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Exotisierung

Exotisierung ist eine Strategie des Othering, die der Stereotypisierung und Hierarchisierung konstruierter sozialer Gruppen dient. Dazu werden meistens vordergründig positive Attribute wie eine besondere Naturverbundenheit, freizügige Sexualität, gesunde Körperlichkeit oder Emotionalität genutzt, die die betroffenen Menschen als grundlegend anders und implizit als „unzivilisiert“ darstellen. Wie negative Zuschreibungen dienen auch exotisierende dem modernen westlichen Individuum dazu, sich seiner Identität und vermeintlicher Tugenden wie, z. B. Arbeitsamkeit und Diszipliniertheit, zu versichern. Bedürfnisse, die aufgrund der gesellschaftlichen Verfasstheit nicht ausgelebt werden können, werden auf „die Anderen“ projiziert. Dieser Vorgang stabilisiert die gesellschaftliche Ordnung, da Aggressionen, die gegen diese gerichtet werden könnten, auf „die Anderen“ abgeleitet werden. Umgekehrt drückt sich Exotisierung in der scheinbar harmlosen Faszination für „das Fremde“ und in dem Verlangen aus, die konstruierte Andersheit „der Anderen“ zu genießen und dadurch die Grenzen und Konventionen der gesellschaftlichen Ordnung zu überschreiten. Beispiele für Exotisierungen sind: die romantisierende Darstellung von „Zi.“ (siehe Gadje-Rassismus); die idealisierende Darstellung des „Orient“ in den „Geschichten von 1001 Nacht“; die Darstellung „exotischer“ Länder als Reiseziel für Abenteurer:innen; die Darstellung Afrikas und Schwarzer Menschen – vor allem Schwarzer Frauen – als mysteriös und geheimnisvoll, aber faszinierend. In der Werbung ist Exotisierung daher häufig mit einer sexualisierenden Darstellung von Frauen verbunden. Der ideologische Gehalt der Exotisierung wird als Exotismus bezeichnet und ist eine Spielart des Rassismus.

Siehe auch epistemische Gewalt, Rassifizierung, symbolische Macht und Sexismus