuelles/neuer-ida-reader-erschienen-rassismuskritische-oeffnung-ii Impulse zur rassismuskritischen Entwicklung der Jugend(verbands)arbeit

Die britisch-australische Wissenschaftlerin Sara Ahmed hat die rassismuskritische Veränderung von Organisationen einmal mit dem Gefühl verglichen, den Kopf immer wieder gegen eine Backsteinmauer zu schlagen. „Das haben wir schon immer so gemacht.“ Wer kennt diesen Satz nicht oder hat sich nicht selbst schon dabei ertappt, ihn zu sagen. Mit ihrem Sinnbild beschrieb Ahmed die Erfahrung, wie träge Institutionen auf Versuche reagieren können, ihre Routinen und Organisationskultur so zu verändern, dass sie für alle Menschen gleichermaßen zugänglich sind.

Wie viele andere Organisationen ist auch die Jugend(verbands)arbeit in rassifizierte Strukturen verstrickt und steht daher vor der Aufgabe, ihre Gewohnheiten daraufhin zu befragen, inwiefern sie Ausschlüsse schaffen und wie sie verändert werden können.

Der zweite Reader zur Rassismuskritischen Öffnung will Anregungen für diese Prozesse geben. Er ergänzt den ersten Reader aus dem Jahr 2019 mit Beiträgen zu Möglichkeiten, Organisationsbereiche rassismuskritisch zu gestalten und um Erfahrungen aus der rassismuskritischen Prozessbegleitung. Umfassend kommen Stimmen aus der Jugend(verbands)arbeit zu Wort, die ihre Perspektiven und Erfahrungen zu Rassismuskritik und RKÖ aus ihren Verbänden heraus präsentieren und diskutieren.

Darüber hinaus enthält der neue Reader einen umfassenden Fragenkatalog, der als Hilfestellung dienen soll, die eigene(n) Organisation(en) und Entwicklungsprozesse reflexiv zu überprüfen. Zentrale Begrifflichkeiten, wie BIPoC*, Weiße Zerbrechlichkeit oder Gadjé-Rassismus werden in einem Glossar erläutert. Somit liefert der neue Reader weitere Impulse zur rassismuskritischen Entwicklung der Jugend(verbands)arbeit.

Bis zu drei Exemplare des Readers können bei IDA gegen eine Versandpauschale von 3,00 Euro zuzüglich der gewichtsabhängigen Portokosten über die IDA-Webseite unter www.IDAev.de/publikationen/reader bestellt oder dort als PDF heruntergeladen werden.

Sebastian Seng, Nora Warrach (Hg.), Rassismuskritische Öffnung II. Impulse zur rassismuskritischen Entwicklung der Jugend(verbands)arbeit, Düsseldorf 2020: Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit e. V.

]]>
Aktuelles Pressemitteilungen Reader
news-242 Mon, 31 Aug 2020 13:52:29 +0200 IDA macht keinen Vorschlag für den Nationalen Integrationspreis der Bundeskanzlerin https://www.idaev.de/detailansicht-aktuelles/ida-macht-keinen-vorschlag-fuer-den-nationalen-integrationspreis-der-bundeskanzlerin Im Juni erhielt IDA e. V. vom Chef des Bundeskanzleramts Prof. Dr. Helge Braun die Einladung, eine Person, Gruppe, Organisation oder Kommune für den Nationalen Integrationspreis der Bundeskanzlerin vorzuschlagen. Warum sich IDA, IDA-NRW und die Opferberatung Rheinland gemeinsam entschieden haben, diese Einladung nicht anzunehmen, ist hier nachzulesen... Im Juni erhielt IDA e. V. vom Chef des Bundeskanzleramts Prof. Dr. Helge Braun die Einladung, eine Person, Gruppe, Organisation oder Kommune für den Nationalen Integrationspreis der Bundeskanzlerin vorzuschlagen. Den Preis hat die Bundesregierung 2016 mit der „Meseberger Erklärung zur Integration“ geschaffen. In diesem Jahr liegt der Fokus auf Projekten, die erfolgreich zur Integration von Frauen mit Einwanderungsgeschichte beigetragen haben.

Auf Basis folgender Argumente entschieden sich IDA, IDA-NRW und die Opferberatung Rheinland, keine Benennung vorzunehmen:

 

  1. Der Begriff „Integration“ hat inzwischen durch autoritär vorgetragene Erwartungen auch seitens der Politik häufig einen negativen Klang und wird oft eher als auf Assimilation statt auf Inklusion ausgerichtet wahrgenommen. Dies spiegelt sich häufig in einem Defizitdiskurs über Zugewanderte wider und ist nach unserer Wahrnehmung auch der Geist der Meseberger Erkärung und dem dort formulierten Prinzip des Forderns und Förderns, die Grundlage der Auslobung des Preises ist. Dabei werden sowohl die mangelnden Zugänge für Migrierte aufgrund der ausländer- und asylrechtlichen Zugangsbarrieren als auch die sie einschränkenden Rassismuserfahrungen ausgeblendet. Migrierte Menschen stoßen etwa bei der Arbeitssuche auf institutionellen Rassismus, der ihre „Integration“ verhindert.

    Die Mehrheitsgesellschaft und die Politik sind daher gefordert, diese Hürden abzubauen, um gleiche Zugangschancen für alle zu gewährleisten. Zudem ist es problematisch, wenn Forderungen, „sich zu integrieren“ nur auf Menschen bezogen werden, die nicht als „deutsch“ wahrgenommen werden. Beispielsweise werden Forderungen, sich an geltendes Recht zu halten oder sich zum Grundgesetz zu bekennen, nicht an alle Menschen in Deutschland gerichtet, sondern eben nur an „die Anderen“.
     
  2. Die Zuschreibung eines Integrationsauftrags an migrierte Menschen schreibt diese als Andere fest: Im Integrationsparadigma, das dem Integrationspreis zugrunde liegt, wird ein homogenes Zentrum – ein „Wir“ – konstituiert und migrierten Menschen als homogene Gruppe gegenübergestellt sowie implizit angenommen, dass sie nicht zur Gesellschaft gehören. Auf dieser Basis wird ihnen – also nur den migrierten Menschen – ein Integrationsdefizit unterstellt und ein Auftrag dazu mitgegeben. Dieser Mechanismus wird in der Rassismuskritik als Othering beschrieben und grenzt Menschen aus.

    Diese Erfahrung haben migrierte Menschen mit BIPoC* gemeinsam, denen trotz ihres Aufwachsens in Deutschland eine Anpassungspflicht zugeschrieben wird, häufig auch verdeckt in scheinbar positiven Aussagen wie „Sie sind aber gut integriert.“ Die Gesellschaft muss sich also vermeintlich insgesamt nicht verändern und nur Migrierte müssen sich anpassen.
     
  3. Die Ausschreibung blendet die oft gegen die geforderte Integration gerichteten Rassismuserfahrungen aus. Hinzu kommen derzeit intensiver diskutierte Ausprägungen eines institutionellen Rassismus. Durch verschiedene Untersuchungen ist inzwischen nachgewiesen, dass es einen institutionellen Rassismus auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt sowie im Bildungsbereich gibt. Aus unserer Sicht erscheint deshalb der Aspekt des Engagements gegen Rassismus in der Ausschreibung nicht ausreichend mitgedacht. Die Aussage des Bundespräsidenten „Es reicht nicht aus, 'kein Rassist' zu sein. Wir müssen Antirassisten sein“ (auf Basis eines Zitats von Angela Davis) macht diese Notwendigkeit eindrucksvoll deutlich.
     
  4. Wir würden uns wünschen, dass die Ausschreibung nicht nur an Frauen gerichtet ist, da so aus unserer Sicht die geschlechtliche Vielfalt nicht ausreichend berücksichtigt wird. Dabei ist gerade in diesem Themenfeld ein intersektionaler Ansatz besonders wichtig. Mehrere Schwarze Trans*personen spielen und spielten bspw. eine wichtige Rolle im Kampf gegen Rassismus, die möglicherweise durch die gewählte Formulierung ausgeblendet wird. Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass sich Menschen, die sich nicht im binären (männlich-weiblichen) Geschlechterbild verorten, weniger durch eine derartige Formulierung mitgemeint fühlen. Eine Formulierung wie „Frauen*“ oder „alle Personen, die sich als Frauen identifizieren“, könnte hier Abhilfe schaffen.
]]>
Aktuelles
news-241 Mon, 31 Aug 2020 13:16:50 +0200 Der Begriff „Rasse" im Grundgesetz? https://www.idaev.de/detailansicht-aktuelles/der-begriff-rasse-im-grundgesetz Links und Hintergründe zur aktuellen Diskussion über die Streichung des Begriffs „Rasse" in Artikel 3 des Grundgesetzes Im Zuge der Black-Lives-Matter-Bewegung in Deutschland und einer verstärkten Thematisierung von institutionellem Rassismus hat auch die Diskussion über den Begriff „Rasse" in Artikel 3 des Grundgesetzes eine neue Aktualität bekommen.

Im Juni 2020 hat sich Bundesjustizministerin Christine Lambrecht der Forderung der Grünen angeschlossen den Begriff aus Artikel 3 Absatz 3 Grundgesetz zu streichen und durch eine alternative Formulierung zu ersetzen: Mit der Streichung des Begriffs ,Rasse' aus dem Grundgesetz könnten wir ein weiteres wichtiges Signal gegen Rassismus setzen", so die Bundesjustiziministerin in einem Interview (Quelle: https://www.bmjv.de/SharedDocs/Interviews/DE/2020/Print/061820_RND.html, vgl. zur Offenheit der Bundeskanzlerin für diese Überlegungen https://www.spiegel.de/politik/deutschland/grundgesetz-christine-lambrecht-spd-will-begriff-rasse-streichen-a-3aee6262-2149-470a-9057-1573c612ba96 sowie zur Unterstützung durch die Integrationsbeauftragte des Bundes https://www.tagesspiegel.de/politik/diskussion-um-aenderungen-am-grundgesetz-integrationsbeauftragte-will-begriff-rasse-streichen/25919514.html).

Die jetzige Formulierung in Artikel 3 Absatz 3 Grundgesetz lautet: Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden." Die Bundesjustizministerin schlug vor den Passus seiner Rasse" durch rassistisch" zu ersetzen.

Positionierungen für eine Streichung des Begriffs Rasse aus dem Grundgesetz

Bereits 2010 hatte sich das Deutsche Institut für Menschenrechte in einem Policy Paper (vgl. https://www.institut-fuer-menschenrechte.de/fileadmin/_migrated/tx_commerce/policy_paper_16_ein_grundgesetz_ohne_rasse_01.pdf) für die Streichung des Begriffs ausgesprochen und eine alternative Formulierung vorgeschlagen. Dem haben sich in den letzten Jahren auch zahlreiche zivilgesellschaftliche Organisationen aus der Mehrheitsgesellschaft und Migrant:innenorganisationen angeschlossen.

Auch die Antidiskriminierungsstelle des Bundes hatte sich schon 2015 für die Streichung ausgesprochen (vgl. https://www.antidiskriminierungsstelle.de/SharedDocs/Aktuelles/DE/_Archiv/2015/verfassung-grundgesetz-20150309.html)

In der Jenaer Erklärung (https://www.uni-jena.de/190910_JenaerErklaerung, direkter Download: https://www.uni-jena.de/unijenamedia/universit%C3%A4t/abteilung+hochschulkommunikation/presse/jenaer+erkl%C3%A4rung/jenaer_erklaerung.pdf) hatten Wissenschaftler:innen 2019 in einem viel beachteten Text noch einmal klargestellt: Das Konzept der Rasse ist das Ergebnis von Rassismus und nicht dessen Voraussetzung."

Aus der Perspektive der politischen Kommunikation und des Framings beleuchtet ein Artikel aus Politik&Kommunikation die Diskussion und legt dar, warum es richtig und wichtig [ist], Formulierungen zu entfernen, die menschenverachtende Assoziationsmuster hervorrufen und verfestigen": https://www.politik-kommunikation.de/ressorts/artikel/warum-der-rasse-begriff-nicht-ins-grundgesetz-gehoert-1690052167.

Positionierungen gegen eine Streichung des Begriffs Rasse aus dem Grundgesetz

Cengiz Barskanmaz widerspricht dem Vorschlag des Deutschen Instituts für Menschenrechte 2011 in der Zeitschrift Kritische Justiz (vgl. https://www.parlament-berlin.de/ados/17/Recht/vorgang/r17-0185-v_Beitrag%20Cengiz%20Barskanmaz.pdf) und weist auf ein defizitäres Rassismusverständnis in Deutschland hin. Auch ordnet er die deutsche Diskussion in internationale Zusammenhänge ein, zumal der Begriff race" in zahlreichen internationalen Dokumenten verwendet wird, die auch für Deutschland relevant sind.

Auch aus dem Bereich von Migrant:innenorganisationen oder Organisationen von BIPoC gibt es kritische Stimmen zur Streichung des Begriffs Rasse" im Artikel 3. So warnt das von Emilia Roig geleitete Center for Intersectional Justice in Berlin in einer Pressemitteilung (vgl. https://www.intersectionaljustice.org/press-and-talk/2020-06-17-pressemitteilung-artikel-3-des-deutschen-grundgesetzes/) vor einer vorschnellen Tilgung des Begriffs und betont seinen Charakter als soziale Konstruktion, die auch dann Bestand habe, wenn der Begriff nicht mehr verwendet werde.

Elisabeth Kaneza weist auf der Website Junge Wissenschaft im öffentlichen Recht (vgl. https://www.juwiss.de/102-2020/) darauf hin, dass der Begriff Rasse" rechtlich nicht ausdrücke, dass es biologische Menschenrassen" gebe, sondern, dass es Personen und Gruppen gibt, die aufgrund dieses Merkmals Ungleichbehandlung erfahren. Die erste Funktion von Rasse im Recht ist somit, anzuerkennen, dass sowohl rassialisierte Gruppen als auch auf Rassismus basierende Hierarchien existieren und dass die daraus resultierenden Strukturen eine Gleichstellung verhindern." Sie argumentiert weiter, dass mit der vorgeschlagenen Formulierung rassistisch" Sinn und Zweck der entsprechenden Rechtsnormen verändert würden" und fordert ein, dass [p]olitische Parteien (…) jetzt nicht aktionistisch vorpreschen, sondern fachliche Beratungen von Wissenschaftler:innen, insbesondere Forscher:innen of Color, einholen [sollten], wie mit dem Merkmal Rasse im Grundgesetz umzugehen ist."

Fazit

Die kritischen Stimmen aus dem Bereich rassistisch diskreditierbarer Menschen und ihrer Organisationen machen deutlich, dass die Diskussion keineswegs so einfach und eindeutig ist, wie sie auf den ersten Blick erscheinen mag. Sie sollen aber auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Verwendung des Begriffs Rasse im Grundgesetz vielen Menschen suggerieren mag, dass es eben doch Menschenrassen" gebe. Am Ende wird also eine Abwägung stehen müssen, ob es gelingen kann, den Begriff Rasse" durch eine Formulierung zu ersetzen, die die Schutzfunktion des Artikels 3 eher ausweitet als einschränkt und keine durch die bisherige Formulierung geschützten Tatbestände aufgibt.

]]>
Aktuelles
news-239 Thu, 20 Aug 2020 12:12:54 +0200 Online-Veranstaltung: Rassismus - was geht mich das an? https://www.idaev.de/detailansicht-aktuelles/online-veranstaltung-rassismus-was-geht-mich-das-an IDA e. V. ist zu Gast beim Online-Talk der Europäischen Akademie Otzenhausen. Online-Talk mit Nora Warrach, Bildungsreferentin bei IDA e.V., promovierte Migrationssoziologin und Yannick Meisberger, Adolf-Bender-Zentrum.

Die Online-Veranstaltung führt in das komplexe Thema "Rassismus" ein. Was ist Rassismus? Wie wirkt Rassismus? Wie bin ich selbst in rassistisches Denken, Wissen und Handeln verstrickt? Diese und weitere Fragen werden aus einer postkolonialen und rassismuskritischen Perspektive in den Blick genommen.

Im Allgemeinen lässt sich Rassismus als eine Diskriminierungsform beschreiben und gilt als Ausdruck gesellschaftlich manifestierter Machtverhältnisse, die auf kolonialen Herrschaftsverhältnissen beruhen. Menschen mit Rassismuserfahrungen wird der Zugang zu gesellschaftlichen Ressourcen u.a. aufgrund von Stereotypisierung und Ausgrenzung erschwert. Das hat mitunter Auswirkungen auf die Wahrnehmung von Chancen, auf Zukunftsperspektiven und auf das individuelle Zugehörigkeitsempfinden sowie die Identitätsentwicklung. Aber: Was geht mich das alles an?

Start: 27.08.2020 um 18:00 Uhr

Weitere Informationen gibt es unter https://www.eao-otzenhausen.de/bildungsprogramme/veranstaltung/online-veranstaltung-rassismus-was-geht-mich-das-an/

]]>
Aktuelles Veranstaltungen
news-240 Tue, 18 Aug 2020 12:36:00 +0200 IDA e. V. ist Bündnispartner von United4Rescue https://www.idaev.de/detailansicht-aktuelles/ida-e-v-ist-buendnispartner-von-united4rescue IDA e. V. ist eine von mehr als 560 zivilgesellschaftlichen Organisationen, die im Bündnis United4Rescue den Einsatz des neuen Seenotrettungsschiffes Sea-Watch 4 unterstützen. United4Rescue unterstützt als unabhängiger, gemeinnütziger Verein die zivile Seenotrettung auf dem Mittelmeer. Im Januar 2020 ermöglichte United4Rescue den Kauf der Sea-Watch 4 als zusätzliches Rettungsschiff, das sich am 15. August 2020 vom Hafen von Burriana (Spanien) auf den Weg in die Such- und Rettungszone vor der Libyschen Küste gemacht hat.

Darüber hinaus unterstützt United4Rescue auch andere zivile Seenotrettungsorganisationen, damit niemals ein Rettungsschiff aufgrund fehlender finanzieller Mittel nicht auslaufen kann. Das Bündnis vereint mehr als 560 große und kleine Organisationen, Initiativen, Unternehmen, Vereine und Stiftungen aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen. Bündnispartner:innen sind u.a. der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), World Vision Deutschland, der Koordinierungsrat der Muslime und die Evangelische Kirche in Deutschland.

IDA e. V. unterstützt das Bündnis, weil das Grundrecht auf Asyl und die Menschenrechte weder in Deutschland noch auf dem Mittelmeer ausgehöhlt werden dürfen, weil das Gebot der Seenotrettung auch und gerade in Bezug auf Flüchtende gelten muss und weil United4Rescue ein wichtiges Zeichen gegen die Festung Europa setzt.

Weitere Informationen gibt es unter https://www.united4rescue.com/

]]>
Aktuelles Pressemitteilungen
news-238 Mon, 17 Aug 2020 10:59:13 +0200 Nachbericht zu den IDA-Online-Fachtagen: „Umgang mit Rechtspopulismus in der Jugend(verbands)arbeit“ https://www.idaev.de/detailansicht-aktuelles/nachbericht-zu-den-ida-online-fachtagen-umgang-mit-rechtspopulismus-in-der-jugendverbandsarbeit Der eigentlich als eintägige Präsenzveranstaltung in Frankfurt/Main geplante Fachtag wäre der vierte seiner Art gewesen. Aufgrund der Corona-Pandemie fand er – auf mehrere Tage verteilt – im veränderten Format der "IDA-Online-Fachtage" statt. Eine Zusammenfassung gibt es hier...  

Häufig wird gefragt: Wer wählt die AfD oder sympathisiert mit ihr? Die Beantwortung dieser Frage sagt aber noch wenig darüber aus, warum ein Teil der Bevölkerung offen für die Politikangebote der AfD ist. Lassen sich Menschen vor allem mobilisieren, weil sie von den wirtschaftlichen Entwicklungen der letzten Jahre abgehängt wurden? Wollen sie den demokratischen Parteien einen „Denkzettel“ verpassen? Oder ist die Partei für Menschen interessant, die sich mit ihren Ungleichwertigkeitsideologien in der Programmatik der Partei und den Aussagen ihrer Vertreter:innen wiederfinden?

Axel Salheiser ist Wissenschaftlicher Referent am Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft in Jena und Co-Autor des Thüringen-Monitors. In der Einführungsveranstaltung zeigte er auf, dass sich die Wahlerfolge der AfD nicht überwiegend durch die individuelle soziale Situation der Wähler:innen erklären lassen und dass die meisten Wähler:innen die AfD nicht als Protestpartei auswählen, sondern sehr wohl wissen, für welche rassistischen, antisemitischen und rechtsextremen Positionen sie steht. Als erklärungskräftigsten Faktor machte er die Existenz einer normalisierten extrem rechten Alltagskultur vor Ort aus.

Özge Erdoğan ist Bundesvorsitzende des Bundes der Alevitischen Jugendlichen in Deutschland und hat sowohl die jugendpolitische Perspektive als auch die einer Migrant:innenjugendselbstorganisation (MJSO) im Rahmen eines Webinars eingebracht. Sie hält ein breites jugendpolitisches Engagement gegen Rechtspopulismus und Rassismus für dringend erforderlich, auch um das Risiko von Rassismuserfahrungen für Mitglieder ihres Verbandes im öffentlichen Diskurs verringern. Darüber hinaus plädiert sie für Solidarität und Verbündete, um die Stimme von MJSOn insgesamt zu stärken.

Der Sozialarbeiter Tobias Burdukat aus Grimma im Landkreis Leipzig berichtete in seinem Webinar von seinem Konzept einer emanzipatorischen Jugendarbeit, das im "Dorf der Jugend" in Grimma umgesetzt wird. Er sieht erhebliche Probleme bei der Stärkung der demokratischen Kultur und Zivilgesellschaft vor Ort in Zeiten der AfD, solange durch eine hohe Abwanderungsquote flexibler und aufgeschlossener junger Menschen eine Jugendkultur auf dem Lande entsteht, in der Frustration verbreitet ist, rassistische Einstellungen oft unwidersprochen bleiben und rechtsextreme jugendkulturelle Elemente nicht als Störung empfunden werden.

Avital Grinberg und Ruben Gerczikow von der Jüdischen Studierendenunion Deutschlands erläuterten in ihrem Webinar den Feigenblatt-Charakter der "Juden in der AfD", gingen aber auch auf die Anfälligkeit innerhalb der jüdischen Community für autoritäre oder antimuslimische Positionierungen ein. Sie betonten, dass die JSUD jedwede Kooperation mit der AfD ablehne, um sich nicht von der AfD instrumentalisieren zu lassen, und dass Antisemitismus weder mit Rassismus noch mit antimuslimischem Rassismus bekämpft werden könne.

In der gemeinsamen Abschlussdiskussion mit den Referent:innen des Eröffnungsvortrags und der drei Webinare wurden unterschiedliche Positionierungen zu der Eingangsfrage deutlich, ob sie sich einer Podiumsdiskussion mit der AfD stellen würden. Das gemeinsame Ziel unterschiedlicher Strategien im Umgang mit der AfD war aber eine Eingrenzung der Verbreitung und des Wirksamwerdens von Hass, Diskriminierung und Rassismus. Eine besonders wichtige Zielgruppe seien dabei vor allem die Personen, die sich in einzelnen Positionen der AfD wiederfinden oder überlegten, sie zu wählen, aber noch nicht entschieden seien. Bezweifelt wurde, dass das Ziel politischer Bildung im Kontext des Rechtspopulismus wirklich immer eine Förderung eines kritischen und emanzipatorischen Bewusstseins junger Menschen sei. Dies sei vor allem im ländlichen Raum, wo Schule neben dem Elternhaus die wesentliche Sozialisationsinstanz sei, oft nicht zu beobachten.

Ein geplantes Webinar zum Thema "Geschlechterreflektierte Pädagogik gegen extrem rechten Populismus" musste leider ausfallen und wird am Dienstag, den 15. September von 17:00 Uhr bis 18:30 Uhr mit Tina Leber als Referentin nachgeholt. Zur Veranstaltung geht es hier

Der eigentlich als eintägige Präsenzveranstaltung in Frankfurt/Main geplante Fachtag wäre der vierte seiner Art gewesen. Aufgrund der Corona-Pandemie fand er – auf mehrere Tage verteilt – im veränderten Format der "IDA-Online-Fachtage" statt. Wir danken allen Mitwirkenden, dass sie sich auf diese Form der Präsentation und Diskussion eingelassen haben, und allen Teilnehmenden für Ihr Interesse.

]]>
Aktuelles Veranstaltungen
news-237 Wed, 15 Jul 2020 09:57:38 +0200 Buchveröffentlichung zur Anti-Bias-Bildung erschienen https://www.idaev.de/detailansicht-aktuelles/buchveroeffentlichung-zur-anti-bias-bildung-erschienen Die Veröffentlichung zur Anti-Bias-Bildung mit einem Vorwort von Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth ist ab sofort als Buch erhältlich. IDA unterstützt damit die pädagogische Bearbeitung von Diskriminierungen in der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit. Bildungsarbeit gegen Voreingenommenheiten und Diskriminierungen

Mit dem Ansatz der Anti-Bias-Bildung werden Voreingenommenheiten und Einseitigkeiten in Bezug auf verschiedene gesellschaftliche Differenzlinien bearbeitet. Dadurch werden strukturelle Schieflagen und Diskriminierungen sichtbar. Dies ermöglicht es Handlungsspielräume auszuleuchten und als von Diskriminierung und Vorurteilen betroffene Person in eine aktive Rolle zu kommen. Gleichzeitig ermöglicht der Ansatz eine Sensibilisierung für die Herausforderungen einer vielfältigen Gesellschaft und für die Lebensrealitäten verschiedener benachteiligter Gruppen. Mit der Veröffentlichung unterstützt IDA die pädagogische Bearbeitung von Diskriminierungen in der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit.

Autor der Buchveröffentlichung ist Dr. Prasad Reddy, der Gründer und Geschäftsführer des in Bonn ansässigen Zentrums für Soziale Inklusion, Migration und Teilhabe (ZSIMT). Er ist promovierter Erziehungswissenschaftler und verfügt über mehrjährige internationale Erfahrung als Experte, Projektleiter, Berater und Referent in den Bereichen der Diversity Management im Non-Profit Bereich und gesellschaftliche Teilhabe. Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth leitet die Veröffentlichung mit einem Vorwort ein.

Herausgeber ist das Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit e.V. (IDA). IDA versteht sich als das Dienstleistungszentrum der Jugendverbände für die Themenfelder Rassismuskritik, Rechtsextremismus, Migrationspädagogik und Diversität. Das 200 Seiten umfassende Buch ist für 10,00 Euro inkl. Versandkosten erhältlich und kann unter https://www.idaev.de/publikationen/veroeffentlichung-zur-anti-bias-bildung/ bestellt werden.

 

Prasad Reddy: „Hier bist du richtig, wie Du bist!“ – Theoretische Grundlagen, Handlungsansätze und Übungen zur Umsetzung von Anti-Bias-Bildung für Schule, Jugendarbeit, Soziale Arbeit und Erwachsenenbildung. Düsseldorf 2020: Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit e. V., 200 Seiten, ISBN 978-3-9821886-1-4

]]>
Pressemitteilungen
news-236 Tue, 23 Jun 2020 13:18:34 +0200 Kalender mit Feier- und Gedenktagen jetzt auch online und als ICal-Datei zum Einlesen in digitale Kalender verfügbar https://www.idaev.de/detailansicht-aktuelles/kalender-mit-feier-und-gedenktagen-jetzt-auch-online-und-als-ical-datei-zum-einlesen-in-digitale-ka Den Kalender mit den Feier- und Gedenktagen der Migrationsgesellschaft gibt es nun auch digital. So ist es möglich, die Termine direkt in den Kalender zu übertragen oder auf der eigenen Website einzubetten. Er ist für alle Menschen konzipiert, die Teil der diversen Gesellschaft Deutschlands sind. Feier- und Gedenktage der Migrationsgesellschaft für die Jahre 2020 bis 2024

Chanukkah, Weihnachten, Newroz; Welt-Aids-Tag, Welt-Autismus-Tag, Tag der Menschenrechte – dieser Kalender mit Feier- und Gedenktagen der Migrationsgesellschaft ist für alle Menschen konzipiert, die Teil der diversen Gesellschaft Deutschlands sind: Für Schwarze Menschen und für Frauen, für jüdische Menschen und Êzîd:innen, für Menschen mit Behinderung und LSBT*IQ u.v.a.m. Damit bietet er eine Erweiterung bereits bestehender interreligiöser oder interkultureller Kalender.

Die Kalenderansicht kann unter folgendem Link aufgerufen werden: https://calendar.google.com/calendar/embed?src=9huf2r29m9hrs1t9nh8g9jlims@group.calendar.google.com&ctz=Europe%2FBerlin.

Der Link zum Download im ICal-Format für den Import in gängige digitale Kalender ist: https://calendar.google.com/calendar/ical/9huf2r29m9hrs1t9nh8g9jlims%40group.calendar.google.com/public/basic.ics.

Mit diesem Code kann der Kalender in eine Website eingebettet werden:
<iframe src="https://calendar.google.com/calendar/embed?src=9huf2r29m9hrs1t9nh8g9jlims%40group.calendar.google.com&ctz=Europe%2FBerlin" style="border: 0" width="800" height="600" frameborder="0" scrolling="no"></iframe>

Der Kalender umfasst zahlreiche Feier- und Gedenktage unterschiedlicher religiöser, ethnischer und kultureller Gruppen. Im Feld "Beschreibung" werden alle Tage erläutert. Die Datei ermöglicht somit auch das Einlesen beweglicher Feste für die Jahre 2020 bis 2024, die bei Interesse ins eigene Kalendarium übernommen werden können. Dieser Kalender unterstützt die offene, tolerante und aneinander interessierte Gesellschaft dabei, verschiedene Feier- und Gedenktage im Blick zu haben, die für die unterschiedlichen in Deutschland lebenden Menschen von Bedeutung sein können.

Dabei umfassen die Daten muslimische, hinduistische, jüdische, christliche und buddhistische Feier- und Gedenktage sowie solche von Sinti*zze und Rom*nja, Kurd:innen, Alevit:innen, Bahai und Êzîd:innen. Weitere bedeutsame Feier- und Gedenktage enthält er für Schwarze Menschen, für LSBT*IQ, Frauen, Menschen mit Behinderung und bzgl. des Lebensalters. Eine weitere Kategorie führt Gedenktage bzgl. des Nationalsozialismus, gegen Rechtsextremismus, gegen Rassismus und für Menschenrechte/Demokratie auf. Somit wird über den Link u.a. an den Sprengstoffanschlag in der Probsteigasse in Köln (19. Januar) oder an den Internationalen Tag zur Abschaffung der Sklaverei (2. Dezember) und weitere (inter-) national bedeutsame Tage erinnert.

Weiterhin ist der Kalender auch als zeitloser Wandkalender erhältlich. Bis zu fünf Exemplare können bei IDA versand- und portokostenfrei bestellt werden. Ab sechs Stück werden gewichtsabhängige Portokosten zzgl. 3,00 Euro Versandkostenpauschale je Sendung berechnet. Der Kalender kann über die IDA-Webseite unter www.idaev.de/publikationen/flyer/ bestellt oder dort als PDF heruntergeladen werden.

]]>
Aktuelles Pressemitteilungen
news-234 Tue, 16 Jun 2020 12:00:00 +0200 Kooperationsseminar des IDA e. V. und Amaro Drom e. V. über „Antiziganismus im Internet“ https://www.idaev.de/detailansicht-aktuelles/kooperationsseminar-des-ida-e-v-und-amaro-drom-e-v-ueber-antiziganismus-im-internet Das Seminar soll die Möglichkeit bieten, über antiziganistischen Hass im Netz zu diskutieren, verschiedene Lösungen dafür zu erarbeiten und einen geschützteren Raum zu schaffen, in dem die Teilnehmer:innen über eigenen Erfahrungen berichten, sich gegenseitig empowern und für den Austausch in der Zukunft vernetzen können.  

Termin: 16. bis 19. Oktober 2020                                                                   

Veranstaltungsort:  Intercity Hotel Leipzig, Tröndilinring 2, 04105 Leipzig

Übernachtungsort:  A&O Hostel Leipzig Hauptbahnhof
Brandenburger Str.2
04103 Leipzig

Anmeldung bis 1. Oktober 2020 an:  roman.bakuradze(at)amarodrom.de

Veranstaltende:  IDA e.V. in Kooperation mit Amaro Drom e.V.

Die Veranstaltung findet im Rahmen des alljährlichen Bundesjugendtreffens Terne Sinti und Roma von Amaro Drom e.V. statt. Sie wird gefördert durch die Bundeszentrale für politische Bildung.

Seminarleitung: Roman Bakuradze (Amaro Drom e.V.)

Hate Speech gegen Sinti*zze und Roma*nja ist heutzutage leider in vielen Formen und auf zahlreichen Webseiten, in Foren oder Internet-Communitys anzutreffen. Vor allem sind auf diesem Gebiet rechtsextrem oder weitere nationalpopulistische Gruppen aktiv, welche Antiziganismus im Internet verbreiten, um den Hass gegen Sinti*zze und Rom*nja anzufachen bzw. sie zu beleidigen. Selbstverständlich ist dieser Hass gegen Vertreter:innen der Sinti*zze und Rom*nja-Community die digitalisierte Form von antiziganistischen Vorurteilen und Stereotypen, welche seit langem in der Gesellschaft verbreitet sind. Es muss auch erwähnt werden, dass trotz des Eintrags von Antiziganismus in der Statistik von politisch motivierter Kriminalität seit dem Jahr 2017 äußerst wenige Strafanzeigen wegen Hasspropaganda gegen Sinti*zze und Rom*nja erstellt werden, was der Realität kaum entsprechen dürfte.

Wegen mangelhafter Monitoringkapazitäten von Antiziganismus im virtuellen Raum können keine Lösungsstrategien für dieses Problem erarbeitet werden. Der letzte internationale Bericht zum Hass im Netz weist aber darauf hin, dass hinter den Hetzkampagnen gegen Minderheiten, darunter auch Sinti*zze und Rom*nja, nicht nur anonyme Nutzer:innen, sondern auch politische Parteien oder weitere gesellschaftliche Akteur:innen stehen können. Das führt zur weiteren Legitimation von Diskriminierung oder auch gewaltsamen Aktionen gegen Sinti*zze und Rom*nja.

Mithilfe dieses Seminars möchten wir zusammen mit eingeladenen Referent:innen den teilnehmenden Personen eine Möglichkeit geben, über den antiziganistischen Hass im Netz zu diskutieren und verschiedene Lösungen dafür zu erarbeiten. Außerdem ist unser Ziel, einen geschützteren Raum zu schaffen, in dem die Teilnehmer:innen über eigenen Erfahrungen berichten, ohne dass ihre Erfahrungen in Frage gestellt werden, sich gegenseitig empowern und für den Austausch in der Zukunft vernetzen können. Es wird dabei vor allem darauf geachtet, welche Formen und Strukturen Antiziganismus im Internet annehmen kann, um diese zu identifizieren. Neben der Analyse von Antiziganismus in den virtuellen Räumen soll sich das Seminar auch der Sensibilisierung für Antiziganismus im Internet widmen. Auf diese Weise soll die Veranstaltung als weiterer Schritt zur Entwicklung von Standards in der pädagogischen Arbeit und politischen Bildung bei Amaro Drom dienen.

Zielgruppe: Junge Sinti*zze und Rom*nja und junge Menschen mit Migrationshintergrund.

Das Programm finden Sie hier.

 

 

 

 

]]>
Aktuelles Veranstaltungen
news-233 Fri, 29 May 2020 10:41:59 +0200 Jetzt anmelden: IDA-Training „Eindeutig uneindeutig?“ – Ein Training zum Umgang mit Widersprüchen in der diskriminierungskritischen Jugendarbeit https://www.idaev.de/detailansicht-aktuelles/jetzt-anmelden-ida-training-eindeutig-uneindeutig-ein-training-zum-umgang-mit-widerspruechen-in Im IDA-Training möchten wir mit den Teilnehmenden die Fähigkeit trainieren, mit Widersprüchen und Uneindeutigkeiten in der eigenen Bildungsarbeit umzugehen. Im Mittelpunkt steht dabei die Gesprächsmethode und Haltung Mahloquet. 9. Oktober, 12 Uhr, bis 10. Oktober 2020, 15 Uhr, Jugendbildungsstätte Unterfranken, Würzburg

 

Gut oder böse? Wahrheit oder Fake? „Männlich” oder „weiblich”? Mit oder ohne „Migrationshintergrund”? Hinter dem Stichwort „Ambiguitätstoleranz“ (auch: Widerspruchstoleranz) verbirgt sich die Fähigkeit, Mehrdeutigkeiten auszuhalten und anzuerkennen. Menschen, die das gut können, fällt es leichter, unterschiedliche politische, religiöse oder gesellschaftliche Überzeugungen und Lebenseinstellungen anzuerkennen. Sie kommen besser damit klar, dass es keine absoluten Wahrheiten gibt, sondern viele unterschiedliche Perspektiven, die sich zwar teilweise widersprechen können, aber doch mit gleicher Wahrscheinlichkeit gültig sind. Merkmale für eine auffallend geringe Ambiguitätstoleranz sind hingegen u. a. Wahrheitsobsession, Geschichtsverneinung und Reinheitsstreben.

Im IDA-Training möchten wir mit den Teilnehmenden die Fähigkeit trainieren, mit Widersprüchen und Uneindeutigkeiten in der eigenen Bildungsarbeit umzugehen. Im Mittelpunkt steht dabei die Gesprächsmethode und Haltung Mahloquet. Sie ist der jüdischen Tradition entnommen und wurde für den deutschen Kontext von Leah Carola Czollek und Gudrun Perko weiterentwickelt. Mittlerweile wird sie erfolgreich in Bereichen der Konfliktlösung, der Mediation, der Erwachsenenbildung und Lehre sowie im Social Justice und Diversity-Training angewandt. Mit Hilfe dieser Methodik widmen wir uns folgenden Fragen: Wie lässt sich Ambiguitätstoleranz erkennen? Was bedeutet sie für die eigene Kinder- und Jugendarbeit? Wie lässt sich das Konzept vermitteln? Wie hängt Ambiguitätstoleranz mit Diskriminierung sowie rechtsextremen und -populistischen Einstellungen zusammen und was bedeutet das für deren Prävention?

Das IDA-Training richtet sich an Ehren- und Hauptamtliche sowie an freiberufliche Trainer:innen, die in der Jugend(verbands-) und -bildungsarbeit tätig sind, sowie an Studierende. Wir setzen die Bereitschaft voraus, sich kritisch mit der eigenen Haltung und Arbeitspraxis auseinanderzusetzen. Um dem Seminar inhaltlich folgen zu können, sind mindestens deutsche Sprachkenntnisse der Stufe B2 notwendig. Wenn Bedarf an einer Sprachmittlung oder DGS-Übersetzung bestehen sollte, sprechen Sie uns gerne an. Die Jugendbildungsstätte Unterfranken ist barrierefrei zugänglich. Weitere Informationen sind zu finden unter https://www.jubi-unterfranken.de/.

Durchgeführt wird das IDA-Training von Sarah Gräf (Social Justice & Diversity-Trainerin), Sebastian Seng und Nora Warrach (Bildungsreferent:innen bei IDA e. V.).

Das IDA-Training findet statt, sofern aktuelle CoViD-19-Beschränkungen Zusammenkünfte zulassen. Andernfalls werden wir zeitnah über eine mögliche Alternative informieren.

 

Anmeldung und Information

Anmeldeschluss ist der 24. September 2020.
Die Anmeldung erfolgt über das Anmeldeformular auf unserer Veranstaltungsseite. Alle Informationen zum Seminar finden Sie dort.

Für Fragen und weitere Informationen stehen Nora Warrach und Sebastian Seng zur Verfügung:

Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit e. V.
Volmerswerther Straße 20
40221 Düsseldorf

02 11 / 15 92 55-65
nora.warrach(at)idaev.de
sebastian.seng(at)idaev.de
info(at)idaev.de

 

Datenschutz

IDA e. V. erhebt, speichert und verarbeitet Ihre persönlichen Daten ausschließlich zum Zwecke der Abwicklung des Trainings.

 

Veranstalter und Förderung

Dieses Seminar ist eine Veranstaltung des Informations- und Dokumentationszentrums für Antirassismusarbeit (IDA) e. V. und wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend aus dem Kinder- und Jugendplan des Bundes gefördert.

 

 

Wir legen sehr viel Wert auf ein respektvolles Miteinander. In diesem Sinne behalten wir uns vor, von unserem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

]]>
Aktuelles Veranstaltungen
news-232 Mon, 11 May 2020 17:58:48 +0200 IDA-Online-Fachtage zum „Umgang mit Rechtspopulismus in der Jugend(verbands)arbeit“ https://www.idaev.de/detailansicht-aktuelles/ida-online-fachtage-zum-umgang-mit-rechtspopulismus-in-der-jugendverbandsarbeit Häufig wird gefragt: Wer wählt die AfD oder sympathisiert mit ihr? Die Beantwortung dieser Frage sagt aber noch wenig darüber aus, warum ein Teil der Bevölkerung offen für die Politikangebote der AfD ist. Lassen sich Menschen vor allem mobilisieren, weil sie von den wirtschaftlichen Entwicklungen der letzten Jahre abgehängt wurden? Wollen sie den demokratischen Parteien einen „Denkzettel“ verpassen? Oder ist die Partei für Menschen interessant, die sich mit ihren Ungleichwertigkeitsideologien in der Programmatik der Partei und den Aussagen ihrer Vertreter:innen wiederfinden?

Die Frage, wie die Wahl und Sympathie der bzw. für die AfD zu erklären ist, ist unerlässlich für eine wirksame Präventionsarbeit, die sich Demokratieförderung und Menschenrechtsorientierung auf ihre Fahnen geschrieben hat. Daher stellen wir zu Beginn der Webinar-Reihe verschiedene Erklärungsansätze vor und diskutieren sie. Darauf aufbauend fragen wir in den anschließenden Online-Workshops: Welche Herausforderungen ergeben sich aus den AfD-Wahlerfolgen und rechtsterroristischen Anschlägen für die Jugend(verbands)arbeit? Welchen Einfluss haben Geschlechterbilder und geschlechtsbezogene Sozialisationserfahrungen auf das Sympathisieren mit der AfD? Wie können die demokratische Kultur und Zivilgesellschaft vor Ort gestärkt werden und welche Rolle können Jugendverbände dabei spielen? Wie lässt sich erklären, dass Menschen mit der AfD sympathisieren, die selbst Rassismus und Antisemitismus erleben? In der Abschlussveranstaltung werden wir die Ergebnisse und Erkenntnisse aus den Workshops sowie offenen Fragen zusammentragen und uns darüber austauschen, welche Strategien sich ableiten lassen, damit Jugendverbände und Jugendarbeit Rechtspopulismus wirksam begegnen können.

Der Online-Fachtag wendet sich an Fachkräfte und Multiplikator:innen der Jugend(verbands)arbeit.

Die Programmpunkte sind einzeln belegbar. Das Programm und die Möglichkeit zur Anmeldung finden sich auf der Veranstaltungswebseite. Angemeldete Personen erhalten wenige Tage vor Beginn des Online-Fachtags die Zugangsdaten.

Wir legen Wert auf einen respektvollen Umgang miteinander. Die Veranstaltenden behalten sich deshalb vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

]]>
Aktuelles Veranstaltungen
news-230 Tue, 10 Mar 2020 16:16:46 +0100 Zeitloser Wandkalender: Feier- und Gedenktage der Migrationsgesellschaft https://www.idaev.de/detailansicht-aktuelles/zeitloser-wandkalender-feier-und-gedenktage-der-migrationsgesellschaft

Chanukkah, Weihnachten, Newroz; Welt-Aids-Tag, Welt-Autismus-Tag, Tag der Menschenrechte – dieser Kalender mit Feier- und Gedenktagen der Migrationsgesellschaft ist für alle Menschen konzipiert, die Teil der diversen Gesellschaft Deutschlands sind: Für Schwarze Menschen und für Frauen, für jüdische Menschen und Êzîd:innen, für Menschen mit Behinderung und LSBT*IQ u.v.a.m. Damit bietet er eine Erweiterung bereits bestehender interreligiöser oder interkultureller Kalender.

Auf diesem zeitlos konzipierten Wandkalender befinden sich im Kalendarium auf der Vorderseite zahlreiche Feier- und Gedenktage unterschiedlicher religiöser, ethnischer und kultureller Gruppen. Auf der Rückseite werden alle Tage erläutert, darüber hinaus sind dort auch bewegliche Feste aufgeführt, die bei Interesse eigenständig ins Kalendarium übernommen werden können. Dieser Kalender unterstützt die offene, tolerante und aneinander interessierte Gesellschaft dabei, verschiedene Feier- und Gedenktage im Blick zu haben, die für die unterschiedlichen in Deutschland lebenden Menschen von Bedeutung sein können.

Dabei umfasst der Kalender muslimische, hinduistische, jüdische, christliche und buddhistische Feier- und Gedenktage sowie solche von Sinti*zze und Rom*nja, Kurd:innen, Alevit:innen, Bahai und Êzîd:innen. Weitere bedeutsame Feier- und Gedenktage enthält er für Schwarze Menschen, für LSBT*IQ, Frauen, Menschen mit Behinderung und bzgl. des Lebensalters. Eine weitere Kategorie führt Gedenktage bzgl. des Nationalsozialismus, gegen Rechtsextremismus, gegen Rassismus und für Menschenrechte Demokratie auf. Somit wird in dem Kalender u.a. an den Sprengstoffanschlag in der Probsteigasse in Köln (19. Januar) oder an den Internationalen Tag zur Abschaffung der Sklaverei (2. Dezember) erinnert, er zeigt auf, dass der Februar von der Schwarzen Community als Bla

ck History Month gefeiert wird und informiert über zahlreiche weitere (inter-)national bedeutsame Tage.

]]>
Aktuelles Pressemitteilungen Flyer Publikationen
news-229 Tue, 10 Mar 2020 16:10:21 +0100 Neuer IDA-Reader erschienen: Antimuslimischer Rassismus und Muslimische Jugendarbeit in der Migrationsgesellschaft https://www.idaev.de/detailansicht-aktuelles/neuer-ida-reader-erschienen-antimuslimischer-rassismus-und-muslimische-jugendarbeit-in-der-migratio Ereignisse wie 9/11 oder die Silvesternacht in Köln haben das Bild „der“ Muslim:innen in Deutschland nachhaltig verändert. Buchveröffentlichungen und eine hohe Zahl von Geflüchteten aus muslimisch geprägten Ländern haben die gesellschaftlichen Kontroversen über „die“ Muslim:innen weiter angeheizt.

Ergebnis dieser gesellschaftlichen Entwicklungen ist ein verbreiteter Antimuslimischer Rassismus, der sich gegen Muslim:innen ebenso richtet wie gegen Menschen, die einfach für Muslim:innen gehalten werden. Und schon der Begriff ist umstritten und wird daher zu Beginn der Broschüre diskutiert, ebenso wie Abwehrstrategien gegen das Konzept.

Die Autor:innen beschäftigen sich dann mit Antimuslimischem Rassismus in der Extremen Rechten oder dem Antisemitismus unter Muslim:innen sowie der Zuschreibung desselben an Muslim:innen. In einem Kapitel mit aktuellen Kontroversen rund um den Islam werden Themen wie Männlichkeiten, Homosexualität und Islam, Neutralitätsgesetze oder Salafismusprävention angesprochen. Thematisiert werden auch die Vielfalt und innere Heterogenität muslimischer Communitys und ihrer Verbände sowie Lebenslagen und –realitäten junger Muslim:innen in der superdiversen Migrationsgesellschaft Deutschland.

In einem Kapitel zur Muslimischen Jugendarbeit in Deutschland werden nach einem Überblick verschiedene Verbände und Organisationen vorgestellt. Es folgen Interviews mit der Islamwissenschaftlerin und Lehrerin Lamya Kaddor, Taner Beklen vom Muslimischen Jugendwerk und der êzîdischen Aktivistin Gian Aldonani. Schließlich finden sich Materialien und Links zur vertiefenden Auseinandersetzung mit dem Thema Antimuslimischer Rassismus.

]]>
Aktuelles Neuerscheinungen Pressemitteilungen Publikationen Reader
news-228 Fri, 21 Feb 2020 11:42:33 +0100 Neuer IDA-Reader erschienen: Rassismuskritische Öffnung https://www.idaev.de/detailansicht-aktuelles/neuer-ida-reader-erschienen-rassismuskritische-oeffnung Rassismus strukturiert unsere gesamte Gesellschaft –  vom Kinderbuch über die Schule, den Wohnungs- und den Arbeitsmarkt bis hin zu Ess- und Konsumgewohnheiten. Rassismus macht vor keiner Organisation halt. Auch Jugendverbände sind in diese Verhältnisse eingebettet und daher dazu aufgerufen, sich kontinuierlich mit ihnen zu beschäftigen. Was bedeutet es, Rassismuskritik als Querschnittsaufgabe und Teil des Selbstverständnisses zu begreifen?

Wie bin ich gesellschaftlich positioniert? Welche Privilegien habe ich? Teile ich meine Privilegien und wenn ja, mit wem? Welche Teilhabebereiche sind für mich selbstverständlich und warum? Wem stelle ich welche Fragen, wem nicht und warum? Was gehört zu meiner Normalität und was ist für mich selbstverständlich? Was bedeutet die Einbettung in rassistische Strukturen für die Arbeit von Jugendverbänden, wenn sie dem Anspruch genügen möchten, die Interessen aller Jugendlichen in Deutschland zu vertreten?

Das sind nur einige der Fragen, die im Mittelpunkt des neuen IDA-Readers stehen. Zunächst zeichnet er die Entwicklung von einer Interkulturellen zu einer Rassismuskritischen Öffnung nach und überlegt, wie rassismuskritische Jugend(verbands)arbeit gelingen kann. Die Autor:innen beschäftigen sich dann aus rassismuskritischer Perspektive mit Organisationsbereichen wie dem Aufbau von Beschwerdeverfahren, der Einstellungspraxis sowie dem Lehren und Lernen. Schließlich wird der Prozess der Organisationsentwicklung u. a. dahingehend befragt, wie sich Organisationen macht- und rassismuskritisch entwickeln können und wie dieser Prozess selbst macht- und rassismuskritisch gestaltet werden kann.

Bis zu drei Exemplare des Readers können bei IDA gegen eine Versandpauschale von 3,00 Euro zuzüglich der gewichtsabhängigen Portokosten über die IDA-Webseite unter www.idaev.de/publikationen/reader bestellt oder dort als PDF heruntergeladen werden.

Sebastian Seng, Nora Warrach (Hg.), Rassismuskritische Öffnung. Herausforderungen und Chancen für die rassismuskritische Öffnung der Jugend(verbands)arbeit und Organisationsentwicklung in der Migrationsgesellschaft, Düsseldorf 2019: Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit e. V.

 

 

 

 

 

 

]]>
Neuerscheinungen Pressemitteilungen Reader Publikationen
news-226 Wed, 06 Nov 2019 15:48:49 +0100 „Are you on the guestlist?“ – Über europäische Ein- und Ausschlussmechanismen https://www.idaev.de/detailansicht-aktuelles/are-you-on-the-guestlist-ueber-europaeische-ein-und-ausschlussmechanismen Veranstaltungsankündigung: Fachgespräch des IDA e. V. am Donnerstag, den 21. November 2019 von 12 bis 14 Uhr in Hannover Wann? Donnerstag, den 21. November 2019 von 12:00 bis 14:00 Uhr

Wo? Stadtteilzentrum Lister Turm, Walderseestraße 100, 30177 Hannover (Raum 16, barrierefrei zugänglich)

Moderation: Nora Warrach (Referentin IDA e. V.)

Einführung: Ansgar Drücker (Geschäftsführer IDA e. V.)

Gäste: Allegra Schneider (Dokumentarfilm: „Möglichst freiwillig“), Olaf Bernau (Afrique-Europa-Interact) und Sabine Hess (Universität Göttingen)

Europa: Als Kontinent der offenen Grenzen und Reisefreiheit erleben es die einen, als sich abschottend und abwehrend die anderen. Wen schließt Europa eigentlich ein und wen aus? Nicht erst seit den 2014 deutlich angestiegenen Zahlen Geflüchteter vom afrikanischen Kontinent und aus dem Nahen Osten Richtung Europa wird von der „Festung Europa“ mit ihren einerseits regulierenden, andererseits restriktiven Migrations- und Grenzregimen gesprochen. Auch viele EU-Migrant:innen sind von Ausschlüssen betroffen, darunter u. a. Roma und Sinti. Somit ist Europa inter- aber auch innerkontinental nicht gleichermaßen für alle offen und zugänglich.

Wie bricht diese Haltung mit einem europäischen Selbstverständnis als „offener“ Kontinent? Wie wird Europa aus der Perspektive derjenigen wahrgenommen, die den Ausschluss und den restriktiven Zugang erfahren? Welche Ziele verfolgt Europa durch die Implementierung immer schärferer Regulationen? Welche Lösungsansätze und Alternativen könnten Migrationsbewegungen zwar einerseits regulieren, aber andererseits menschenrechtlich vertretbar sein? Und was bedeutet das alles ggf. auch für die Zukunft Europas?

Vor diesem Hintergrund kommen wir ins Gespräch mit Allegra Schneider, die 2018 einen Dokumentarfilm über eine Roma-Familie veröffentlichte, die Deutschland „möglichst freiwillig“ verlassen musste, mit Olaf Bernau, der über außereuropäische Kämpfe um Bewegungsfreiheit und Gleichberechtigung u. a. aus Mali, Togo und Marokko berichten kann, und mit Sabine Hess, die an der Universität Göttingen zu den Themenbereichen Migrations- und Grenzregime sowie Europäisierung lehrt und forscht. Durch die Auswahl der Gäste gewinnen wir somit unterschiedliche Perspektiven auf die aktuelle Situation Europas und seiner Grenzen.

Die Teilnahme ist kostenlos. Wir bitten um eine Anmeldung bis zum 14. November an info(at)idaev.de.

]]>
Aktuelles
news-225 Wed, 06 Nov 2019 12:34:39 +0100 Wege der Partizipation für junge Muslim:innen https://www.idaev.de/detailansicht-aktuelles/wege-der-partizipation-fuer-junge-musliminnen Kooperationsseminar des IDA e. V. mit dem Muslimischen Jugendwerk Veranstaltende: IDA e. V. in Kooperation mit MJW – Muslimisches Jugendwerk e. V.

Termin: 6. bis 8. Dezember 2019

Ort: Jugendherberge Duisburg Sportpark, Kruppstraße 9, 47055 Duisburg

Info und Anmeldung: Taner Beklen, Bundesvorsitzender Muslimisches Jugendwerk e. V.,   info(at)muslimisches-jugendwerk.de

Thema

Der politische, mediale und zivilgesellschaftliche Diskurs über Teilhabe- und Zugehörigkeitsfragen muslimischer Menschen in Deutschland hält sich ungebrochen und wird durch aktuelle politische Entwicklungen stetig genährt. Viele muslimische Menschen in Deutschland und deutsche Muslim:innen erleben täglich Ausgrenzungen und Diskriminierungen, die institutionell, individuell und öffentlich zum Ausdruck gebracht werden. Vor allem institutionelle Barrieren blockieren gesamtgesellschaftliche Zugänge und erschweren Partizipationsmöglichkeiten.

Das Kooperationsseminar mit dem Muslimischen Jugendwerk zielt darauf ab, einen Raum für muslimische junge Erwachsene, Multiplikator:innen und andere Interessierte zu gestalten, in dem geschützt und offen sowohl über Herausforderungen von außen (u. a. anti-muslimischer Rassismus, Mehrfachdiskriminierung) als auch von innen (u. a. Teilhabe muslimischer Menschen mit Behinderung) diskutiert werden kann. Hinsichtlich beider Herausforderungsbereiche findet eine Einordnung in den Themenbereich der Intersektionalität statt.

Die Teilnehmenden sollen dazu befähigt werden, eigene Erfahrungen einordnen zu können und sich auf Basis eines Austauschs zu empowern. Ein Überblick über die Situation muslimischer Menschen in Deutschland liefern zudem Zahlen, Daten und Fakten. Auch gegenwärtige Themen (u. a. Klima- und Umweltschutz) sollen aus einer islamischen Perspektive behandelt werden. Auf Basis unterschiedlicher, dabei aber miteinander verbundener Themenblöcke, werden den Teilnehmenden unterschiedliche Partizipationsmöglichkeiten aufgezeigt.

Vor diesem Hintergrund sollen die Teilnehmenden zur politischen und zivilgesellschaftlichen Partizipation motiviert werden.

Inhalt

Ziel des Seminars ist es, dass sich die Teilnehmenden unterschiedliche Wege der politischen Partizipation erarbeiten und gleichzeitig aber auch einen kritischen Blick in die eigene Community werfen, bspw. hinsichtlich der Frage nach Teilhabe muslimischer Menschen mit Behinderung im Islam. Die Teilnehmenden erweitern durch einen schlüssigen Ablauf, der Input-Einheiten mit interaktiven Workshop-Phasen vereint, sowohl ihre inhaltlichen Kenntnisse als auch ihre alltagstauglichen Fertigkeiten. Gleichzeitig wird zur Selbstreflektion angeregt.

Zielgruppe

Muslimische junge Erwachsene, Multiplikator:innen aus muslimischen Communities und darüber hinaus Interessierte

 

      Programmablauf des Kooperationsseminars des IDA e. V. mit dem Muslimischen Jugendwerk

                                                   Wege der Partizipation für junge Muslim:innen

                Seminar der Politischen Bildung 06. – 08. Dezember 2019 / Jugendherberge Duisburg Sportpark

 

Freitag, 06. Dezember 2019

15:00 Uhr Anreise und Anmeldung

15:45 Uhr Begrüßung und Einführung zum Seminarwochenende

  • Vorstellungsrunde

Erwartungen der TeilnehmendenProgrammvorstellung

  • Inhaltliche Einführung

17:00 Uhr Pause

17:10 Uhr Inklusion im Islam

Herausforderungen und Teilhabemöglichkeiten von Muslim:Innen mit Behinderung Funda Fidan - Interkulturelles Institut für Inklusion e. V.

  • Herausforderungen von Muslim:Innen mit Behinderung
  • Workshop „Deutsche Gebärdensprache“

18:30 Uhr Abendessen

19:30 Uhr Workshop-Phase I:

„Intersektionalität und Mehrfachdiskriminierung“

  • Methode: „Was ist eigentlich Diskriminierung?“
  • Begriffsdefinitionen“

21:00Uhr Ende des heutigen Programms

 

Samstag, 07. Dezember 2019

09:00 Uhr Workshop-Phase II:

„One Step Forward… oder doch zwei back?”

  • Methode „Reflexion über das Thema Intersektionalität

10:00 Uhr „Assalamu Aleykum Deutschland!“:

Muslime in Deutschland gestern und heute Taner Yüksel, Islamwissenschaftler & Pädagoge

  • Methode “Positionsbarometer”
  • Zahlen und Fakten
  • Historische Anfänge bis heute

12:00 Uhr Mittagspause

13:00 Uhr Workshop-Phase III:

„Die Muslime sind…” – Vorurteile erkennen und benennen

  • Methode „Ist das rassistisch?“ zu Verdeutlichung und Reflexion von „unbewussten“ Alltagsrassismen

13:45 Uhr Pause

14:00 Uhr Muslimische Zivilgesellschaft: Herausforderungen und Möglichkeiten der muslimischen Diversität

Munise Oğuzay, Referentin der Koordinierungsstelle Muslimisches Engagement in NRW im MKFFI (angefragt)

Shirin Dawai, MTO Shahmaghsoudi – Schule des islamischen Sufismus e.V. (angefragt)

Referent:In, IDA NRW (angefragt)

  • Input: Zivilgesellschaft und anti-muslimischer Rassismus
  • Panel mit MKFFI, MTO und IDA NRW

15:30 Uhr Pause 

16:00 Uhr Junge Muslime für Umweltschutz: Eine Perspektive aus islamischer Sicht Referent:In, Hima e.V. (angefragt)

17:00 Uhr Ende des heutigen Programms

 

Sonntag, 08. Dezember 2019

09:00 Uhr „Hilf al fudhul“:

Wege muslimischen Engagements in der Wohlfahrtsarbeit Ayten Kılıçarslan, Dipl.-Pädagogin, Volkswirtin & Vorsitzende des Sozialdienstes muslimischer Frauen e.V.

  • islamisch bedingte Motivation zum Ehrenamt
  • Ehrenamt als Partizipationsmöglichkeit

10:30 Uhr Zugänge und Chancen für muslimische Jugendliche

  • Planungen & Projektideen

12:00 Uhr Gemeinsames Mittagessen

13:00 Uhr Abschlussrunde, Evaluation und Reflexion

14:00 Uhr Seminarende

]]>
Veranstaltungen Aktuelles
news-222 Thu, 29 Aug 2019 10:30:39 +0200 Grund zum Optimismus – Nachbericht zum IDA-Fachtag „‘Neutralität‘ im Umgang mit Rechtspopulismus in der Jugendarbeit“ https://www.idaev.de/detailansicht-aktuelles/grund-zum-optimismus-nachbericht-zum-ida-fachtag-neutralitaet-im-umgang-mit-rechtspopulismus-in Das Stichwort der „politischen Neutralität“ hat seit einiger Zeit viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Das liegt zum einen daran, dass die AfD den Hinweis auf eine vermeintlich notwendige „Neutralität“ vehement instrumentalisiert. Dazu kann sie inzwischen ihre Vertretung in allen Landesparlamenten und im Bundestag einsetzen. Gerade Jugendverbände und Jugendringe, aber auch Projekte und Vereine, die Gelder aus der Demokratieförderung erhalten, können hier bereits aus einem reichen Erfahrungsschatz berichten. 19. Juni 2019, 9:30 bis 17 Uhr  in Hannover

Das Stichwort der „politischen Neutralität“ hat seit einiger Zeit viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Das liegt zum einen daran, dass die AfD den Hinweis auf eine vermeintlich notwendige „Neutralität“ vehement instrumentalisiert. Dazu kann sie inzwischen ihre Vertretung in allen Landesparlamenten und im Bundestag einsetzen. Gerade Jugendverbände und Jugendringe, aber auch Projekte und Vereine, die Gelder aus der Demokratieförderung erhalten, können hier bereits aus einem reichen Erfahrungsschatz berichten.

Zum einen versucht die AfD mit dem Verweis auf ein abstraktes „Neutralitätsgebot“ demokratische Akteur:innen zurückzudrängen und sich in Veranstaltungen „einzuklagen“. Zum anderen bemüht sich die AfD, dass Gebot der Chancengleichheit, an das staatliche Stellen bei der Vergabe staatlicher Leistungen an Parteien gebunden sind, auf die Empfänger:innen staatlicher Förderung zu übertragen. Und darüber hinaus verweist die Partei auf den Beutelsbacher Konsens und die darin festgehaltenen Prinzipien des Überwältigungsverbots, Kontroversitätsgebots und der Adressat:innenorientierung, um Kritik an ihren Positionen zu diskreditieren. Auch das Gemeinnützigkeitsrecht dürfte in Zukunft ein Einfallstor für ihre Angriffe bieten.

Zwei Vorstöße der AfD aus den letzten Monaten illustrieren diese Versuche: In einem Gesetzentwurf, den die AfD im Mai in den sächsischen Landtag eingebracht, möchte sie den Freistaat in der Landesverfassung auf „politische Neutralität“ „in den Bereichen der politischen Erziehung, Bildung und Information“ verpflichten. Außerhalb der staatlichen Parteienfinanzierung soll die Landesregierung dann keine Gelder zur Demokratieförderung mehr vergeben dürfen, weil das die Chancengleichheit der Parteien verzerre. Personen, die Fördergelder annehmen oder ausgeben, werden mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren bedroht. Mit ihrer Initiative zielt die AfD — wie aus der Gesetzesbegründung hervorgeht — besonders auf solche Akteur:innen, die gegen die AfD Position beziehen. Wenn menschenrechtsorientierte Bildungsarbeit schon als „nicht neutral“ gewertet wird, würde sie unter diesen Umständen unmöglich gemacht. Wohin die Reise bei einer Regierungsbeteiligung der AfD gehen würde, zeigt auch das Programm der sächsischen AfD für die Landtagswahl: Vereinen wie „Schule ohne Rassismus“ sollten die Fördergelder aus Steuermitteln gestrichen werden und stattdessen an Schulen „Heimatliebe“ vermittelt werden. In Brandenburg hat die AfD Mitte Juni einen Antrag in den Landtag eingebracht, das Handlungskonzept „Tolerantes Brandenburg“ abzuschaffen. Bis dahin sollten mit sofortiger Wirkung aber wenigstens alle Mittel an die Bedingung geknüpft werden, dass sie „nicht zugunsten oder zulasten von politischen Parteien eingesetzt werden dürfen.“ Im Zuwendungsbescheid sollten die Empfänger:innen dazu verpflichtet werden, „das verfassungsrechtlich verankerte Neutralitätsgebot zu achten“.

Die von der AfD vorgebrachten Argumentationen berühren die juristische Frage, wann, in welchem Umfang und nach welchen Kriterien Empfänger:innen öffentlicher Mittel zu parteipolitischer Neutralität verpflichtet sind. In einem ersten Vortrag „Das Neutralitätsgebot: Maulkorb für öffentlich subventionierte Bildungsarbeit?“ ging der Staatsrechtler Friedhelm Hufen auf diese Frage ein. Eine seiner wesentlichen Erkenntnisse war, dass geförderte Träger nicht wie staatliche Stellen zu behandeln seien, die zu (parteipolitischer und weltanschaulicher) Neutralität verpflichtet sein können. Denn freie Träger sind selbst Träger von Grundrechten, die auch und gerade der Staat ihnen garantieren muss. Sie sind z. B. in ihrer politischen Öffentlichkeitsarbeit durch das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung geschützt und müssen hierbei keinem abstrakten Neutralitätsgebot gerecht werden. Die Auseinandersetzung mit Programm und Handeln von Parteien im Rahmen von Bildungsarbeit oder Öffentlichkeitsarbeit ist aber zulässig, wenn sich hierfür Gründe in Menschenrechtsabkommen, im Grundgesetz, im Jugendschutz, Satzungen oder z. B. im Beutelsbacher Konsens finden lassen und wenn die Kritik sachlich und nachvollziehbar geäußert wird. Menschen und Parteien, deren politische Programmatik den Zielen und Grundsätzen einer Veranstaltung oder eines Förderprogramms widerspricht, können von geförderten Veranstaltungen ausgeschlossen werden.

In der sich anschließenden Workshopphase beantwortete Hufen weitere Fragen. Er konkretisierte seine Ausführungen und machte deutlich, dass immer der Einzelfall mit den von ihm dargelegten Maßstäben beurteilt werden muss.

Im zweiten Workshop ging es um die Frage, wie Mitarbeiter:innen von öffentlichen Verwaltungen auf AfD-Anfragen reagieren können. In einem Input arbeitete Ansgar Drücker Strategien heraus, mit denen die AfD Verbände, Vereine und Projekte diskreditiert, z. B. mit dem Vorwurf des „Linksextremismus“. Außerdem hielt er ein gegenseitiges Verständnis für die Perspektiven der Zuwendungsempfänger:innen und der Verwaltung für sinnvoll. Ein wichtiges Ergebnis der anschließenden Workshopphase war, dass die Rolle der Verwaltung vor allem in einer fachlichen Argumentation bzw. Auseinandersetzung mit Anträgen, Angriffen usw. der AfD gesehen wird. Diese Konzentration auf die fachliche und Sachebene nimmt die Verwaltung aus der Schusslinie und stellt ihre Positionierung in einen fachlichen statt in einen politischen Kontext. Ein Ausschluss von AfD-nahen oder gegen eine offene Gesellschaft stehenden Trägern von Zuwendungen in Bereichen wie Internationale Jugendarbeit oder Demokratieförderung kann mit der fehlenden Gewähr begründet werden, dass sich die potenziellen Antragsteller für die Ziele des jeweiligen Förderprogramms einsetzen wollen oder sie überhaupt nur mittragen können.

Angelika Ribler (Landessportbund Hessen) setzte in ihrem Workshop die Tetralemma-Methode ein, um den Umgang der Teilnehmer:innen mit Personen im eigenen Verband zu klären, die mit der AfD sympathisieren, sie wählen oder Funktionen für die Partei übernehmen.

Björn Bertram (Landesjugendring Niedersachsen) berichtete im Workshop 4 über seine Erfahrungen mit der AfD in der jugendpolitischen Praxis in Niedersachsen. Dies betraf vor allem die Fragen, wie mit Einladungen Dritter umgegangen wird, zu denen auch die AfD eingeladen ist, und das unangemeldete Erscheinen von AfD-Funktionär:innen zu eigenen Veranstaltungen. In der ersten Frage gibt es im Landesjugendring unterschiedliche Positionen. Was die zweite Frage angehe, sei Wachsamkeit angebracht. Auch der Stadtjugendring Hannover bestätigte, dass es wichtig sei, das Jugendringe sich darüber austauschen, welche Einladungen sie annehmen und wen sie zu ihren Veranstaltungen einladen und wen nicht. Des Weiteren berichtete der Stadtjugendring aus seinen Erfahrungen mit dem Vorsitzenden im Jugendhilfeausschuss, der der AfD angehört. Dieser habe sich zunächst zurückgehalten, aber gegen alle Vorschläge gestimmt, habe sich dann vereinzelt geäußert und Fragen gestellt, und sich schließlich positioniert und sich an Diskussionen beteiligt. Der Erfahrungsaustausch und die Diskussion ergaben schließlich, dass es wertvoll ist, in Jugendverbänden und -ringen über die eigenen Positionen zu diskutieren und daran zu arbeiten, die eigene Haltung wirkungsvoll zu vertreten, um einer Normalisierung menschenverachtender Positionen zu begegnen.

Am Nachmittag setzte der Politikwissenschaftler und Kommunikationsberater Robert Pietsch den Fachtag mit einem Input zum politischen Framing der AfD fort. Er erläuterte die Funktionsweise von Framing und neurechte Diskurs- und Diskussionsstrategien, mit denen versucht wird, öffentliche Debatten gezielt nach rechts zu verschieben. In einem dritten Schritt gab er nach Zielgruppen differenzierte Empfehlungen für die argumentative Auseinandersetzung mit nationalautoritär argumentierenden Menschen. Dabei, so seine Botschaft, ist es essenziell zu reflektieren, ob die eigenen Begriffe das eigene Weltbild konsistent abbilden und auf keinen Fall die Begriffe der AfD oder anderer extrem rechter Akteur:innen zu nutzen, weil diese auf einem Weltbild fußen, das nicht mit den Menschenrechten vereinbar sei.

Paulina Fröhlich, Politikwissenschaftlerin beim Progressiven Zentrum Berlin, analysierte zunächst, wie die AfD Emotionen in ihrer Kommunikation einsetze: Diese sei besonders durch Wut, Angst und Empörung auf der einen sowie Stolz bspw. auf Deutschland oder auf das Fahren eines Dieselautos gekennzeichnet. Im zweiten Teil ihres Inputs gab sie Einblicke in die Arbeit der Initiative „Kleiner 5“ und gab Beispiele für Möglichkeiten, die eigenen menschenfreundlichen Botschaften und Werte kreativ und öffentlichkeitswirksam zu vermitteln. Diese finden sich auf der Webseite kleinerfuenf.de.

Wie Klaus Bechtold in seinem abschließenden Tagungsfazit festhielt, bestehen beim Umgang mit extrem rechtem Populismus oder Mitgliedern im eigenen Verband wichtige Herausforderungen: Professionalisierung, Rationalisierung, Unterstützung durch Beratung, rechtliche Klärungen und Verständigung auf die eigenen Werte und die eigene Identität der jeweiligen Organisation. Dennoch gibt es in den Jugendverbänden im Großen und Ganzen weder Angst noch Panik vor dem der AfD, aber es werden Schwachstellen und Verletzbarkeiten deutlich. Erfahrungen, Qualifizierung und Strategiebildung können die Jugendverbände stärken. Auch wird die Auseinandersetzung Zeit und Energie kosten, aber es gibt Grund zum Optimismus.

Zum Programm des Fachtags

]]>
Aktuelles
news-221 Tue, 30 Jul 2019 15:25:35 +0200 IDA-Workshop Diversität „Diskriminierungssensible Beschwerdeverfahren in Jugendverbänden und der Jugend(bildungs)arbeit“ https://www.idaev.de/detailansicht-aktuelles/ida-workshop-diversitaet-diskriminierungssensible-beschwerdeverfahren-in-jugendverbaenden-und-der-jug Workshop vom 20. September bis 22. September 2019 im Naturfreundehaus Hannover  

Jugendverbände und -ringe wie auch die Jugend(bildungs)arbeit im Allgemeinen haben den Anspruch, die gesellschaftliche Vielfalt jugendlichen Lebens abzubilden. Sie setzen sich ein für jugendliche Interessen, für Partizipation und gerechte Lebenschancen für alle jungen Menschen in Deutschland.

Um diesen Anspruch umzusetzen, ist ein selbstreflexiver Blick auf die eigenen Abläufe unabdingbar. Dazu gehören Sensibilität für und Wissen über Diskriminierung, um Beschwerden über Diskriminierungen überhaupt wahrnehmen zu können. Solche Beschwerden können von einer alltäglichen Unmutsäußerung bis hin zu offenen Klagen reichen. Beschwerden der eigenen Mitglieder, Teilnehmer:innen oder Mitarbeiter:innen können ein wichtiges Element der Selbstreflexion und der Weiterentwicklung von Verbänden und Einrichtungen sein, wenn sie wahrgenommen, ernst genommen und aufgegriffen werden. Denn diskriminierende Strukturen existieren in unserer Gesellschaft und machen vor Jugendverbänden und anderen Einrichtungen der Jugendarbeit nicht Halt. 

Während des Workshops werden sich die Teilnehmer:innen in einem ersten Schritt ein gemeinsames Grundwissen über Ebenen und Formen von Diskriminierung sowie deren jeweilige Besonderheiten erarbeiten. Anschließend beschäftigen wir uns mit Hilfe von Inputs und Fallbeispielen mit den rechtlichen Rahmenbedingungen von Beschwerdeverfahren. Der letzte Teil des Seminars behandelt Grundprinzipien und notwendige Rahmenbedingungen von Beschwerdeverfahren und gibt Beispiele dafür, wie Beschwerdeverfahren gestaltet sein können. Im Anschluss daran können die Teilnehmer:innen gemeinsam Ideen entwickeln, wie ein Beschwerdeverfahren gegen Diskriminierung in ihrer Einrichtung oder ihrem Verband ausgestaltet sein könnte.

Die Reihe der IDA-Workshops Diversität soll den Teilnehmer:innen jedes Jahr einen Raum bieten, die Grundlagen eines diskriminierungskritischen Diversitätsansatzes kennen zu lernen und zu diskutieren, die eigene (Arbeits-)Praxis zu reflektieren und daraus Handlungsansätze zu entwickeln.

Die Ausschreibung mit vollständigem Programm finden Sie im Anhang und auf unserer Webseite unter https://www.idaev.de/detailansicht-aktuelles/detail/News/ida-diversitaetsseminar-diversitaetsorientierte-organisationsentwicklung-in-der-jugendverbands-und/.

Die vollständige Ausschreibung finden Sie auf unserer Webseite und die Anmeldung erfolgt über die Veranstaltungswebseite.

 

Anmeldeschluss ist der 18. September 2019.

 

 

]]>
Aktuelles Veranstaltungen
news-220 Wed, 24 Jul 2019 13:39:21 +0200 IDA-Kartenset „Antidiskriminierung, Rassismuskritik und Diversität“ bei Beltz Juventa erschienen https://www.idaev.de/detailansicht-aktuelles/ida-kartenset-antidiskriminierung-rassismuskritik-und-diversitaet-bei-beltz-juventa-erschienen 105 Reflexionskarten für die Praxis Wie viele Angriffe gab es 2017 auf Muslim:innen und muslimische Einrichtungen?
Was verbirgt sich hinter dem Begriff Antiziganismus?
Wie kann ich mich verhalten, wenn ich beobachte, dass jemand aufgrund seiner sexuellen Orientierung beleidigt wird?

In der Box sind 105 Karten zu finden, auf denen Rassismus, Diskriminierung und Diversität auf fünf verschiedene Arten und in fünf Kategorien thematisiert werden: in Begriffen, in Konzepten und Methoden rassismuskritischer und kultursensibler Denkweisen, in Aussagen aus dem öffentlichen Leben und statistischen Zahlen.

Entwickelt wurde das Kartenset von Eden Mengis, freie Mitarbeiterin des Informations- und Dokumentationszentrums für Antirassismusarbeit e.V. (IDA), und IDA-Geschäftsführer Ansgar Drücker. Die Texterstellung wurde durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

Die Karten sind geeignet für die Gruppenarbeit mit Menschen ab 14 Jahren, um über diese Themen miteinander ins Gespräch zu kommen. Sie helfen, Ungerechtigkeiten und Diskriminierungen angemessen zu thematisieren und tragen zur (Selbst-) Reflexion bei.

Das Kartenset ist ein guter Einstieg in Bildungsprozesse und Diskussionen für gesellschaftliche Offenheit und Vielfalt, gegen Rassismus und Diskriminierung.

In dem 20-seitigem Booklet geben die Autor:innen ausführliche Hinweise zum pädagogischen Einsatz der Karten, erläutern Fachbegriffe und empfehlen weiterführende Literatur und Ansprechpartner in diesem Themenfeld pädagogischer Arbeit.

Das Kartenset ist im Buchhandel für 29,95 Euro erhältlich oder kann versandkostenfrei bestellt werden unter der E-Mail-Adresse medienservice@beltz.de.

]]>
Aktuelles Pressemitteilungen
news-219 Tue, 09 Apr 2019 16:25:15 +0200 IDA-Fachtag – „Neutralität“ im Umgang mit Rechtspopulismus in der Jugendarbeit https://www.idaev.de/detailansicht-aktuelles/ida-fachtag-neutralitaet-im-umgang-mit-rechtspopulismus-in-der-jugendarbeit In der Auseinandersetzung mit der AfD fällt immer wieder das Schlagwort der „politischen Neutralität“, gerade auch weil die Partei es selbst als Begriff der politischen Auseinandersetzung nutzt, z. B. im Zusammenhang mit den Meldeportalen, die verschiedene Landesverbände eingerichtet haben, um AfD-kritische Kommentare von Lehrer:innen anzuprangern. Auch in parlamentarischen Anfragen nutzt die AfD den Begriff immer wieder, um Vereine, Projekte, Veranstaltungen oder Publikationen zu kritisieren und unter Umständen deren Förderfähigkeit in Zweifel zu ziehen, wenn sie eine menschenrechtsorientierte Kritik an den Positionen der Partei üben. Die Frage, wie weit die Autonomie von Empfänger:innen staatlicher Zuwendungen im Bereich der Menschenrechts- und Präventionsarbeit reicht und welche Bedeutung dem Beutelsbacher Konsens in diesem Kontext zukommt, hat dabei zu erheblichen Unsicherheiten geführt.

Doch auch andere Bereiche der Auseinandersetzung spielen in der Praxis der Jugend(verbands)arbeit immer wieder eine Rolle, wie das Verhalten gegenüber AfD-Politiker:innen in jugendpolitischen Gremien und angemessene Umgangsweisen mit Rechtspopulismus im eigenen Verband.

Mit dem Fachtag möchte IDA dazu beitragen, Unsicherheiten im Umgang mit der AfD und dem staatlichen Neutralitätsgebot abzubauen, und lädt alle relevanten Akteur:innen, wie Multiplikator:innen der Jugend(verbands)arbeit und Mitarbeiter:innen der öffentlichen Verwaltungen, zu einem Austausch über Perspektiven, Erfahrungen und proaktive Strategien ein.

Zielgruppe: Fachkräfte und Multiplikator:innen der Jugend(verbands)arbeit sowie Mitarbeiter:innen öffentlicher Verwaltungen

Ort: Jugendherberge Hannover, Ferdinand-Wilhelm-Fricke-Weg 1, 30169 Hannover

Termin: Mittwoch, 19. Juni, 9:30 Uhr bis 17.00 Uhr

Programm
09:30 Uhr Ankunft, Empfang, Kaffee, Tee, Wasser
10:00 Uhr Begrüßung, Tagesablauf, Organisatorisches, Einleitung (Ansgar Drücker und Sebastian Seng)
10:15 Uhr Neutralitätsgebot und öffentlich finanzierte Bildungs- und Jugendarbeit. Vortrag mit anschließender Diskussion (Prof. Dr. Friedhelm Hufen, Universität Mainz)
11:15 Uhr Kaffeepause
11:30 Uhr Workshops

  • Workshop 1: Vertiefung des Vortrags: zuwendungsrechtliche Details, Beutelsbacher Konsens, Trägerautonomie etc. (Prof. Dr. Friedhelm Hufen, Universität Mainz, und Christian Weis, Deutscher Bundesjugendring)
  • Workshop 2: Wie können Mitarbeiter:innen der öffentlichen Verwaltung auf AfD-Anfragen reagieren? Input und Erfahrungsaustausch (Ludwig Weigel, Deutscher Bundesjugendring, Ansgar Drücker, IDA e. V.)
  • Workshop 3: Umgang mit rechtspopulistischen Einstellungen und Personen, die mit der AfD sympathisieren, eine Funktion in der AfD übernehmen oder sie wählen, im eigenen Verband und den Untergliederungen (Angelika Ribler, Sportjugend Hessen)
  • Workshop 4: Der Umgang mit der AfD in der jugendpolitischen Praxis (Björn Bertram, Landesjugendring Niedersachsen)

13:00 Uhr Mittagessen
13:45 Uhr Wie funktioniert das politische Framing der AfD? Welches eigene Framing können Protagonist:innen der offenen Gesellschaft dagegen setzen? Vortrag des Kommunikationsberaters Robert Pietsch mit anschließender Diskussion
15:00 Uhr Kaffeepause
15:15 Uhr Wie können Jugendverbände positive emotionale Gegenerzählungen schaffen, um die Deutungs- und Identitätsangebote der AfD „auf emotional“ zu kontern und die eigenen Werte und Visionen positiv zu verankern. Vortrag von Paulina Fröhlich (Progressives Zentrum, Berlin) mit anschließender Diskussion
16:15 Uhr Austausch in Kleingruppen zum Vortrag
16:45 Uhr Tagesfazit (Klaus Bechtold, Hessischer Jugendring)
16:55 Uhr Ende der Veranstaltung (Züge ab 17:30 Uhr ab Hannover Hbf werden erreicht)

Ausschreibung zum Download (PDF)

Anmeldung
Anmeldungen erfolgen über die Veranstaltungswebseite. Anmeldeschluss ist der 5. Juni 2019.
Die Anmeldung ist verbindlich. Die Teilnahme ist kostenlos. Bei Nichterscheinen behalten wir uns vor entstehende Kosten in Rechnung zu stellen. Fahrtkosten müssen selbst getragen werden.

Barrierefreiheit und Toiletten
Der für die Veranstaltung genutzte Teil der Jugendherberge ist für Rollstuhlfahrende barrierefrei. In der Jugendherberge stehen geschlechtergetrennte Toiletten – ohne Toilette für alle – zur Verfügung.

Datenschutz
IDA e. V. erhebt, speichert und verarbeitet Ihre persönlichen Daten ausschließlich zum Zwecke der Abwicklung des Fachtags.

Veranstalter und Förderung
Dieses Seminar ist eine Veranstaltung des Informations- und Dokumentationszentrums für Antirassismusarbeit (IDA) e. V. und wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend aus dem Kinder- und Jugendplan des Bundes gefördert.

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

]]>
Veranstaltungen Aktuelles
news-216 Thu, 21 Feb 2019 15:35:33 +0100 Neue IDA-Flyer und Nachdruck eines IDA-Readers zu Social-Justice-Trainings https://www.idaev.de/detailansicht-aktuelles/neue-ida-flyer-und-nachdruck-eines-ida-readers-zu-social-justice-trainings Die beliebte Reihe der IDA-Flyer hat Zuwachs bekommen: Neu im Programm sind Flyer zu Empowerment, Antimuslimischer Rassismus, Antisemitismus sowie Widerspruchstoleranz, Toleranz, Anerkennung. Als Nachdrucke sind erschienen die Flyer „Was heißt eigentlich… Rassismus?“ und „Was heißt eigentlich… Diversität? Vielfalt?“ und der Social Justice-Reader „Lernen in der Begegnung“. Die beliebte Reihe der IDA-Flyer hat Zuwachs bekommen: Ein neuer Flyer zu Empowerment zeigt Ansätze, Methoden und Schritte zur (Selbst)Ermächtigung marginalisierter Gruppen auf. Kombiniert mit dem Gegenstück Powersharing, also dem freiwilligen Teilen von Macht und Ressourcen durch Privilegierte, kann daraus „Empowersharing“ als ein gemeinsamer solidarischer Ansatz werden.

Der neue Flyer Antimuslimischer Rassismus erläutert die Auswirkungen der gesellschaftlichen Feindbilder „Islam“ und „Muslime“. Er erläutert, wie die Muslime als „die Anderen“ konstruiert werden und geht auch auf die ebenfalls verwendeten Begriffe Islamfeindlichkeit, Islamophobie und Muslimfeindlichkeit ein. Schließlich erläutert er die Funktion dieser Feindbilder zur Sicherung von Machtverhältnissen und Privilegien.

Ebenfalls neu ist der Flyer Antisemitismus. Er beschreibt Geschichte und Formen des Antisemitismus und gibt die auch von der Bundesregierung verwendete Definition des Begriffs der International Holocaust Remembrance Alliance aus dem Jahr 2016 wieder. Dann werden die Begriffe Sekündärer, Antiisraelischer und Muslimisierter Antisemitismus erläutert.

Der Flyer Widerspruchstoleranz, Toleranz, Anerkennung erläutert kritisch die Verwendung des oft nicht eindeutigen Begriffs Toleranz und beleuchtet die Grenzen von Toleranz und die möglicherweise ausschließende und bevormundende Wirkung des Begriffs. Als Alternativen werden dann die Begriffe Widerspruchstoleranz und Anerkennung eingeführt.

Außerdem wurden die bewährten Flyer „Was heißt eigentlich… Rassismus?“ und „Was heißt eigentlich… Diversität? Vielfalt?“ nachgedruckt.

Die Flyer sind bis zu einer Anzahl von 20 Stück kostenfrei, ohne Versand- und Portokosten erhältlich. Ab 21 Stück werden gewichtsabhängige Portokosten zzgl. 3,00 Euro Versandkostenpauschale je Sendung berechnet. Die Flyer stehen unter Publikationen > Flyer ebenfalls zum Download bereit.

Ebenfalls nachgedruckt wurde die Broschüre „Lernen in der Begegnung“, die die Theorie und Praxis von Social-Justice-Trainings vorstellt. Der Reader erläutert Theorie, Methode und Hintergründe des von Leah Carola Czollek, Heike Weinbach und Gudrun Perko aus den USA adaptierten und modifizierten Konzepts. Der zweite Teil des Readers liefert Hintergrundinformationen über verschiedene Aspekte von Diskriminierung.

Bis zu drei Exemplare des Readers zu Social-Justice-Trainings können gegen eine Versandpauschale von 3,00 Euro zuzüglich der gewichtsabhängigen Portokosten über die Webseite www.idaev.de unter Publikationen > Reader bestellt oder dort als PDF heruntergeladen werden.

Kommentierung der Broschüre von Leah Carola Czollek und Gudrun Perko

„Lernen in der Begegnung“ ist 2007 erschienen und stellt in der unveränderten Auflage inhaltlich, konzeptionell und begrifflich ein historisches Dokument des Bildungs- und Trainingskonzeptes „Social Justice und Diversity“ dar. Das gilt auch für die einzelnen Beiträge, die vor 12 Jahren für die Broschüre verfasst wurden. So bitten wir, aktuelle Beiträge der Autor:innen zu recherchieren und bezogen auf unser Bildungskonzept die aktuelle Version heranzuziehen.

Während unser Ansatz sich zu Beginn noch stark an das in den USA entwickelte Konzept Teaching for Diversity and Social Justice (Maurianne Adams, Lee Anne Bell, Pat Griffin 1997) anlehnte, nahmen wir im Zuge der langjährigen und intensiven Beschäftigung mit der Thematik viele Veränderungen, Spezifizierungen und vor allem Aktualisierungen im Kontext der Bundesrepublik Deutschland vor. Dieser Stand ist dem Praxishandbuch Social Justice und Diversity (Leah Carola Czollek/Gudrun Perko/Heike Weinbach 2012) zu entnehmen.

Wer aber auf unser Diskriminierungskritisches Bildungs- und Trainingskonzept Social Justice und Diversity in seiner aktuellen Form Bezug nehmen möchte, findet die Ausführungen davon in dem vollständig überarbeiteten und stark veränderten Praxishandbuch Social Justice und Diversity: Theorien – Training – Methoden (Leah Carola Czollek, Gudrun Perko, Corinne Kaszner, Max Czollek 2019). Hierin sind Theorien, Methoden, Übungen vollständig neu ausgearbeitet und Begriffe neu definiert und aktualisiert.

Siehe auch: Institut Social Justice und Radical Diversity

Düsseldorf, den 27. Februar 2019

 

V.i.S.d.P.: Ansgar Drücker, IDA e. V., Volmerswerther Str. 20, 40221 Düsseldorf,
Tel: 02 11 / 15 92 55-5 • Fax: 02 11 / 15 92 55-69 • info@IDAeV.de • www.IDAeV.de

]]>
Aktuelles Neuerscheinungen Pressemitteilungen Reader Flyer
news-214 Tue, 19 Feb 2019 14:05:45 +0100 Neuer IDA-Reader erschienen: Das Extremismusmodell – Über seine Wirkungen und Alternativen des Extremismusmodells in der politischen (Jugend-)Bildung und der Jugendarbeit https://www.idaev.de/detailansicht-aktuelles/neuer-ida-reader-erschienen-das-extremismusmodell-ueber-seine-wirkungen-und-alternativen-des-extre Im aktuellen Reader des IDA geht es um „Extremismus“. „Alles klar“, mögen sich die meisten denken. Fast alle können sich etwas vorstellen, wenn sie den Begriff hören. Aber ist es so eindeutig, wovon gesprochen wird, wenn von „Extremismus“ die Rede ist? Gibt es „Linksextremismus“ überhaupt? Ist „Rechtsextremismus“ einfach nur die andere Seite der Medaille? Und warum sind solche Fragen wichtig, wenn Veranstaltungen und Projekte der politischen Bildung geplant werden?

Diese und noch einige andere Fragen stehen im Mittelpunkt des neuen IDA-Readers. Mit ihm möchte IDA Multiplikator:innen der Jugend- und Bildungsarbeit einen kritischen Überblick über zentrale Begriffe und Annahmen des klassischen Extremismusmodells geben, seine Folgen und seine Anwendbarkeit in der Jugend- und Bildungsarbeit hinterfragen und angemessenere Alternativen zum Extremismusmodell darstellen.       

Mit diesem Reader stellt IDA seinen Leser:innen eine fundierte Grundlage zur Verfügung, um die Probleme des Extremismusmodells zu reflektieren, sich gegen Versuche der Vereinnahmung und Stigmatisierung als „linksextrem“ wehren zu können und am Extremismusmodell ausgerichtete Förderprogramme bewusst nutzen zu können, um eine menschenrechtsorientierte, diskriminierungs- und autoritarismuskritische Jugend- und Bildungsarbeit zu betreiben.

Bis zu drei Exemplare des Readers können bei IDA gegen eine Versandpauschale von 3,00 Euro zuzüglich der gewichtsabhängigen Portokosten über die Webseite www.idaev.de unter Publikationen > Reader bestellt oder dort als PDF heruntergeladen werden.

Philip Baron, Ansgar Drücker, Sebastian Seng (Hg.): Das Extremismusmodell. Über seine Wirkungen und Alternativen in der politischen (Jugend-)Bildung und der Jugendarbeit, Düsseldorf 2018, 96 Seiten

]]>
Aktuelles Neuerscheinungen Pressemitteilungen Reader
news-215 Wed, 13 Feb 2019 10:31:00 +0100 Start des Messenger-Newsletters! Jetzt Anmelden https://www.idaev.de/detailansicht-aktuelles/start-des-messenger-newsletters-jetzt-anmelden Die Vielfalt-Mediathek (www.vielfalt-mediathek.de) startet am 01.02.2019 ihren neuen Messenger-Dienst. Besuchen Sie einfach die Homepage, melden Sie sich an und bestätigen Sie die Anmeldung. Neuigkeiten, Empfehlungen sowie hilfreiche Tipps aus den Themengebieten der Vielfalt-Mediathek können dann regelmäßig auf den verschiedenen Messenger-Diensten abonniert werden.
Der Service umfasst WhatsApp, Telegram sowie Insta und kann jederzeit abgemeldet werden. Die Nachrichten sind in unterschiedliche Rubriken unterteilt:

• Tipps aus der Vielfalt-Mediathek
       Empfehlungen von neuen bzw. hilfreichen Broschüren, Arbeitshilfen, Handreichungen etc.
• Neues aus dem Magazin Gegenpol
       Hinweis auf neue Podcasts oder Expertisen
• Veranstaltungs- und Publikationshinweise
• Neues aus dem Wissens- und Konzeptpool
       Vorstellungen von Projekten und pädagogischen Konzepten
• Sonstige Informationen
       Stellenanzeigen

Der Messenger-Dienst unterstützt das schon bestehende News-Angebot (Newsletter, Facebook und Twitter) der Vielfalt-Mediathek.
Die Vielfalt-Mediathek (www.vielfalt-mediathek.de) des Informations- und Dokumentationszentrums für Antirassismusarbeit  e.V. (IDA) wird durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert und sammelt und archiviert die Materialien der Bundesprogramme gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit.
Die Nachhaltigkeit der Materialien und Projekte wird dadurch gesichert. Die Nutzer:innen können die Inhalte kostenlos abrufen und sich mit möglichen Kooperationspartnern vernetzen. Zudem bietet die Vielfalt-Mediathek in ihrem Magazin Gegenpol ausführliche Hintergrundinformationen zu den Themengebieten des Bundesprogramms. Die beiden Angebote Wissens- und Konzeptpool bündeln Erfahrungen und Erkenntnisse aus den Projekten und stellen bewährte Konzepte, Methoden und Ansätze in Grundzügen vor.

Pressekontakt: 

Ansgar Drücker
IDA e. V.
Volmerswerther Str. 20
40221 Düsseldorf
Tel: 02 11 / 15 92 55-5
Fax: 02 11 / 15 92 55-69
info(at)IDAeV.de

]]>
Aktuelles Pressemitteilungen
news-213 Tue, 18 Dec 2018 10:11:04 +0100 Janina Bauke und Stefan Brauneis bilden die erste Doppelspitze des IDA e. V. https://www.idaev.de/detailansicht-aktuelles/janina-bauke-und-stefan-brauneis-bilden-die-erste-doppelspitze-des-ida-e-v Janina Bauke (Ring Deutscher Pfadfinderinnenverbände) und Stefan Brauneis (Jusos) bilden gemeinsam die erste Doppelspitze des Informations- und Dokumentationszentrums für Antirassismusarbeit e.V. (IDA). Nach einer einstimmigen Satzungsänderung zur Einrichtung einer Doppelspitze wurden beide zu neuen Vorsitzenden des Vereins gewählt. Sie lösen den bisherigen Vorsitzenden Justus Moor (Jusos) ab, dem die Versammlung herzlich für sein Engagement dankte.

Der 29. Delegiertenversammlung des Informations- und Dokumentationszentrums für Antirassismusarbeit e. V. (IDA) am 21. November in Hannover ging ein Fachgespräch zum Thema „Extremismus“ – eine hilfreiche Kategorie in der pädagogischen Arbeit und politischen Bildung? voraus. Heiko Klare vom Bundesverband Mobile Beratung erläuterte, dass der Begriff Extremismus menschenfeindliche Einstellungen in der Mitte der Gesellschaft ausblende. Der ebenfalls häufig verwendete Begriff der Radikalisierung hingegen ignoriere die gesellschaftliche und politische Dimension tendenziell und verbleibe in einer individualisierenden Betrachtung.

Auf der Tagesordnung der Delegiertenwahlen standen neben den Wahlen zum Vorstand auch die Festlegung des Arbeitsprogramms und der Beschluss des Haushalts des Vereins. Als stellvertretende Vorsitzende wurden Lisa-Marie Davies (SJD – Die Falken), Yvonne Everhartz (BDKJ), Christin Riedel (DGB-Jugend) und Alexander Strohmayer (Deutsche Sportjugend) gewählt. Als Beisitzer:innen wählten die Delegierten Sarah Hanke (djo – Deutsche Jugend in Europa), Liam Harrold (Grüne Jugend), Sebastian Kunze (Bundesjugendwerk der AWO) und Laura Schwab (BDAJ). Einer der Schwerpunkte des Vereins, der sich als Dienstleistungszentrums der Jugendverbände für die Themenfelder Rassismus(kritik), Rechtsextremismus, Migrationsgesellschaft, und Diversität versteht, wird weiterhin die Auseinandersetzung mit Rechtspopulismus sein.

]]>
Aktuelles Pressemitteilungen